Werner Stangls Lehrtext.Sammlung
WWW: http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/LEHRTEXTE/Lehrtexte.html
Der download dieses Textes und die Spiegelung auf dem server http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/ erfolgte ausschließlich zu Lehr- und Dokumentationszwecken bzw. zur Gewährleistung einer gewissen Stabilität der Informationen und berührt nicht das Copyright der jeweiligen AutorInnen! Damit soll den userInnen (StudentInnen, SchülerInnen) die Nachprüfbareit der Originalquellen ermöglicht werden, die im internet aufgrund der Dynamik des Entstehens und Vergehens von pages selten gegeben ist.
Falls sich AutorInnen durch diese Form der Dokumentation in ihrem Urheberrecht verletzt fühlen, bitte eine mail an den webmaster: werner.stangl@jku.at
Diese Seite gehört zu "Werner Stangls homepage der internetunterstützen Lehre": http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at:4711/default.html
Wissenschaftliche Hausarbeit im Fach Deutsch
Justus- Liebig- Universität Gießen
Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Gutachter: Dr. Karl. W. Bauer
Verfasser: Markus Obert
1998
Meine Arbeit ÑInternet
für Grundschulkinder - Bestandsaufnahme und fachdidaktische
Perspektivenì soll versuchen, das im deutschen
Sprachraum noch wenig untersuchte Feld der Internetnutzung
durch Grundschulkinder zu erhellen.
Zum Zeitraum der Erstellung dieser
Arbeit gibt es, bis auf wenige Zeitschriftenartikel, noch kaum
Literatur, die sich explizit mit diesem Thema beschäftigt. Vor
allem die außerschulische Nutzung des Internets durch Kinder
scheint noch nicht von Interesse zu sein. Empirische Untersuchungen
der Internetnutzung beschäftigen sich zwar mit dem Online-
Verhalten von Jugendlichen, wie viele ÑInternetsurferì
jünger als 12 sind, verschweigen sie aber meist. Wer sich aber
über Suchmaschinen, Kataloge oder per Nachfrage in
einschlägigen Diskussionsforen auf die Suche nach Angeboten
für Kinder im Netz begibt, wird schnell fündig. Da viele
dieser Angebote auch eine Mitgestaltung ermöglichen, finden sich
dort auch deutliche Zeichen einer regen Nutzung durch ihre (leider
noch nicht quantifizierbare) Anhängerschaft. Grund genug dieses
Phänomen genauer zu untersuchen.
Am Anfang meiner Arbeit steht eine
Analyse der technischen Möglichkeiten des Internets und seiner
verschiedenen Dienste. Dies soll besonders unter dem Blickwinkel
Ñwie können Kinder diese nutzen?ì
geschehen.
Im zweiten Hauptteil der Arbeit passe
ich die in der medienpädagogischen Auseinandersetzung mit
lokalen Multimediaprodukten entwickelten Bewertungsschemata an die
veränderten Voraussetzungen des Internet an und versuche sie auf
bestehende Internetangebote anzuwenden.
Die Auswahl der untersuchten Angebote
will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie soll
vielmehr verdeutlichen, welche typischen Elemente in ihnen zu finden
sind und inwieweit die Potentiale, welche das Internet für
Kinder bietet, bereits genutzt werden.
Bei der Entwicklung der fachdidaktischen
Perspektiven (die sich aus dem Hinzutreten des Internets zur Gruppe
der ÑNeuen Medienì ergeben) war ich ebenfalls darauf
angewiesen, allgemein medienpädagogische Grundsätze,
Erfahrungen aus dem Einsatz von Computern im Primarunterricht und aus
dem Interneteinsatz bei Jugendlichen auf die spezifischen
Altersgruppe bzw. die konkrete Problemstellung zu
transformieren.
Durch diese Arbeit sollen vor allem
folgende Fragen geklärt werden.
Können Kinder das Internet nutzen
und wenn ja wie?
Gibt es bereits spezielle Angebote
für Kinder?
Wie kann man Internetangebote für
Kinder bewerten?
Welche Merkmale haben typische Angebote
für Kinder?
Wie werden diese von Kindern
genutzt?
Sollte das Internet im Deutschunterricht
der Primarstufe thematisiert werden?
Kann und sollte das Internet im
herkömmlichen Sprachunterricht in der Grundschule eingesetzt
werden?
Welche Konsequenzen ergeben sich durch
das Internet für die zukünftige Didaktik der deutschen
Sprache im Primarunterricht?
Ich hoffe dies wird mir in den nun
folgenden Kapiteln gelingen.
zurück zum
Inhaltsverzeichnis
ÑDer Computer wird die Schule
und ihren Auftrag verändern, gleich ob sie sich auf ihn
einläßt oder nicht. Sie wird sich vermutlich um so mehr
ändern, je weniger sie sich mit ihm befaßtì (Hentig
1993, S. 34).
Mit diesem Satz leitet Hartmut von
Hentig das Kapitel ÑComputerì in seinem Buch
ÑDie Schule neu denkenì ein. Ihm war damals wohl noch
nicht bewußt, wie tiefgreifend die von ihm angesprochenen
Veränderungen sein würden. Denn damals steckte das World
Wide Web und mit ihm das Internet quasi noch in den Kinderschuhen,
zwei Einrichtungen, die wohl eine ähnliche Auswirkung auf die
Gesellschaft haben werden wie die Erfindung des Buchdrucks oder des
Telefons. Damals beschäftigten sich nur einige wenige engagierte
Lehrer mit der möglichen Nutzung von Mailboxen für die
pädagogische Arbeit.
Nur 5 Jahre später ist die
Auseinandersetzung um die Frage ÑSchulen ans Netz?ì
voll entbrannt. Von der Wirtschaft wie von staatlicher Seite massiv
gefördert, sind inzwischen eine umfangreiche Bundesinitiative
gleichen Namens sowie zahlreiche Länderinitiativen und
unzählige kleine Projekte entstanden, die sich dieser Aufgabe
verschrieben haben.
Dabei werden die Auswirkungen, die das
Internet auf Schule und Bildung haben wird, noch extrem
unterschiedlich eingestuft.
Einige prophezeien, daß
Ñdas aus Information generierte Wissen [...] in
Zukunft prinzipiell für jeden, zu jeder Zeit und an jedem Ort
zugänglich seinì (Rüttgers) wird und alternative
Medienpädagogen sehen endlich die schon in den siebziger Jahren
angemahnte ÑHerstellung eines Kommunikationsnetzesì
(Hickethier, S. 136) in dem sich jedermann der ÑMedien zur
eigenen Artikulationì bedienen kannì (ebd.) in
greifbarer Nähe. Die Technikpessimisten verfallen dagegen wieder
einmal in eine ÑJetzt geht die Welt zugrundeì (vgl.
Faulstich) Stimmung.
Die Vorbehalte gegenüber dem
Internet dürften vor allem dadurch begründet sein,
daß ein Zugang zu ihm nur durch Computer möglich ist.
Geräte, die nach Meinung einiger nichts in der Schule und schon
gar nicht in der Grundschule verloren haben. ÑBei welchem
anderen Thema, das die Grundschule betraf, sahen sich Pädagogen
und Psychologen jemals einem solchen Kreuzverhör
ausgesetzt?ì (Mitzlaff 1996, S. 10) klagt beispielsweise
Hartmut Mitzlaff in seinem ÑHandbuch Grundschule und
Computerì. Dabei zeigen Erfahrungsberichte über den
Einsatz von Computern in der Grundschule, Ñwelch großes
Interesse Grundschüler dem Computer entgegenbringenì
(Arenhövel, S. 49). Grundschüler finden hiernach
Ñohne Schwierigkeiten Zugang zu dieser neuen
Technologieì (ebd.). Moderne Anwendungsprogramme sind
Ñdurch ihre grafischen Benutzeroberflächen und die Maus-
Steuerung so bedienerfreundlich geworden, dass selbst kleine Kinder
schnell begreifen, welche Anwendung zu welchem Ergebnis
führtì (Büttner, S. 7). Computer
überfordern die Kleinen mitnichten.
Auch werden Kinder durch den
Computereinsatz in der Grundschule nicht automatisch auf dieses
Gerät Ñkonditioniertì (Hentig 1997) wie einige
meinen. ÑGrundschüler erobern den Computer rasch als ein
situativ zu nutzendes Werkzeug, das in Klassen, die bereits
länger mit ihm arbeiten, längst nichts Sensationelles mehr
besitzt, sondern alltäglich geworden istì (Mitzlaff 1996,
S. 26).
Die Frage, ob Kinder angemessen mit
Computern umgehen können, scheint durch die Erfahrungen der
Grundschulen die sich mit dieser Thematik befassen, bereits
geklärt.
Doch werden sie auch mit dem Internet
umgehen können? Und ist dies pädagogisch und didaktisch
überhaupt sinnvoll?
Zunächst ist zu erkunden, welche
Möglichkeiten der Nutzung das Internet den Kinder eröffnet,
inwieweit sie bereits heute im Netz aktiv sind, welche Entwicklungen
sich wohl in Zukunft auf diesem Sektor ergeben, ob und wenn ja wie
das Internet im Primarunterricht hilfreich sein kann.
Ignorieren darf die Grundschuldidaktik
das Internet keinesfalls. Besonders die Deutschdidaktik ist
gefordert. Wird doch in der aktuellen Diskussion um die
Medienpädagogik immer deutlicher, daß angesichts der
Ñgroßen kulturellen Veränderungen, in denen wir
stehen, [...] [der Deutschunterricht] diejenigen
kommunikativen Formen bewußt machen [muß], die
das öffentliche und das private Leben bestimmen und
bewußtseinsprägend sindì (Erlinger, S. 9). Für
das Internet gilt, wie bereits für die oft im Unterricht
unterschlagenen Medien Fernsehen und Computer:
ÑWenn man also mit Recht den
Nicht- Druckmedien einen wachsenden Einfluß auf die kulturelle
Alltagspraxis von Kindern und Erwachsenen zuschreibt, wenn es ein
wichtiges pädagogisches Ziel der Grundschule ist, die Kinder mit
ihren kulturellen und sozialen Erfahrungen ernst zu nehmen und den
Unterricht quer durch die einzelnen Fächer so zu gestalten ,
daß sie darin ihre Erfahrungen möglichst mit allen Sinnen
thematisieren und bearbeiten und dabei neue Erfahrungen machen
können, dann ist die regelmäßige Thematisierung von
Medienerfahrungen vom ersten Schuljahr an zwingend geboten. Und zwar
nicht nur als (selten stattfindende, häufig unverbindliche)
fächerübergreifende Projektarbeit, sondern als fester
Bestandteil des Faches Deutsch: als Literatur und
Medienunterrichtì (Bauer 1998 c, S. 226).
Die Frage ÑWarum?ì man
sich mit dem Internet in der Deutschdidaktik der Primarstufe befassen
muß, scheint geklärt.
Um die Frage nach dem
ÑWie?ì der Thematisierung zu lösen, muß aber
zunächst untersucht werden: Wie funktioniert das Internet? Was
sind die Anwendungsmöglichkeiten? Wie unterscheiden sich diese
von herkömmlichen Medien? Gibt es bereits für Kinder
spezielle Angebote? Wie kann man diese bewerten? Was sind ihre
besonderen Merkmale? Inwieweit gestalten Kinder das Internet mit?
Welche Einsatzmöglichkeiten bietet das Internet im
herkömmlichen Schulunterricht? Wie können sie diesen
fördern? Inwieweit verändert das Internet Schreiben und
Lesen? Welche Entwicklungen sind in Zukunft zu erwarten?
Im Kapitel 2 werde ich mich deshalb mit
der Geschichte und den technischen Grundlagen des Internets befassen.
Dies ist nötig, um Einblicke in die Potentiale und Gefahren, die
sich hier für Kinder und den Schulunterricht ergeben, zu
erkennen. So ist es beispielsweise nötig, die verschiedenen
Internetdienste getrennt zu betrachten, da ihre unterschiedlichen
Aufgaben und technischen Möglichkeiten sie für
unterschiedliche Formen der Kommunikation
prädestinieren.
In Kapitel 3 gebe ich dann eine
Bestandsaufnahme typischer Internetangebote für Kinder, wie sie
sich im Zeitraum August bis September 1998 präsentieren. Ich
versuche hier außerdem Kategorien für die einzelnen
Angebote zu entwickeln und einen Bewertungskatalog aufzustellen.
Außerdem werden Beiträge von Schulen und einzelnen Kindern
im Grundschulalter vorgestellt.
Im Kapitel 4 sollen dann die
Perspektiven folgen, die das Internet bereits heute für den
Unterricht in der Primarstufe bietet und jenen die sich aus einem
weiteren Vordringen des Internets ergeben.
Im Kapitel 5 gehe ich nochmals auf die
wichtigsten Kritikpunkte an der Nutzung des Internets in der
Primarstufe ein und gebe ein abschließendes Fazit.
Das Internet verdankt seine Existenz
dem US- Verteidigungsministerium. 1969 wurden verschiedene
militärisch genutzte Computer durch das ARPANET (Advanced
Research Project Agency Network) verbunden. Ziel war es ein Netzwerk
zu schaffen, das auch nach Zerstörung einzelner Knotenpunkte
durch Feindeinwirkung den Informationsaustausch zwischen
verschiedenen Dienststellen gewährleistet. Diese Konzeption
hatte direkten Einfluß auf die Funktionsweise des Netzes. Es
wurde, anders als reguläre Computernetze, nicht hierarchisch
organisiert. Diese Grundstruktur hat auch heute noch ihre
Nachwirkungen. Daten im Internet werden mittels des TCP/IP Protokolls
übertragen. Dabei werden die zu übermittelnden Daten in
kleine Pakete zerlegt. Die einzelnen Pakete werden auf dem momentan
günstigsten Weg zum Empfänger geschickt und dort wieder
zusammengesetzt. Welchen Weg die Dateien nehmen und über welche
Rechner sie verschickt werden, kann nicht vorhergesagt und kaum
nachvollzogen werden. So es ist es nur schwer möglich, bestimmte
Inhalte aus dem Netz zu filtern oder deren Einspeisung ins Netz zu
verhindern. Dies hat natürlich Konsequenzen, beispielsweise
für den Jugendschutz.
Neben dem Militär wurden
später auch zunehmend universitäre Forschungseinrichtungen
an das Netzwerk angeschlossen. In den achtziger Jahren wurde das
National Science Foundation Network (NFSNET) eingerichtet. 1983
spaltete sich das Military Network (MILNET) vom Internet ab. Damit
war zunächst ein rein wissenschaftliches Netzwerk entstanden.
Durch die Einführung der Heim- und Personalcomputer konnten die
Nutzer zunehmend von zu Hause aus auf das Internet zugreifen. Es
wurde von nun an immer öfter für private Zwecke
(Privatpost, Hobbydiskussionsforen) genutzt.
1989 wurde am Europäischen
Kernforschungszentrum in Genf (CERN: Centre Européen de la
Recherce Nucléaire) ein neuer Internetdienst entwickelt. Das
sogenannte World Wide Web (WWW) ermöglichte es, Texte frei
zugänglich abzulegen und diese mit Texten auf anderen Computern
des WWW zu verknüpfen. Hierzu wurde HTML (Hypertext Markup
Language) genutzt. Diese Textbeschreibungssprache machte es sehr
einfach, Bilder oder Verweise auf andere Dokumente in den Text
einzubinden. Mittels grafischer Benutzeroberflächen zum Lesen
von HTML-Texten (Browser) wurde es sehr einfach auf HTML- Dokumente
im WWW zuzugreifen und den Verknüpfungen (Hyperlinks) zu wieder
anderen Dokumenten zu folgen. War das WWW eigentlich als
universitäres Instrument zur ÑVernetzungì
wissenschaftlicher Texte gedacht, so verhalf es nun dem Internet
endgültig zum Durchbruch bei der privaten Nutzung. Auch Kindern
ist es leicht möglich das WWW zu nutzen, da sich moderne Browser
sehr einfach bedienen lassen und WWW-Dokumente häufig durch
grafische Navigationselemente die Orientierung
erleichtern.
Neben dem Internet existierten noch
immer zahlreiche andere Computernetze sowie Mailboxen. Zunehmend
werden diese aber ins Internet integriert. Ein Beispiel hierfür
wären die großen Online- Dienste wie T-Online, AOL oder
Compuserve, die ihren Mitgliedern den Zugriff auf das Internet
ermöglichen oder eigene Dienste vom World Wide Web aus
zugänglich machen. Auch viele Mailboxen sind heute über das
Internet erreichbar.
Das Internet ist somit zu einem
Instrument geworden, mit dem der weltweite Austausch von Daten und
Informationen in sehr kurzer Zeit und sehr einfach möglich
ist.
Der Zugriffs aufs Internet kann
über verschiedene Wege erfolgen.
Am einfachsten ist der Zugang dann, wenn
man sich an einem Rechner befindet, der bereits über ein lokales
Netzwerk (LAN: Local Area Network) mit dem Internet verbunden ist.
Beispiele für solche Netzwerke sind die Computernetze der
Universitäten. Über deren Leitungen können die Nutzer
auf die Internetserver der Hochschulrechenzentren zugreifen. Zwar ist
hier ein sehr hoher Aufwand zur Aufrechterhaltung der Netzstruktur
nötig, dieser Zugang hat aber einige Vorteile. So ist die
Geschwindigkeit der Datenübertragung höher, und es fallen
auch keine zeitabhängigen Gebühren an. Anders bei der
Alternative: dem Zugriff aufs Internet über das
Telefonnetz.
Der Zugriff über das Telefonnetz
auf das Internet erfolgt mittels eines Modems (Modulator
Demodulator), das akustische in digitale Signale umwandelt und
umgekehrt, oder mittels ISDN (Integrated Services Digital Network).
Ein Modem oder eine ISDN- Karte ermöglichen es, einen
handelsüblichen PC mit einem Einwahlknoten zu verbinden und
Daten aus dem Internet abzurufen oder ins Internet
einzuspeisen.
Einwahlknoten werden beispielsweise von
den Hochschulrechenzentren zur Verfügung gestellt. Nutzer sind
hier Universitätsangehörige oder Studierende.
Privatleute erhalten Zugang zum Internet
durch Internetprovider, dies sind Firmen, die Einwahlknoten gegen
Entgelt zur Verfügung stellen. Außerdem ermöglichen
es die meisten großen Online- Dienste ihren Kunden über
das firmeneigene Netz auch auf das Internet zuzugreifen. Es gibt auch
Vereine, die Einwahlknoten für ihre Mitglieder
betreiben.
Der Anschluß von Schulen an das
Internet wird durch viele unterschiedliche Initiativen
gefördert. Dementsprechend divergieren auch die
Möglichkeiten, wie eine Schule Zugang zum Internet erlangen
kann. Beispielsweise besteht seit August 1998 die Möglichkeit,
sich bundesweit zu einem einheitlichen Tarif von 0,07 Pfennig die
Minute (von 9.00- 21.00 Uhr) in das deutsche Forschungsnetz
einzuwählen. Bis zum Jahr 2000 ist dieser WINShuttle genannte
Dienst des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) für Schulen
kostenlos.
Hier kommen wir aber schon zu einem der
größten Hindernisse für den Internetzugang. Da in der
Regel über das Telefonnetz auf das Internet zugegriffen werden
muß, fallen Telefongebühren an. In einer Internet- Umfrage
im Frühjahr 1998 gaben 74% der befragten Nutzer an, daß
sie Ñzu hohe Telefongebührenì für eines der
größten Probleme bei der Internetnutzung hielten (vgl.
Fittkau&Maaß). Besonders für Kinder und Jugendliche
hat dies Konsequenzen, da sie kaum die günstigen Nachttarife (ab
21.00 Uhr) zum ÑInternetsurfenì nutzen können.
Hinzu kommen zeitabhängige oder Pauschalgebühren der
Internetprovider oder Online- Dienste. Der Zugang zum Internet
verursacht somit nicht zu unterschätzende Kosten. Ob sein
Einsatz in der Schule oder in der Freizeit der Kinder sinnvoll ist,
wird von Eltern wie Pädagogen deshalb doppelt kritisch
betrachtet.
Will man verstehen, wie sich das Internet nutzen läßt, muß man sorgfältig die einzelnen Dienste auseinanderhalten, die es neben dem Basisdienst der Datenübertragung bietet. Angesprochen werden in dieser Arbeit: FTP, E-Mail, News, IRC, Telnet und WWW, da sie zu den heute am meisten gebrauchten Diensten gehören
FTP (File Transfer Protokoll)
bedeutet Dateiübertragungsprotokoll.
Dieses Protokoll ermöglicht den schnellen Austausch großer Dateien zwischen Computern mit unterschiedlichen Betriebssysteme. Der Benutzer kann mit Hilfe von FTP- Programmen auf einen FTP- Server zugreifen. Er kann dann Daten, die für ihn freigegeben sind, auf seinen Rechner laden.
FTP ermöglicht die
Übertragung jeglicher Art von Daten, welche in digitaler Form
auf einem FTP- Server liegen. Es kann somit der Verbreitung von
Programmen, größeren Textdateien, digitalen Videos etc.
dienen.
Da FTP- Programme heute ähnlich
einfach wie Dateiverwaltungsprogramme grafisch orientierter
Betriebssysteme zu bedienen sind, ist deren Handhabung
Ñkinderleichtì. Man muß lediglich die Adresse des
anzuwählenden Servers oder den Standort der gewünschten
Datei eingeben und den sogenannten Download (das Herunterladen) auf
Knopfdruck starten. Häufig findet man die Adressen von FTP-
Dateien im WWW. Da moderne WWW- Browser das FTP- Protokoll
beherrschen, fällt dem Nutzer gar nicht auf, daß er hier
einen anderen Internetdienst nutzt.
Kinder könnten sich so
beispielsweise mit kostenlosen Shareware- Programmen oder digitalen
Unterrichtsmaterialien von Schulservern versorgen.
E-Mail (Electronic Mail) ist der Name
für eine Art elektronischer Post im Internet.
Mit Hilfe von E-Mail werden
Nachrichten über das Internet ausgetauscht. Die Post wird dabei
vom Server des E-Mail Absenders an den Mailserver des Empfängers
weitergeleitet. Alle Teilnehmer haben hierzu eine weltweit einmalige
E-Mail Adresse. Greift ein Nutzer auf seinen Mailserver zu, kann er
seinen elektronischen Postkasten öffnen und Nachrichten für
sich auf seinen Computer laden. An E-Mails können auch Dateien
angehängt werden, so daß sich dieser Dienst nicht nur
für die Übersendung von reinem Text eignet.
E-Mails können sehr leicht an
mehrere Absender gleichzeitig verschickt werden. Dies macht es
möglich, diesen Dienst zur schnellen
Informationsübermittlung an große Gruppen zu nutzen. Es
ist möglich sogenannte Newsletter zu erstellen. Eine Nachricht
kann so als digitales Flugblatt an unzählige Empfänger
gehen.
Eine andere Form der digitalen
Vervielfältigung von Nachrichten stellen Mailinglisten dar. Wer
sich einer solchen Liste anschließt, wird in einen
E-Mailverteiler aufgenommen. Dieser Verteiler leitet eine Nachricht
an eine bestimmte E-Mail- Adresse an alle eingetragenen Benutzer
weiter. Mittels dieser Mailinglisten lassen sich so raum- und
zeitunabhängig Diskussionen zu einem bestimmten Thema
führen. Benutzer mit ähnlichen Interessen können ihre
Meinungen austauschen und andere um Rat fragen.
Die Vorteile von E-Mails
gegenüber herkömmlichen Briefen liegen vor allem in der
hohen Zustellgeschwindigkeit und den niedrigen Kosten. Der weltweite
Versand dauert oft nur Sekunden und auch die Telefongebühren
für das Hochladen einer Nachricht auf den Mailserver betragen
nur Pfennige. Besonders wenn man mehrere Empfänger gleichzeitig
erreichen will, kommen diese Vorteile zum Tragen.
Auch E-Mail Programme lassen sich
heutzutage sehr einfach bedienen. Einen Brief auf einem Computer zu
tippen, sollte Kindern bei entsprechender Übung keine
größeren Probleme bereiten. Sie könnten durch E-Mail
Kontakt zu Kindern in anderen Städten oder gar Ländern
aufnehmen. Da der Versand von E-Mails wenig kostet, sprechen keine
hohen Portogebühren gegen diese Form der Kommunikation. Da die
Post außerdem sehr schnell beim Empfänger ist, ist auch
eine Rückantwort früher möglich. Kinder erhalten so
ein unmittelbareres Feedback auf ihre
Schreibtätigkeit.
E-Mails wären in der Schule
überall dort einsetzbar, wo auch heute schon Briefe geschrieben
werden. Beispielsweise bei Partnerschaften von Schulklassen. Hier
können sie herkömmliche Briefe ersetzen, den Austausch von
Nachrichten beschleunigen und zusätzlich Porto
sparen.
Durch das Abonnement von Newslettern
können sie sich über Themen, welche sie interessieren,
informieren.
Newsletter können auch im
Unterricht erstellt werden. So lassen sich Informationen, die im
Unterricht gewonnen werden, aus der Schule heraus tragen.
Empfänger könnten beispielsweise Arbeitsgruppen an anderen
Schulen sein.
Die Nutzung von Mailinglisten kann es
Kindern ermöglichen, mit anderen in Kontakt zu treten. Sie
können sich hier mitteilen, mit anderen diskutieren oder um Rat
fragen. Dadurch können sie Erfahrungen mit zeit- und
ortsunabhängiger Kommunikation machen. Schriftliche
Kommunikation kann somit als Erweiterung der (meist) zeit- und
ortsgebundenen mündlichen Kommunikation erfahren
werden.
News oder Newsgroups stellen digitale
schwarze Bretter dar.
Das Usenet mit seinen Nachrichtenservern
ist technisch und organisatorisch betrachtet kein Bestandteil des
Internet. Da sich für die Nutzung durch Kinder hieraus aber
keine wesentlichen Konsequenzen ergeben, soll auf diese Besonderheit
nicht weiter eingegangen werden.
Newsgroups gleichen weltweiten
Anschlagbrettern. Per E-Mail lassen sich Nachrichten auf einem
Newsserver, in einer der thematisch gegliederten Newsgroups, ablegen.
Der Newsserver leitet diese Nachrichten an die anderen Server weiter.
Dadurch wird gewährleistet, daß eine Newsgroup weltweit
die gleichen Nachrichten enthält. Ein anderer Nutzer kann auf
diese Nachrichten antworten, indem er wiederum an seinen Newsserver
eine Antwort schickt, welche dieser ebenfalls weltweit
verbreitet.
Das Lesen und Schreiben von News erfolgt
mittels spezieller Programme, sogenannter Newsreader oder durch
Benutzung moderner Browser.
Mehr als 10.000 Newsgroups existieren
weltweit. Neue Newsgroups werden durch ein festgelegtes
Abstimmungsverfahren gegründet. So kann man eine Newsgroup zu
einem Thema gründen, welches man bei den bisherigen Gruppen
vermißt. Die Newsgroups sind hierarchisch in die
Themenfelder:
news.: Nachrichten
comp.: Computer
sci.: Wissenschaft
soc.: Politik und Kultur
rec.: Freizeit
talk.: kontroverse Diskussion
misc.: Verschiedenes
aufgegliedert. Unter der Rubrik
Ñalt.ì ist es möglich sehr viel einfacher neue
Newsgroups zu gründen. Die Ñalt.ì (alternative)
Hierarchie unterliegt nicht den strengen Regeln anderer
Newsgroups.
Unter der Hierarchie Ñde.ì
werden rein deutschsprachige Newsgroups geführt. Aber auch in
den anderen Hierarchien finden sich Gruppen mit rein
deutschsprachigen Beiträgen.
Die Beiträge der Nutzer fallen je
nach Newsgroup sehr unterschiedlich aus. Während in manchen eine
sehr förmliche Atmosphäre herrscht, werden vor allem in den
alt.-Foren zwanglose Diskussionen geführt. Die Beiträge
ähneln mehr mündlichen Äußerungen als
schriftlichen ÑLeserbriefenì. Sogar Mimik wird
teilweise imitiert. So werden Sätze durch sogenannte Emoticons
ergänzt. Beispiele für Emoticons:
:-) lachendes
Gesicht
:-( trauriges
Gesicht
;-)
Augenzwinkern
Diese Zeichenfolgen werden
Ñlesbarì, wenn man den Kopf um 90 Grad nach links
dreht.
Antworten auf Beiträge können
entweder direkt an die Newsgroup oder als E-Mail an den Verfasser
geschickt werden.
Es ist auch möglich, Dateien in
Newsgroups abzulegen und so Bilder, Programme, Audioaufnahmen etc.
einem breiten Publikum zur Verfügung zu stellen.
Newsreader bzw. die Newsfunktionen
moderner Browser sind aufgrund ihrer grafischen
Benutzeroberflächen sehr einfach zu bedienen. Auch Kinder
können durch Eingabe von Stichwörtern nach Gruppen suchen,
deren Thema für sie interessant klingt.
Zwar enthalten die meisten Newsgroups
nur Nachrichten in englischer Sprache, es existieren aber bereits
etliche Gruppen, in denen hauptsächlich deutschsprachige Artikel
erscheinen.
Das Verfassen eines Beitrags zu einer
Newsgroup unterscheidet sich kaum vom Schreiben einer E-Mail. Kinder
haben hier die einzigartige Möglichkeit, mit ihren
selbstverfaßten Texten ein sehr großes, weltweites
Publikum zu erreichen. Sie können hier Schrift zur direkten
Kommunikation mit Menschen nutzen, welche ähnliche Interessen
haben.
Die Leichtigkeit mit der Beiträge
an Newsgroups gesendet werden können, bereitet aber auch
Probleme. So ist nicht gewährleistet, daß eine Gruppe auch
wirklich nur thematisch relevante Nachrichten enthält. Besonders
im Hinblick auf den Jugendschutz bereitet dies Probleme. So versenden
beispielsweise die Anbieter von Telefonsex und Pornographie im WWW
häufig ÑWerbungì ungefragt an sämtliche
Newsgroups. Besonders in den alt.- Gruppen, in denen die
Beiträge nicht durch Moderatoren gefiltert werden, ist dies ein
Ärgernis. Auch nutzen manche User die scheinbare Anonymität
unpersönlicher E-Mail Adressen, um Beleidigungen oder sexuell
anstößige Beiträge zu verbreiten.
Da man sich alle Newsgroups auflisten
lassen kann, können Kinder auch ohne gezielte Suche danach auf
Foren stoßen, welche nicht altersgemäße
Beiträge sexueller oder extremistischer Natur
enthalten.
An dieser Stelle soll nicht das Problem
diskutiert werden ob es pädagogisch sinnvoll ist Kinder vor
solchem Material zu schützen. Es soll lediglich darauf
aufmerksam gemacht werden, daß Kinder bei unkontrolliertem
Zugang zum Usenet auf solche Beiträge stoßen werden.
Eltern und Pädagogen müssen diese Tatsache in ihre
Überlegungen einfließen lassen.
Für den schulischen Einsatz eignen
sich moderierte Newsgroups am ehesten. Unter der Hierarchie schule.
finden sich bereits zahlreiche Gruppen zum Thema Schule, die jedoch
noch in erster Linie zur Kommunikation innerhalb der Lehrerschaft
dienen.
IRC (Internet Relay Chat) ist ein Ñtextbasierter synchroner Kommunikationsdienstì (Döring, S.314).
In einem sogenannten Chat ist es
möglich fast gleichzeitig zu kommunizieren. Gibt ein Teilnehmer
per Tastatur Beiträge ein und sendet sie an den Chat,
können sie von allen anderen Teilnehmern weltweit innerhalb von
Sekundenbruchteilen gelesen werden.
Der Internet Relay Chat ist ein Dienst,
in dem zahlreiche IRC- Server weltweit die Daten dieser
Gespräche austauschen. Hat ein Benutzer die Verbindung zu einem
IRC- Server hergestellt, wählt er einen sogenannten Nickname
(engl.: Spitzname). Der Nickname dient der Kontaktaufnahme und
Identifizierung durch andere Benutzer. Danach kann der IRC- Nutzer
verschiedenen Chats beitreten oder einen eigenen Chat eröffnen.
Hierzu werden verschiedene Channels (englisch: Kanäle)
geführt. Im IRC werden Tausende verschiedener Channels
gleichzeitig verwaltet. IRC ermöglicht zahlreiche Optionen. So
kann der Operator (im Regelfall der Nutzer, welcher einen Kanal
eröffnete) den Zugang zu einem Channel beschränken, ein
Thema im Channel vorgeben, Teilnehmer vom Kanal ausschließen
etc. IRC ermöglicht auch die direkte Verbindung zwischen zwei
Benutzern und das Austauschen von Dateien. Außerdem ist es
über sogenannte ÑBotsì (selbstlaufende Programme)
möglich vorgefertigte Texte zu verbreiten, Kanäle dauerhaft
zu öffnen usw.
Der Sprachgebrauch im IRC ist meist an
die mündliche Umgangssprache angelehnt. Mimik und Gestik der
Face-to-Face Kommunikation werden durch Emoticons ersetzt. Um die
Schreibgeschwindigkeit zu erhöhen, wird oft auf korrekte
Rechtschreibung verzichtet. Häufig gebrauchte Floskeln werden
durch Abkürzungen ersetzt.
Im IRC wird in den verschiedensten
Sprachen kommuniziert. Am Namen des Channels sowie an der
dazugehörigen Themenbeschreibung kann man meist erkennen, in
welcher Sprache dort gechattet wird. Es gibt zahlreiche Kanäle,
in denen die Kommunikation nur in deutscher Sprache
erfolgt.
Die große Masse der Nutzer setzt
IRC Ñals Freizeitmedium zum Plaudern über belanglose
Themen einì (Fasching, S. 29). Aber auch wissenschaftliche
Diskussionen können über IRC geführt werden. Vorteil
ist hier, Ñautomatisch eine vollständiges Transkript der
Sitzung erstellenì (Döring, S. 314) zu
können.
Die Entwicklung einfach zu
bedienender IRC- Programme ermöglicht heute eine Nutzung, ohne
Befehle auswendig lernen zu müssen. So können Kinder auf
Knopfdruck nach bestehenden Channels suchen oder eigene
eröffnen.
Der Sprachgebrauch im IRC ist für
Neulinge zwar zunächst Ñverwirrendì (Döring,
S. 314). Dies hängt aber auch von der Anzahl und der
ÑGeübtheitì der Teilnehmer eines Channels ab.
Schreiben nur wenige Personen gleichzeitig und verzichten diese auf
die im IRC üblichen Akronyme, dürften auch Kinder mit noch
nicht perfekten Lesefähigkeiten die Möglichkeit haben,
einer ÑUnterhaltungì zu folgen.
Ähnlich dem Schreiben von E-Mails
oder Beiträgen zu Newsgroups können Kinder hier durch
Schrift mit anderen kommunizieren. Die Rückmeldung auf ihre
Schrifteingaben erfolgen jedoch noch viel schneller. Die mitteilende
Funktion von Schrift kann so in Echtzeit erfahren werden.
Schulische Einsätze von IRC
wären denkbar, um beispielsweise E-Mail Partnerschaften mit
anderen Schulen lebendiger werden zu lassen. Die Schüler
könnten mit Kindern ihrer Partnerklassen direkte
ÑGesprächeì führen, was ansonsten nur unter
hohen Telefonkosten möglich wäre.
IRC hat aber durch seine Offenheit
ähnlich wie Newsgroups den Nachteil, daß einige Channels
zu den Ñschmuddeligsten Eckenì im Internet
gehören. Auch hier ist es jederzeit möglich, daß
Kinder durch aufrufen von Listen der Kanäle auf Foren
stoßen in denen über sexuell anstößige oder
ähnlich potentiell Ñdesorientierendeì Themen
geredet wird. Die Tatsache, daß zwischen den Teilnehmern
mancher Chats pornographisches Bildmaterial ausgetauscht wird und so
auch in die Hände von Kindern gelangen kann, muß in
pädagogische Überlegungen zum Einsatz von IRC einbezogen
werden.
Da viele Teilnehmer IRC als reines
Freizeitvergnügen betrachten, muß außerdem immer mit
Störungen durch Nutzer gerechnet werden, welche das
Überfluten der Chats mit sinnlosen Texten, das Beleidigen
anderer Teilnehmer oder das unaufgeforderte Zusenden
anstößiger Bilder für besonders unterhaltsam
halten.
Telnet ermöglicht den direkten Zugriff auf einen entfernten Rechner.
Telnet stellt eine Verbindung zu einem entfernten Rechner her und ermöglicht es diesem Befehle zu erteilen, als hätte man lokalen Zugriff. Telnet bietet die Möglichkeit, Ñauf einem fremden Rechner Anwendungsprogramme zu nutzen, die auf einem eigenen Rechner nicht vorhanden oder nicht lauffähig sindì (Perrochon, S. 22). So können beispielsweise Datenbanken abgefragt werden, ohne die Software für die Abfrage auf dem eigenen Computer installieren zu müßen.
Neben dem Zugriff auf Datenbanken,
beispielsweise auf Bibliothekskataloge, dürfte die
interessanteste Nutzungsmöglichkeit für Telnet in den
sogenannten MUDs liegen. MUD (Multi User Dungeon) bedeutet
wörtlich ÑVerlies für mehrere Benutzerì. Der
Name stammt aus dem Englischen und beruht darauf, daß MUDs bis
heute hauptsächlich zur Simulation von Fantasywelten genutzt
wurden. MUDs sind Ñinteraktive, textbasierte
Spielumgebungenì (Döring, S. 314). Benutzer eines solchen
MUDs erhalten vom Computer eine Beschreibung ihrer
ÑUmgebungì. So lesen sie im Text beispielsweise,
daß sie sich in einem Raum mit einer Truhe und einer Tür
nach Westen befinden. Durch die Eingabe von Befehlen wie Ñgehe
Westì oder Ñöffne Truheì verändern sie
ihre ÑUmgebungì. Der Computer gibt ihnen dann einen
neuen Text mit der Beschreibung der durch die Befehle
ausgelösten ÑGeschehnisseì und dem neuen
ÑZustandì des ÑRaumesì, in dem sich der
Nutzer befindet. Der besondere Reiz eines solchen MUDs ist
natürlich die Interaktion mit anderen
ÑMitspielernì im gleichen MUD.
Der pädagogische und didaktische
Einsatz von MUDs wird im anglo- amerikanischen Raum schon länger
erprobt (vgl. Döring, S. 315).
Das World Wide Web besteht aus
unzähligen Hypertextdokumenten, die auf WWW- Servern
zugänglich und untereinander durch sogenannte Hyperlinks
miteinander verknüpft sind.
Das WWW hat maßgeblich zum Erfolg
des Internet beigetragen und ist heute fast zum Synonym für das
Internet geworden. Es stellt auch eine Ñintegrative
Plattformì (Dobal, S. 105) für andere Dienste dar. Im
Rahmen dieser Arbeit wird diesem Teilbereich des Internet deshalb
besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Das World Wide Web funktioniert nach
dem ÑClient- Server Modellì (vgl. Hughes, S. 201). Die
sogenannte Client- Software des Benutzers baut über das Internet
eine Verbindung zu einem Webserver auf und kann von dort Dokumente
anfordern. Diese sind in der HTML (Hypertext Markup Language)
geschrieben. HTML ist eine Textbeschreibungssprache, die es
ermöglicht, bestimmte Stellen des Textes mit anderen Dokumenten
zu verknüpfen. Moderne Formen der WWW- Client- Software (genannt
Browser) ermöglichen es menügeführt HTML- Dokumente zu
lesen. Verknüpfungen im Text werden vom Browser durch farbige
Darstellung bzw. Unterstreichen gekennzeichnet. Durch einfachen
Mausklick auf einen so markierten Hyperlink ist es möglich, das
verknüpfte Dokument abzurufen.
Die Übertragung von Dokumenten aus
dem World Wide Web wird durch das Protokoll HTTP (Hyper Text Transfer
Protocol) geregelt. Es ermöglicht den Zugriff auf jedes
freigegebene WWW- Dokument weltweit. Hierfür wird jede Datei im
World Wide Web mit einer Adresse, einer sogenannten URL (Uniform
Ressource Locator), versehen.
Die Möglichkeiten, welche HTML in
Verbindung mit modernen Browsern bietet, gehen aber weit über
das Verknüpfen mit anderen HTML- Dokumenten hinaus. So
können Grafiken in den Text eingebunden werden. Browser sind
durch zusätzliche Programme sogenannte Plug-ins erweiterbar. Es
ist dann beispielsweise möglich Audio- oder Videodateien, die
mit dem Dokument verknüpft sind, direkt darzustellen.
Da moderne Browser meist auch über
E-Mail- Programme oder Newsreader verfügen, können auch
diese Dienste gleichsam in das WWW integriert werden. Im Dokument
können so Textstellen beispielsweise mit E-Mail Adressen
verknüpft werden. Ein Mausklick auf einen markierten Textteil
ruft automatisch das E-Mail Programm auf und der Nutzer kann eine
E-Mail an die mit dem Text verknüpfte Adresse
schreiben.
HTML kann auch durch andere
Computersprachen wie Java und Javascript ergänzt werden und so
zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten, die früher Telnet oder
IRC vorbehalten waren, im World Wide Web ermöglichen.
Diese vielfältigen Optionen haben,
zusammen mit der einfachen Bedienbarkeit vom modernen Browsern, zur
Popularität des WWW und damit zum Durchbruch des Internet
beigetragen.
Mit dem WWW zeichnet sich aber auch
eine Veränderung ab, die weitreichende Folgen für die
Rezeption, Produktion und Publikation von Texten haben wird. Dies
liegt ebenfalls in seiner Geschichte und Struktur
begründet.
Das World Wide Web wurde 1989 am CERN in
Genf entwickelt um Ñes als effiziente Form des
Informationssharings innerhalb der Organisation zu verwendenì
(Hughes, S. 200). Ziel war die Schaffung eines ÑNetzes mit
Informationsknoten, und nicht mit hierarchischen Bäumen und
geordneten Listenì (ebd.). Das Konzept des Hypertextes bot
sich hier an. Dadurch wurde es möglich, Ñeinzelne, in
sich abgeschlossene Texte zu einem neuen Text (oder vielleicht
wäre es besser von einer Textwelt zu sprechen) zu
verknüpfenì (Winter, S. 38). Da die ÑEinfachheit
und Effektivität von HTMLì (Döring, S.318) das
Erstellen von Dokumenten für das WWW (auch Webseiten genannt)
sehr erleichtert, schwoll die Zahl der miteinander verknüpften
Dokumente schnell stark an. Wenn man das von Winter benutzte Bild
übernehmen will und es auf die vernetzten Seiten des WWW
überträgt, läßt sich das WWW auch als ein
einziger Text beziehungsweise eine einzige neue
ÑTextweltì denken. Bedenkt man nun die gigantische
Summe der einzelnen Dokumente, die im WWW miteinander verknüpft
sind, Schätzungen sprechen von 320 Millionen Seiten im
Frühjahr 1998 (vgl. Glave), und die Tatsache, daß diese
Textwelt durch Beiträge unzähliger Autoren ständig in
Veränderung begriffen ist, wird klar, daß das World Wide
Web neuartige Anforderungen an die Nutzer dieses
Kommunikationsmittels stellt.
Bei der Rezeption von WWW- Dokumenten
hat der Benutzer verschiedene Möglichkeiten. Er kann mit einem
ihm schon bekannten Dokument beginnen und sich anhand der Hyperlinks
mit der Rezeption von anderen Dokumenten fortfahren. Dieses Vorgehen
ähnelt dem Suchen von Informationen in herkömmlicher
Literatur, bei dem sich der Leser anhand von Literaturverweisen durch
verschiedene Bücher und Zeitschriften arbeitet. Der Vorteil des
Internet liegt darin, daß innerhalb von Sekunden auf das neue
Dokument zugegriffen werden kann.
Diese Erleichterung in der Beschaffung
von Informationen stellt aber auch neue Anforderungen an den Nutzer.
Er muß stärker als bei herkömmlichen Medien
ÑSelektions- und Prioritätskriterien entwickelnì
(Döring, S. 323), wenn die Rezeption der WWW- Dokumente
Erkenntisgewinn bringen und nicht zu einem ziellosen
ÑSurfenì durch die Datenmengen werden soll.
Noch stärker wird die
Selektionsfähigkeit gefordert, wenn der User im Netz nach noch
unbekannten Dokumenten sucht. Auch das ist im World Wide Web anders
als bei herkömmlichen Medien sehr leicht
möglich.
Einstiegspunkte können Kataloge,
Suchmaschinen oder Linklisten anderer Benutzer sein.
So gibt es im Netz kommerzielle, meist
nur durch Werbung finanzierte, Kataloge, die versuchen alle
interessanten Webseiten zu erfassen, in hierarchisch gegliederte
Themenkomplexe einzuordnen und so den Zugriff auf das Web zu
erleichtern.
Neben diesen redaktionell betreuten
Diensten gibt es Suchmaschinen. Diese erstellen durch
selbsttätig das Web absuchende Programme einen Index aller
Worte, die in sämtlichen WWW- Dokumenten vorkommen. Der User
kann dort, durch Eingabe von Stichworten, nach Webseiten suchen,
welche für ihn möglicherweise interessante Informationen
enthalten. Auch wenn diese Suchmaschinen, wie neuere Untersuchungen
zeigen, nur einen Bruchteil der Seiten im Web erfassen (vgl. Glave),
so wird der Nutzer meist mit einer Fülle von möglichen
Stellen überhäuft, an denen er nach weiteren Informationen
suchen kann.
Meist führt eine Beschränkung
auf bereits bekannte Informationsquellen eher zum Erfolg. Ein
Einstiegspunkt wären die bereits erwähnten Linklisten, in
denen andere User oder Institutionen bereits die Adressen wichtiger
Informationsquellen im Web zusammengetragen haben.
Die Bewertung der Qualität von
gefundenen Informationen muß ebenfalls ein großer
Stellenwert beigemessen werden. Da im World Wide Web alles publiziert
werden kann, was der jeweilige Autor für richtig und wichtig
hält, fehlt oft eine selektierende zweite Meinung. Anders als in
den Printmedien sind Netzdokumente oft nicht durch Verlage oder
Redaktionen einer Vorabrezension unterworfen. Dies, gepaart mit der
Tatsache, daß es manchen Webautoren an Sachwissen mangelt,
führt dazu, daß viele Webdokumente qualitativ nicht mit
Druckerzeugnissen mithalten können. Es sollte aber auch stets
bewußt bleiben, daß WWW- Dokumente den Leser meist nichts
kosten. Außerdem muß auch bei Printmedien ein Auge darauf
geworfen werden, wer Autor der Veröffentlichung ist, was aber
immer noch keinen endgültigen Aufschluß über die
Qualität des Textes gibt.
Daß es fast jedem, der Zugang zum
Web hat, auch möglich ist dort zu publizieren, macht das
eigentlich Neue am World Wide Web aus. So bieten fast alle Webseiten
durch Nennung einer E-Mail- Adresse die Möglichkeit, dem Autor
ein direktes Feedback auf seine Webseiten zu geben. Manche Seiten
enthalten auch Foren oder Gästebücher, auf denen Leser
direkt Beiträge zu den bestehenden Seiten schreiben können.
Auch das Erstellen von eigenen Webdokumenten ist sehr einfach. Viele
Textverarbeitungsprogramme ermöglichen es, am Computer
verfaßte Dokumente auch in HTML- Format auszugeben. Um ein
solches Dokument weltweit, rund um die Uhr zugänglich machen zu
können, benötigt der Nutzer Speicherplatz auf einem WWW
Server. Dieser wird meist vom eigenen Provider gestellt. Es gibt aber
auch zahlreiche Firmen, welche sogenannten ÑWebspaceì,
zum Teil kostenlos, zur Verfügung stellen. Durch die aktive
Anmeldung bei wichtigen Webkatalogen, Suchmaschinen und Linklisten
kann man außerdem dafür sorgen, daß Seiten
auch von interessierten Webnutzern gefunden werden.
Die Bedienung der zur WWW- Nutzung
nötigen Browser ist relativ einfach. Per Hand muß nur die
Adresse der ersten Startseite eingegeben werden. Verknüpfungen
lassen sich per Mausklick verfolgen. Über eine Navigationsleiste
werden die wichtigsten Funktionen, ebenfalls mausgesteuert,
aktiviert. Probleme sind bei der Bedienung der Software kaum zu
erwarten.
Skeptisch könnten einen eher die
Datenfluten stimmen, welche im WWW potentiell abrufbar sind. Wie wir
im vorherigen Abschnitt gesehen haben, werden Erwachsene aber genauso
neue Strategien zur Informationsselektion erlernen müssen. Ob
sich diese Informationsvielfalt eher hemmend oder motivierend auf
Kinder auswirkt, wird davon abhängen, inwieweit diese
Fähigkeiten entwickelt werden können. Es wird
außerdem darauf ankommen, ob für Kinder interessante
Angebote vorhanden sind. Auch Kataloge, die Seiten für Kinder
übersichtlich erfassen und einen kindgerechten Zugang zum WWW
ermöglichen, wären hier hilfreich.
Material für die Kataloge
könnte beispielsweise von den Kindern selbst kommen. Kinder, die
in der Lage sind ein Textverarbeitungsprogramm zu bedienen,
können auch HTML- Dokumente erstellen. Auch das
ÑHochladenì einer Seite ins Netz ist einfach zu
bewerkstelligen, wenn man sich an die Anleitungen seines Webspace-
Providers hält.
Erstes Werk von Kindern könnte
beispielsweise die eigene Homepage sein. Dort könnten sie sich
selbst darstellen, über ihre Hobbys und Interessen informieren
und, beispielsweise durch Angabe der eigenen E-Mail- Adresse, in
Verbindung mit Gleichgesinnten treten. Diese Kontaktaufnahme
könnte auch in themenbezogenen Foren an anderer Stelle im WWW
erfolgen.
Das World Wide Web ermöglicht aber
nicht nur kindgerechte Betätigungen im Netz. Auch nicht für
Kinder geeignete Angebote, welche die Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Schriften als Ñdesorientierendì
bezeichnen würde und bezeichnet, sind durch das Web
zugänglich. Anders als bei Newsgroups wird es hier aber kaum
vorkommen, daß Kinder zufällig auf jugendgefährdende
Inhalte stoßen. Klar ist jedoch, daß jedermann
früher oder später an Pornographie kommt, wenn er
beispielsweise den Suchbegriff ÑPornoì in eine
Suchmaschine eingibt.
Um Kinder an solchen Zugriffen zu
hindern sind, vor allem in den USA, spezielle Softwareprogramme
entwickelt worden. Diese arbeiten mit einer schwarzen Liste von
jugendgefährdenden WWW- Seiten und verhindern den Zugriff auf
diese. Zum anderen werden nicht indizierte Seiten vor der Darstellung
am Bildschirm auf Schlüsselwörter hin untersucht, die auf
pornographischen oder extremistischen Inhalt hinweisen. Doch auch
diese Programme sind nur ein ÑHindernis, aber keine echte
Sperreì (Schmidt, S. 332).
Auch hier möchte ich nicht in die
Debatte über den Sinn und Unsinn pädagogischer Zensur
einsteigen. Klar ist, daß Kinder das WWW nutzen könnten,
um Ñunanständigeì Seiten zu suchen. Klar ist aber
auch: ÑWer ohne Hintergedanken durchs Web surft, kann sich
jahrelang beschäftigen, ohne auch nur einen nackten Busen zu
Gesicht zu bekommen.ì (ebd.)
Das Internet ist schwer einzuordnen.
Die bisherigen ÑTheorien und Modelle auf die neuen Medien
anzuwendenì erweist sich als schwierig (Dobal, S. 106).
Besonders die Frage Massenmedium oder nicht, und ob die Kommunikation
im Internet privat oder öffentlich, gegenseitig oder einseitig
sei, bereitet Kopfzerbrechen. Auch eine Aufteilung der
Betrachtungsperspektiven auf die verschiedenen Dienste des Internet
schafft hier wenig Abhilfe. So kann Kommunikation per E-Mail eben
nicht nur Ñprivatì und Ñeinseitigì
(Fasching, S. 55) sein. Massenhaft an beliebige Adressen verschickte
Werbemails haben wohl eher öffentlichen Charakter und sind zudem
eine einseitige Form der Kommunikation, da die Absenderadresse in den
seltensten Fällen auf eine reale E-Mail- Adresse hinweist. Die
Homepage im WWW kann ebenso von der Ñöffentlich,
einseitigenì (ebd.) Kommunikation zum Forum für
zweiseitig, private Kommunikation werden, wenn sich auf ihr ein
passwortgeschütztes Pinboard befindet.
Im Internet versagen diese
Kategorien.
Auch die Frage, ob das World Wide Web
ein Massenmedium ist oder nicht, ist nicht befriedigend zu
beantworten. Sie ist letztlich auch unergiebig. Die technische
Gleichsetzung durch den HTML- Standard und die
gleichmäßige Erreichbarkeit aller Dokumente im WWW durch
HTTP und URL machen jede einzelne Webseite potentiell zu einem
Informationsträger, der dieselbe Reichweite haben kann wie die
Titelseite einer Tageszeitung oder eine Fernsehausstrahlung zur
Hauptsendezeit. Trotzdem werden Seiten mit hohen Besucherzahlen immer
eine andere Wirkung haben, eine die eher den Wirkungen der
Massenmedien zu vergleichen ist, als eine Homepage die nur von den
Freunden des Erstellers besucht wird, hier läge der Vergleich
mit der privaten Kommunikation durch Briefe näher.
Deutlich ist aber, daß das
Internet sehr viel stärker zur Aktivität auffordert als die
alten Massenmedien. Jeder Empfänger von Informationen im
Internet kann auch zum Sender werden. Wer zur Diskussion um ein
bestimmtes Thema beitragen will, kann Artikel an einschlägige
Newsgroups oder Foren im WWW schreiben oder eine Webseite erstellen.
Gerade für Kinder dürfte diese Möglichkeit, anders als
bei Fernsehen und Printmedien, selbst gestaltend tätig werden zu
können, besonderen Zuspruch finden.
Multimediaprogramme auf lokalen
Speichermedien sind ebenfalls von Angeboten im Internet zu
unterscheiden. Zwar gibt es auch WWW- Seiten, die lediglich aus nur
untereinander verknüpften Dateien bestehen. Aber dadurch,
daß sie im World Wide Web stehen, ist eine Verknüpfung von
außerhalb mit ihnen möglich. Somit werden neue Formen der
Auseinandersetzung mit den Inhalten eröffnet, mit denen der
Benutzer vorher alleingelassen war. Auch verzichten nur die wenigsten
Webangebote auf eine Verbindung per Hyperlink zu anderen Inhalten im
WWW.
Das Internet erweitert herkömmliche
Kommunikationsformen. Es ermöglicht den Austausch von
Informationen ohne die Einschränkungen Ñsozialer
und geographischer Barrierenì (Döring, S. 324). Anders
als bei den alten Massenmedien ist ein Aufbrechen des starren Sender-
Empfänger Schemas möglich.
Ob diese Potentiale bereits genutzt
werden und ob auch für Kinder Angebote bestehen, welche für
den nötigen finanziellen und zeitlichen Aufwand, den der
Internetzugang mit sich bringt, entschädigen, soll im
nachfolgenden Kapitel untersucht werden.
Im vorangegangen Kapitel wurden
verschiedene Dienste des Internet dargestellt. Es wurden auch die
zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten skizziert, die sich Kindern
bieten. Ob diese Optionen auch genutzt werden, soll nun untersucht
werden.
Hierbei wird das Hauptaugenmerk auf
Angeboten des World Wide Web liegen. Zum einen sind hier die
Initiativen für Kinder zahlreicher, was an der einfachen
Zugänglichkeit dieses Dienstes liegt. Zum anderen sind WWW
Angebote wesentlich leichter analysierbar, da die Seiten meist
statisch vorliegen und man die Kommunikation im Angebot jederzeit
erfassen kann.
Zunächst einmal ist es
nötig gewisse Grundforderungen zu entwerfen, die an
Internetangebote für Kinder gestellt werden können.
Vorlagen für einen solchen Forderungskatalog könnten
beispielsweise Kriterien für lokale Multimediaanwendungen sein,
da Multimediaangebote für Kinder bereits längere Zeit in
der Medienpädagogik diskutiert wurden.
Zu nennen wäre hier beispielsweise
die Arbeit von Horst Heidtmann: ÑKinder- und Jugendliteratur
multimedial und interaktivì, in der er bereits 1996 einen
solchen entworfen hat. Diese Anforderungen an Multimedia müssen
selbstverständlich an die Möglichkeiten des Internet
angepaßt werden. Hilfreich sind beispielsweise
Gestaltungskriterien, an denen professionelle Webdesigner ihre Werke
messen.
Kinder beteiligen sich aber auch aktiv
an der Gestaltung des Internet. Wieweit dieser Prozeß schon
fortgeschritten ist, soll dort untersucht werden, wo Kindern die
Mitarbeit an von Erwachsenen gemachten Internetprojekten
ermöglicht wird. Vielleicht finden sich aber auch schon
völlig eigenständige Beiträge von Grundschulkindern im
Internet.
Erwachsene entwerfen aus den verschiedensten Gründen Angebote für Kinder, manche mit kommerziellen Hintergedanken (vor allem die USA sind hier Vorreiter), andere mit (beruflichen oder privaten) pädagogischen Absichten. Sollen diese Angebote bewertet werden, muß man sich immer vor Augen halten, daß fast alle von ihnen kostenlos sind. Der Zugang zum Internet ist aber mit Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Deshalb müssen auch sie sich die Frage gefallen lassen ob sie die Möglichkeiten, welche das Internet bietet, nutzen und ob sie pädagogisch sinnvoll sind.
Horst Heidtmann gliedert die
ÑKriterien zur Beurteilung von Multimediaproduktenì
(Heidtmann, S. 44- 48) unter folgende Punkte:
ÑVerpackung/ Cover/
Hülleì (Heidtmann, S. 44)
ÑGattung/ Kategorieì
(Heidtmann, S. 45)
ÑZielgruppeì
(ebd.)
ÑStoffgrundlageì
(ebd.)
ÑInhaltì (ebd.)
ÑInhaltsgestaltungì
(Heidtmann, S. 46)
ÑDidaktisches Konzeptì
(ebd.)
ÑKommunikationsdesignì
(Heidtmann S. 47)
ÑMultimediale Aspekteì
(ebd.)
ÑTechnische Aspekteì
(ebd.)
ÑGesamtbewertungì
(Heidtmann, S. 48).
Mit gewissen Einschränkungen eignen
sich diese Kategorien auch für die Bewertung von Angeboten im
WWW, sogenannten Websites. Teilweise muß aber das
Betrachtungsfeld auf im Web übliche Gestaltungselemente
verlagert werden. Da WWW- Angebote in der Regel kostenlos abgerufen
werden können, sind sie oft durch Werbung finanziert. Auch der
Einfluß solcher Werbung auf das Angebot muß untersucht
werden.
Überträgt man den Katalog von
Heidtmann auf das WWW, könnte man eine Beurteilung anhand der
nachfolgenden Kriterien vornehmen:
Ähnlich wie multimediale CD-ROMs
als erstes nach ihrer Hülle bzw. Verpackung beurteilt werden,
gibt es auch im WWW ein solches Kriterium. Zwar muß ein WWW-
Angebot nicht wie ein Software- Programm gekauft werden, aber auch
hier entscheidet oft der erste Eindruck über die weitere
Nutzung. Besonders wenn Seiten über Suchmaschinen gesucht
werden, wird der User zwangsläufig mit vielen irrelevanten
Angeboten konfrontiert, die zufällig das gesuchte Stichwort
enthalten. Da im Internet, aufgrund der Gebühren, Zeit im
wahrsten Sinne des Wortes Geld ist, wird ein Benutzer bei einer nicht
ansprechenden Startseite meist wieder kehrt machen und das Angebot
nicht weiter unter die Lupe nehmen. Auch eine
Ñsuchmaschinengerechteì Gestaltung der Eingangsseite
erleichtert den Zugang zu einer Website. Fragen, die an die
Eingansseite gestellt werden könnten, wären:
Hat die Eingangsseite einen
Informationswert?
Findet sich eine
Inhaltsangabe?
Wird die Zielgruppe des Angebots
genannt?
Wird darauf hingeweisen, daß zur
Darstellung der Seiten eventuell besondere Plug- Ins oder
Browserversionen nötig sind?
Ist die Seite
Ñsuchmaschinengerechtì gestaltet? Finden sich den
Inhalt beschreibende Schlüsselbegriffe weit oben im Text oder in
der Titelleiste? Sind relevante Schlagwörter durch sogenannte
Meta- Tags in den HTML- Code eingebettet? (vgl. Freiburg)
Steht eine Kurzzusammenfassung am Beginn
der Seite? Weist der Text der Titelleiste auf die Thematik der
Website hin? (dies sind meist die einzigen Angaben, die eine
Suchmaschine nach Suchanfragen ausgibt)
Ermöglicht die Startseite einen
individuellen Zugriff auf Teile der Website?
Ähnlich Multimediaprogrammen
lassen sich auch bei Internetseiten bestimmte Grundtypen erkennen.
Diese kann man in folgende Untergruppen einteilen.
Hierzu gehören Suchmaschinen,
Kataloge, Linklisten oder Hotlinks.
Während Ñechteì
Suchmaschinen das World Wide Web nach bestimmten Schlagwörtern
absuchen können, werden Kataloge und Linklisten von Redakteuren
oder engagierten Einzelpersonen zusammengestellt. Gemeinsam ist
diesen Formen von WWW- Seiten, daß sie versuchen das Web
für andere zu erschließen und ihnen einen schnelleren
Zugriff auf dessen Angebote zu ermöglichen.
Foren erlauben die Kommunikation
zwischen Nutzern der Website. Meist geschieht dies durch sogenannte
Pinboards. Dort wird den Benutzern die Möglichkeit gegeben,
Nachrichten zu schreiben und Mitteilungen von anderen Usern zu
lesen.
Chats können nicht nur im IRC,
sondern auch im WWW stattfinden. Hierzu werden HTML erweiternde
Sprachen wie beispielsweise Java genutzt. Dies ermöglicht
ÑGesprächeì per Tastatur.
Communities (englisch: Gemeinden,
Gemeinschaften) geben den Nutzern die Möglichkeit das Angebot
mitzugestalten. Dies kann durch Bereitstellen von Speicherplatz
für eine Homepage oder menügeführte
Gestaltungsmöglichkeiten von Teilen der Website geschehen. Meist
werden die einzelnen Bereiche einer solchen Community nach Themen
unterteilt.
Datenbanken sammeln Dokumente oder
Daten und machen diese über Menüs und Suchfunktionen
zugänglich.
Hypertext gibt dem Nutzer die
Möglichkeit individuelle Lernwege zu gehen. Hypertext-
Lernumgebungen im Web machen von dieser Möglichkeit mehr oder
weniger geschickt Gebrauch.
Diese enthalten Dokumente zu
speziellen Themen. Eine Interaktion ist meist nicht
möglich.
Fast alle Angebote im World Wide Web enthalten verschiedene Elemente dieser Grundtypen. So enthalten die meisten Seiten meist auch eine umfangreiche Sammlung von Hotlinks. Jedoch dominieren fast immer eine oder zwei Grundtypen dieser Kategorien eine Website, sei es aufgrund Masse oder sei es weil sie besonders gut gelungen sind.
An welche Zielgruppe richtet sich die
Website?
Wird Rücksicht auf die kognitive
Fähigkeiten der Zielgruppe genommen?
Werden Vorerfahrungen mit dem Internet
vorausgesetzt? Werden Navigationselemente und Fachbegriffe
erklärt, auch wenn sie Ñerfahrenenì
Internetnutzern bekannt sein sollten?
Ist der Sprachgebrauch
altersgemäß?
Bezieht sich die Website auf andere
Medien? Wird daraus Material übernommen?
Sind zur Nutzung des Angebots oder zum
Verständnis der behandelten Inhalte andere Medien
nötig?
Ist das Angebot speziell fürs
Internet entwickelt worden oder wurden andere Medien (Zeitschriften,
lokale Multimediaprogramme) einfach ins Internet
übertragen?
Bezieht sich die Website auf
kommerzielle Produkte?
Entspricht der Inhalt Wünschen
und Bedürfnissen von Kindern?
Bietet der Inhalt positive
Identifikationsfiguren für Mädchen und Jungen?
Knüpft der Inhalt an die
Erfahrungswelt von Kindern an?
Ist der Inhalt nach dem neuesten
Forschungsstand sachlich richtig?
Werden Fragen möglichst
vielschichtig beantwortet?
Bedient das Angebot Vorurteile wie
beispielsweise Rollenklischees?
Werden fertige Lösungen
präsentiert oder wird zu Kreativität und Diskussion
angeregt?
Lohnt sich ein mehrmaliger Besuch der
Seite? Werden regelmäßig neue Beiträge auf der Seite
veröffentlicht oder verändert sich diese durch
Beiträge der Nutzer?
Geht es im Inhalt um die Bewerbung von
Produkten?
Entspricht die inhaltliche Gestaltung
den Bedürfnissen der anvisierten Zielgruppe?
Führen Identifikationsfiguren durch
das Angebot und erleichtern Grundschulkindern so Navigation und
Rezeption?
Werden Geräuscheffekte
eingesetzt?
Haben die Seiten Unterhaltungswert und
erleichtern sie so die Rezeption?
Ist die Website in überschaubare
Teile gegliedert, um Kinder nicht zu überfordern?
Sind die Gestaltungelemente
inhaltsgerecht differenziert oder werden Standardschablonen
eingesetzt?
Ist ein didaktisches Konzept hinter
der Website erkennbar?
Wird eine individuelle Navigation durch
die einzelnen Teile ermöglicht?
Werden differenzierte Angebote
entsprechend den Vorkenntnissen oder der unterschiedlichen kognitiven
Leistungsfähigkeit verschiedener Kinder gemacht?
Ist die Struktur des Materials
sinnvoll?
Motiviert das Angebot zum entdeckenden
Lernen und bietet es auch die Möglichkeit in anderen WWW- Seiten
weiter zu arbeiten?
Fördert die Website die
Kommunikation und Kooperation zwischen Kindern?
Ist die Interaktion mit anderen Nutzern
möglich?
Können die Seiten mitgestaltet
werden?
Ist die Nutzung des und die Navigation
innerhalb des Angebots selbsterklärend oder muß oft auf
Hilfstexte zurückgegriffen werden?
Fördert die Website die
Medienkompetenz der Kinder?
Werden im HTML- Code Vorgaben zur
Schrift gemacht? Dienen diese Veränderungen der Lesbarkeit der
Schrift oder der Markierung von Textteilen mit unterschiedlicher
Funktion?
Ist die Schrift gut lesbar? Hebt sie
sich vom Hintergrund ab? Gilt dies für alle möglichen
Auflösungen und Farbpaletten?
Sind Hilfetexte und Anweisungen
verständlich und altersgerecht?
Erschließen sich die Funktionen
von graphische Navigationselemente auf den ersten Blick?
Ist die Größe der Texte pro
Seite der angesprochenen Altersstufe angemessen?
Ist die Navigationsstruktur
übersichtlich und angemessen? Ist eine Navigation in den
Dokumenten durch Elemente auf den Seiten möglich oder
müssen die Navigationselemente des Browsers verwendet
werden?
Werden Frames sinnvoll eingesetzt?
Erleichtern sie die Orientierung? Erschweren sie eventuell die
Lesbarkeit anderer Frames bei niedrigen
Bildschirmauflösungen?
Werden Hyperlinks inflationär, gar
nicht oder sinnvoll eingesetzt?
Findet sich ein Index der gesamten
Website?
Ermöglicht die Site durch
Suchfunktionen einen gezielten Zugriff auf einzelne
Dokumente?
Werden Text-, Grafik-, Audio- und
Videoelemente sinnvoll und den kognitiven Fähigkeiten der
Altersgruppe entsprechend eingesetzt?
Wird das Herunterladen, Drucken oder
sonstiges Weiterverarbeiten von Dokumenten erleichtert? Sind
Dokumente in einem ihrem Inhalt angemessenen Format abgelegt? Liegen
umfangreiche Dateien in einem gepackten Format vor?
Ist die Website kompatibel zu allen
gängigen Browsern oder ist deren Darstellung nur mit neuesten
Versionen oder den Programmen einer bestimmten Firma möglich?
Gibt es eine einfachere Version der Seite für nicht kompatible
Browser?
Werden zusätzliche Programme oder
Plug- Ins benötigt? Sind dies weitverbreitete Standardprogramme
oder ÑExotenì? Ist der Einsatz dieser Software sinnvoll
oder dient er nur der Effekthascherei? Wird der Bezug der zur
Darstellung nötigen Software von der Website aus möglich
gemacht? Sind die genannten Programme für alle gängigen
Betriebssysteme erhältlich? Ist die Seite ohne diese Programme
zumindest teilweise nutzbar?
Ist die Website für Nutzer
zugänglich, deren Browser nicht über Funktionen wie Java,
Javascript, Cookies, Darstellung von Grafiken, etc. verfügen
oder die diese deaktiviert haben? Werden die genannten Sprachen und
Funktionen sinnvoll oder bloß zum Erzielen von
nebensächlichen Effekten eingesetzt?
Sind Hyperlinks in Grafiken und Texten
als solche erkennbar? Werden Grafiken die üblicherweise für
Hyperlinks verwendet werden nicht als solche gebraucht oder verwirren
die Autoren Nutzer durch unnötige Markierung nicht
verknüpfter Textteile (Unterstreichen, farbiges
Hervorheben)?
Müssen zur Nutzung Texte oder
Befehle eingegeben werden, die für Kinder schwer nachvollziehbar
sind?
Sind Grafiken und Bilder in allen
möglichen Farbpaletten und Auflösungen erkennbar? Sind sie
auch auf kleinen Bildschirmen komplett darstellbar?
Sind die verwendeten Dateien klein
genug, um schnell übertragen werden zu können? Werden Texte
unnötigerweise als Grafiken dargestellt, was zu
größerem Datenumfang und längeren
Übertragungszeiten führt?
Befinden sich die Seiten auf einem
stabilen Server? Stellen sich zu bestimmten Zeiten überlange
Übertragungszeiten ein?
Kommt es zu Fehlermeldungen bei der
Darstellung der Seite? Verursachen Fehler im Code der Seite
Darstellungsprobleme?
Ist das Angebot als Website
sinnvoll?
Werden die Potentiale des Internet vom
Angebot genutzt? Bietet sein Standort im WWW Vorteile, welche
über den der weltweiten Zugänglichkeit hinausgehen, oder
wäre eine Veröffentlichung als Print- oder lokales
Multimedium sinnvoller?
Die Beurteilung von WWW und
Multimedieangeboten ist durchaus ähnlich. Man muß
allerdings Abstriche bei der ÑMultimedialitätì von
Websites machen, da diese eine höhere Datenmenge mit sich bringt
und somit die Übertragungszeiten der Seiten erhöht.
Außerdem sind zur Video- und Audiodarstellung im WWW meist
besondere Programme nötig, die nicht jeder Nutzer installiert
hat.
Zusätzlich muß darauf Wert
gelegt werden, das Webseiten immer auch ihre Eigenschaft als Teil
eines großen Netzes nutzen sollten. Durch die Verwendung von
Hyperlinks oder den Einbau von Interaktionsmöglichkeiten, die
einen selbstbestimmten Zugang der Kinder zu anderen Angeboten oder
die Kommunikation zwischen den Nutzern ermöglichen, könnte
dies umgesetzt werden.
Der skizzierte Kriterienkatalog eignet
sich natürlich auch für die Bewertung von durch Kinder
erstellten Webseiten. Gerade wenn dies im Unterricht geschehen
sollte, lassen sich hier Anhaltspunkte finden wie eine in der Schule
gestaltete Homepage für das Web optimiert werden
kann.
In den USA scheinen auch schon Kinder für kommerzielle Internetanbieter eine interessante Zielgruppe zu sein. So gibt es mit Yahooligans einen Ableger des bekannten WWW- Katalogs Yahoo!. Yahooligans richtet sich ausschließlich an Kinder und Jugendliche. Solche Kataloge erfordern einen hohen technischen und redaktionellen Aufwand. Deshalb verwundert es nicht, daß, anders als beim Ñerwachsenenì Yahoo!, eine deutsche Ausgabe noch fehlt. Wünschenswert wäre ein solches Angebot. Denn gerade für Kinder ist es schwierig mit konventionellen Suchmaschinen oder Katalogen nach Informationen oder interessanten Seiten zu suchen. Zu viele rein für Erwachsene geschriebene Seiten, die schwer verständlich sind, müßten durchsucht werden, um an etwas für die eigene Altersstufe angemessenes heranzukommen. Aber auch im deutschsprachigen Raum gibt es bereits eine Einstiegshilfe ins Netz. Diese sollen nun vorgestellt und mit Hilfe der oben genannten Kriterien bewertet werden.
ÑDie Blinde Kuh ist ein
nicht-kommerzielles Gemeinschaftsprojekt von Birgit Bachmann und
Stefan R. Müller aus Hamburg. Diese Suchmaschine ist nur eine
Nebenbeschäftigung, wir beide sind vollzeit
berufstätig.ì (Bachmann a). Diese Erläuterung der
Autoren des Angebots überrascht. Wird hier doch der Versuch
unternommen, alle Seiten zu erfassen Ñdie für Kinder
interessantì (Bachmann b) sind. Ein ziemlich
arbeitsaufwendiges Unterfangen. Vor allem dann, wenn man beachtet,
daß es sich bei der Blinden Kuh nicht um eine
Ñechteì Suchmaschine, sondern um einen von Birgit
Bachmann persönlich betreuten Katalog handelt. Dieser ist jedoch
nicht hierarchisch gegliedert, die erfaßten Seiten sind
vielmehr über eine Suchfunktion erreichbar.
Auf der Eingangsseite ist direkt die
Suchfunktion zu finden. Eine Hilfefunktion sowie ein durch
Obergruppen unterteiltes Verzeichnis der erfaßten Seiten sind
von der Startseite aus erreichbar. Ein aktueller Surftip sorgt
für regelmäßiger Abwechslung. Leider ist aus der
Titelleiste oder aus dem Text heraus die Funktion der Blinden Kuh
nicht erkenntlich. Für Suchmaschinen- Roboter sind aber
Schlüsselwörter wie ÑSuchen, Finden,
Kinderì angegeben
Die Blinde Kuh richtet sich an Kinder
ohne Festlegung auf eine spezielle Altersstufe. Natürlich
können auch Erwachsene, welche nach Seiten für Kinder
suchen, diesen Service nutzen. Auf der Hilfeseite wird anhand
anschaulicher Beispiele erklärt wie die Suche mit
Schlagwörtern funktioniert. Die Sprache ist auch für Kinder
im Grundschulalter verständlich.
Die Idee hinter der Blinden Kuh, alle
interessanten Seiten für Kinder schnell und unkompliziert
erreichbar zu machen, kann wohl bloß im WWW verwirklicht
werden. Es handelt sich somit um ein rein webbasiertes
Angebot.
Da die Blinde Kuh lediglich die
Adressen von anderen Seiten sammelt und diese kurz beschreibt, gibt
es kaum eigenen Inhalt. Auch sind die erfaßten Seiten zu
umfangreich, um alle zu überblicken. Stichproben zeigen aber,
daß offensichtlich nur Seiten verknüpft sind, die auch
für Kinder einen gewissen Nutzwert haben oder die sich explizit
an Kinder richten. Da die Links ständig gepflegt werden und das
Spektrum der erfaßten Seiten sehr weit ist, lohnt sich ein
regelmäßiger Besuch der Seite. Seiten mit Werbung werden
nicht generell aus der Suchmaschine ausgeschlossen, sie müssen
aber darüber hinausgehende Inhalte haben.
Der "Inhalt" der Blinden Kuh
dürfte informationshungrige Kinder voll befriedigen. Hier findet
sich zu fast jedem Thema eine Seite.
Identifikationsfiguren, unterhaltende
Elemente, Audioelemente oder sonstiges Beiwerk fehlen.
Der Zugang zu den Angeboten ist denkbar
einfach. Es muß lediglich das gesuchte Schlagwort eingegeben
werden und die Suche beginnt per Mausklick. Die Verfeinerung der
Suche erfolgt über ein leicht zu bedienendes
Menü.
Die Blinde Kuh ermöglicht einen
selbstbestimmten Zugriff der Kinder auf die verknüpften
Angebote. Das Material wird dadurch eingeschränkt, daß nur
für Erwachsene nutzbare Seiten ausgeklammert werden. Ansonsten
wird keine Hierarchisierung oder eine Selektierung der Inhalte
vorgenommen. Es bleibt den Kindern überlassen sich
Ñihreì Seiten auszusuchen. Diese Vorgehensweise ist
durchaus sinnvoll. Die Zahl der Treffer zu einem Stichwort bleibt
überschaubar, und thematisch daneben liegen die Suchergebnisse
offensichtlich auch nicht. Kindern wird so der Zugang zu den
Datenmengen des Web bedeutend erleichtert, ohne sie
übermäßig zu gängeln.
Eine direkte Interaktion mit anderen
Kindern ist zwar nicht möglich, man kann aber die Inhalte der
Blinden Kuh mitgestalten, indem man Seiten, die man gefunden hat, bei
ihr anmeldet. Hierzu ist ein einfach zu bedienendes Formular
vorhanden.
Die Blinde Kuh fördert die
Medienkompetenz der Kinder, da sie hier die Form der Datenrecherche
mit Suchmaschinen im WWW auf sehr einfachem Niveau kennenlernen. Wer
anhand der Hilfetexte einmal den Umgang mit der Blinden Kuh
verstanden hat, wird auch Suchmaschinen Ñfür
Erwachseneì effizienter nutzen können.
Das Layout der Seite ist recht
einfach gehalten. Auf aufwendige Hintergründe, Frames,
umfangreiche Grafiken wird verzichtet. Dadurch ergeben sich keine
Darstellungsprobleme mit verschiedenen Auflösungen, Farbpaletten
oder verschiedenen Browserversionen. Die Texte sind
altersgemäß knapp. Ein Index und eine Suchfunktion sind
vorhanden.
Auf aufwendige multimediale
Erweiterungen wird zugunsten des schnellen Zugriffs auf die
erfaßten Angebote verzichtet. Es werden keinerlei Plug-Ins
benötigt. Das Angebot ist für Browser ab der Netscape 2.0
Generation darstellbar. Somit wird fast allen WWW- Nutzern ein
unbeschränkter Zugang zur Website ermöglicht.
Die Blinde Kuh stellt ein exzellentes
Beispiel dar, welchen Mehrwert Angebote für Kinder im WWW
gegenüber herkömmlichen Medien haben. Wo sonst ist es
möglich, in Sekunden alle für ein Stichwort relevante
Dokumente zur Verfügung zu haben. Die Kinder können dann
das Angebot auswählen, welches ihnen am interessantesten
erscheint und müssen nicht nur mit dem vorlieb nehmen, was
Eltern oder Lehrer für sie an Medien angeschafft
haben.
Natürlich sind die Seiten, welche
in der Blinden Kuh erfaßt sind, noch nicht besonders
umfangreich. Dies liegt einmal daran, daß die Betreuung eines
solchen Angebots enorm zeitaufwendig ist und Birgit Bachmann diese
Aufgabe ehrenamtlich erledigt. Zum anderen fehlt es einfach noch an
Material, sprich an Seiten speziell für Kinder.
Vorbild sollte dieses Projekt aber
allemal sein.
Der Informationsaustausch mit
Gleichgesinnten, die nicht am selben Ort leben, stellt einen der
bedeutendsten Vorteile dar, die das Internet bietet. Ob auch schon
Kindern die Möglichkeit gegeben wird, in speziell für sie
geschaffenen Foren nach Interessenspartnern zu forschen, soll hier
dargestellt werden.
zurück zum
Inhaltsverzeichnis
Die Mailwürmchen sind Teil der
Kinderexpo (http://www.expo2000.de/deutsch/kinderexpo/index.html)
. Auf diesen Webseiten werden auch die
kleinen Besucher auf die EXPO 2000 in Hannover vorbereitet. Die
Kinder können bei den Mailwürmchen wählen, ob sie
selbst eine Anzeige für eine E- Mail- Partnerschaft aufgeben
oder anderen schreiben wollen. Vorher muß die Altersstufe
ausgewählt werden. So gibt es Anzeigen von sechs- bis neun, zehn
bis zwölf und dreizehn- bis fünfzehnjährigen Kindern.
Dort sucht beispielsweise die neunjährige Ulrike jemand, mit dem
sie über ihr "Lieblingshobby Pferde schnacken kann", oder die
achtjährige Kim hat Angst, daß ihr ÑBriefkasten
verhungertì.
Die Aufgabe von neuen Anzeigen erfolgt
über ein Formular, in das nur Name, E-Mail Adresse und der Text
eingesetzt werden müssen. Auf Anzeigen antworten kann man durch
einen Mausklick auf die Adresse des Verfassers. Dadurch wird die
E-Mail Funktion des Browsers aktiviert und man kann anfangen zu
schreiben.
Aufgrund der Einfachheit dieses Forums,
ist eine ausführliche Bewertung hier wohl fehl am Platze. Die
Mailwürmchen stellen einen einfachen Ableger der auch in
herkömmlichen Kinderzeitschriften vorkommenden
Brieffreundschaftsbörsen dar. Mailwürmchen vereinfacht die
Möglichkeit Brieffreunde zu finden, indem direkt losgeschrieben
werden kann. Prinzipiell neu ist diese Form der Kommunikation aber
nicht.
Auch hier kann man nach Brieffreunden
suchen. Die Kinderpost kann aber noch mehr. So gibt es eine
Mailingliste und die Möglichkeit seine Meinung zu einem
bestimmten Thema zu äußern. Die Kinderpost wird betreut
von Birgit Bachmann, die auch schon die Blinde Kuh ins Leben gerufen
hat.
Auf der Eingangsseite wird
erklärt, was Kinder hier alles machen können. Auch der
Titel Kinderpost ist einigermaßen selbstredend. Die
verschiedenen Bereiche der Kinderpost sind von der Eingangsseite aus
erreichbar. Sie richtet sich an Kinder aus aller Welt. Gewisse
Grundkenntnisse werden aber vorausgesetzt. So erreicht man die
einzelnen Rubriken durch Verknüpfungen von Teilen des Textes.
Ein Extrafeld mit einem Hinweis, daß dort der Zugang ist,
wäre angebrachter. Besonders unerfahrene Webnutzer müssen
sonst erst mit dem Mauszeiger kontrollieren, ob sich der Zugang zu
den weiteren Seiten Ñunterì dem farbigen Text befindet.
Der Sprachgebrauch ist aber durchaus
altersgemäß.
Die Kinderpost nimmt keinen direkten
Bezug zu herkömmlichen Medien. Die Inhalte bestimmen die Kinder
selbst durch ihre Beiträge. Vor allem E-Mail- Freundschaften
werden gesucht. Fast jeden Tag kommt eine neue Anzeige hinzu. Dies
deutet auf ein hohes Kommunikationsbedürfnis hin. Unter der
Rubrik ÑEure Meinungì schreiben Kinder, was sie von
Kinderarbeit, dem Internet, Tierversuchen oder anderen Themen halten.
Auch hier haben sie freien Spielraum. Birgit Bachmann kommentiert
diese Beiträge lediglich mit Adressentips zu weiteren
Informationsangeboten.
Eine Mailinglist ermöglicht den
Austausch elektronischer Post zwischen den Nutzern. Da Erwachsene
keinen Zugang zur Mailinglist haben, kann im Rahmen dieser Arbeit
leider nicht untersucht werden, wie gut diese Form der Kommunikation
zwischen Kindern funktioniert.
Die Seite soll zum E-Mail Austauch
zwischen Kindern anregen. Die Betreiberin der Seite meldet sich
lediglich mit Anregungen zu Wort. So gibt Birgit Bachmann Tips, wo
weitere Informationen zu bestimmten Themen zu finden sind. Durch die
Möglichkeit auf jede Nachricht zu antworten, wird die
Kommunikation und Kooperation zwischen Kindern angeregt. Fast alle
Inhalte kommen von Kindern. Ihre Medienkompetenz wird durch die
praktische Erfahrung im Austausch elektronischer Post
gefördert.
Die Seiten sind relativ einfach
gehalten und verursachen dadurch keine Darstellungsprobleme. Zwar ist
das Erscheinungsbild etwas spartanisch, da der Hauptteil der
Kommunikation aber über E-Mails erfolgt, ist das Design der
Seite in diesem Fall angemessen. Die Anweisungen sind
verständlich. Lediglich die Startseite könnte deutlicher
auf den Zugang zu den einzelnen Bereichen hinweisen.
Anders als die Mailwürmchen erlaubt die Kinderpost Optionen, die über das Suchen von Brieffreunden hinausgehen. So wird ÑLeserbriefenì von Kindern in herkömmlichen Zeitschriften wohl kaum soviel Raum eingeräumt wie in der Rubrik ÑEure Meinungì in der Kinderpost. Und eine Diskussion mit vielen Kinder weltweit über eine Mailinglist ist bei traditionellen Medien vollends undenkbar. So werden die Möglichkeiten die das Internet bezüglich des Austausches zwischen seinen Nutzern bietet hier optimal genutzt.
In Chats könnten Kinder erleben, daß die Schrift auch in der gleichzeitigen Kommunikation mit anderen genutzt werden kann. Ob ihnen dafür eine geeignete Plattform geboten wird, soll anhand des Schulweb- Chats untersucht werden.
Der Schulweb- Chat ist Teil des
Schulweb, einem Ableger des Deutschen Bildungsservers, und richtet
sich an Schüler aller Altersstufen.
Leider sind die Informationen zum
Chat sehr dürftig. Fachbegriffe werden nicht erklärt, auch
eine Einführung, was ein Chat überhaupt ist und
Erläuterungen wie man sich verhalten sollte, fehlen. Auf
Probleme mit besonderen Browserversionen wird jedoch
hingewiesen.
Da einführende Worte fehlen, ist
der Schulweb- Chat wohl eher für erfahrene Chater
geeignet.
Der Chat ist ein reines
Internetprojekt, das keinen Bezug zu anderen Medien nimmt. Die
Inhalte werden von den Kindern selbst produziert, indem sie sich per
Tastatur unterhalten. Die gute Auslastung des Chats zeigt das
hiermit wohl ein Bedürfnis befriedigt wird. Wer hier Freunde
gefunden hat, wird sicherlich wiederkommen. Gespräche sind auch
in verschiedenen Teilbereichen möglich. Auch kann die
Darstellung des Textes auf Beiträge des augenblicklichen
Partners begrenzt werden, um so das Lesen zu erleichtern.
Der Schulweb- Chat ermöglicht
die synchrone Kommunikation zwischen Schülern. Darüber
hinaus werden keine Vorgaben gemacht. Da auf der Startseite keine
Erläuterungen zu finden sind, ist fraglich, ob hier die
Medienkompetenz besonders gefördert wird. Für Anfänger
ist der Chat keinesfalls mehr geeignet als jeder andere Chat im WWW.
Besonders für kleine Kinder fehlt die Anleitung. Gerade von
einer Initative wie dem Deutschen Bildungsservers sollte man eine
bessere Berücksichtigung der Interessen von jüngeren
Schülern erwarten.
Die Seite wurde für alle
gängigen Browserversionen getestet. Die Bedienung erfolgt
über Menüs. Aufwendige Grafik, Audio oder Videoelemente
werden nicht eingesetzt. Der Chat ist somit für fast alle
Internetnutzer zugänglich.
Synchrone Kommunikation zwischen mehreren Teilnehmern an verschiedenen Orten ist nur über das Internet ohne hohen Aufwand technisch machbar. Dies nutzt der Schulweb- Chat. Soll er aber nicht nur von Internetprofis genutzt werden, müßten zumindest erklärende Texte zur Verfügung gestellt werden.
Im WWW erfreuen sich Communities für Erwachsene großer Beliebtheit. Dort gestalten Internetnutzer ihre eigenen Seiten zu bestimmten Themen. Auch Kinder haben Interesse an einer Mitgestaltung der Internetinhalte wie das Beispiel des Südwestfunk- Kindernetzes zeigt.
Das Wohnviertel ist Teil des vom
Südwestrundfunk betriebenen Kindernetzes. Hier haben Kinder die
Möglichkeit ihre eigene "Homepage" zu gestalten.
Von hier aus sind alle für das
Wohnviertel wichtigen Bereiche des Kindernetzes zu erreichen. Es wird
erklärt, welche Funktionen diese haben. Auf der Kindernetzseite
befindet sich eine Beschreibung, welche bei der Recherche durch
Suchmaschinen die Seiten als: Ñvirtuelle Stadt für
Mädchen und Jungenì bezeichnet. Leider sind dort keine
Schlagwörter zu finden, die von Suchmaschinen erfaßt
werden könnten, da das Inhaltsverzeichnis aus, für diese
nicht Ñlesbarenì, Bildern besteht. Die angesprochenen
Kinder aller Altersstufen haben somit keine Möglichkeit das
Kindernetz über Suchmaschinen zu finden.
Obwohl das Kindernetz vom
Südwestrundfunk unterhalten wird, sind die Themen im Wohnviertel
bunt gemischt und nicht auf das Programm des Senders bezogen. Dies
liegt auch daran, daß jedes Kind seine eigene Seite gestalten
kann. Die Inhalte werden somit von den Benutzern selbst vorgegeben.
Dies geschieht einmal durch den Bau der eigenen
ÑHomepageì. Hierbei können Kinder aus
verschiedenen Vorlagen menügeführt Hintergrund und Bilder
der Seite zusammenstellen. Außerdem können die Nutzer
einen Text über sich verfassen und ihre Hobbys angeben. Andere
Kinder, welche die Seiten betrachten, können in einem Formular
am Ende der Seite ihre Beiträge direkt anhängen. So
entsteht ein reger ÑBriefverkehrì.
Das Wohnviertel versucht Kinder, die
an ähnlichen Themen interessiert sind, zusammenzubringen. Dies
sieht man daran, daß man beispielsweise über eine
Suchfunktion nach den Hobbys der Homepageersteller suchen kann.
Kinder können die Texte der Seiten frei gestalten. Leider ist es
nicht möglich persönliche Gestaltungselemente, wie eigene
Bilder, einzubringen. Durch die Möglichkeit, direkt auf der
Seite Nachrichten zu hinterlassen, werden aber auch Nutzer ohne
eigene Kindernetzseite zur Kommunikation mit den
ÑEinwohnernì angeregt. Die Kinder lernen hier einen der
Vorteile, den eine eigene Webseite bringt, kennen, nämlich
den, Informationen für andere anzubieten und mit diesen in
Erfahrungsaustausch zu treten können.
Leider gibt es keine Möglichkeit
erste Gehversuche in der Gestaltung von Ñechtenì HTML-
Seiten zu machen. Ein kleiner Kurs und die Möglichkeit
selbsterstellte Seiten auf den Server zu laden, wären hier
vielleicht hilfreich.
Die Seiten verzichten auf
unnötige technische Spielereien. Sie sind zwar sehr farbenfroh,
aber meist gut lesbar. Trotz des häufigen Einsatzes von Bildern
sind die Ladezeiten erstaunlich niedrig. Alle Seiten enthalten zu
Beginn eine Navigationsleiste, mit der alle Bereiche des Kindernetzes
schnell erreichbar sind.
Im Wohnviertel des Kindernetzes können Kinder erkennen, wozu eine eigene Webpräsenz dienen kann. Ein Austausch mit Gleichgesinnten ist hier unabhängig von den Gegebenheiten der eigenen Wohnumgebung möglich. Anders als in den Brieffreundschaftanzeigen herkömmlicher Printmedien wird den Kinder viel Platz eingeräumt, um sich selbst darzustellen, Informationen an andere weiterzugeben und mit diesen Kontakt aufzunehmen. Lediglich die Beschränkung der Gestaltungselemente auf wenige Vorgaben entspricht nicht den technischen Möglichkeiten des WWW.
Datenbanken im Internet stellen eine
gute Möglichkeit dar, vielen Benutzern Zugriff auf Dokumente zu
gewähren. Auch Kinder können so im WWW beispielsweise nach
Schulmaterialien oder nach Märchen suchen, wie wir anhand der
folgenden Beispiele sehen werden.
zurück zum
Inhaltsverzeichnis
Das Schulweb will Schülern den
Zugriff auf Materialien von Schulen im WWW ermöglichen. Hierzu
kann man über einen Stundenplan die Materialien zu bestimmten
Fächern erreichen.
Neben dem
ÑStundenplanì, auf dem man durch Anklicken zu
Fachmaterialien weitergeleitet wird, ist eine Schlagwortsuche in den
Titeln der Materialien möglich. Leider ist nicht genauer
benannt, welche Materialien hier durchsucht werden. Auch die
Anleitung ist dürftig, Begriffe wie z.B.
ÑWildcardsì werden nicht erklärt. Das Schulweb
spricht zwar nicht ausdrücklich nur ältere Schüler an,
kleinere oder mit dem Internet unerfahrene Schüler werden mit
der Seite aber nicht sofort etwas anfangen können.
Stoffgrundlage, Inhalt,
Inhaltsgestaltung
Das Schulweb bietet Zugang zu der
Datenbank des Deutschen Bildungsservers. Dieser verwaltet die
Adressen von Unterrichtsmaterialien, Online- Projekten etc., die von
Lehrern oder Schulen im Netz zugänglich gemacht wurden. Der
eigentliche Inhalt auf dem DBS sind also die Adressen, welche auf
sehr unterschiedliche Seiten verweisen. Manche der verknüpften
Seiten sind lediglich die digitale Form papierener
Arbeitsblätter, andere stellen komplexe Internetprojekte
dar.
Über das Schulweb ist eine
Anmeldung eigener Seiten leider nicht möglich. Hier erscheint
auch nur ein kleiner Teil der im DBS verzeichneten Adressen. Nach
welchen Kriterien diese ausgewählt werden, wird leider nicht
erwähnt.
Neben einem Verzeichnis, in dem die
Adresse beim DBS abgelegt ist, erhält man nur den Titel des
Materials. Eine Beschreibung oder Bewertung fehlt. Will man einer
Verknüpfungen folgen, kommt man zunächst auf die
Informationsseite des DBS über das Angebot. Da dieser für
Lehrer und nicht für Schüler entworfen wurde, enthält
sie eine Fülle schwer verständlicher technischer
Informationen. Man bekommt außerdem eine Kurzbeschreibung der
Seite, die aber meist aus nicht mehr als einem Satz besteht. Klickt
man die Adresse an, verläßt man die Seiten des DBS und
kommt zum beschriebenen Angebot.
Das Schulweb versucht hier die
eigentlich für Lehrer gedachte Datenbank des DBS für
Schüler nutzbar zu machen. Unklar bleibt warum nur ein Teil der
Adressen im DBS vom Schulweb aufgenommen wird.
Das Hinzufügen eigenen Materials
ist zwar theoretisch möglich, das dazugehörige Formular
aber sehr umfangreich und mit Fachausdrücken gespickt, da es
für Lehrer und nicht für Schüler entworfen wurde. Eine
Mitarbeit durch Kinder ist offensichtlich nicht näher in
Betracht gezogen worden.
Die Seiten laden schnell und sind
ohne außergewöhnliche technische Anforderungen
darstellbar. Leider wurde bei der Benutzerführung nicht darauf
geachtet, daß eventuell auch Internetanfänger die Seiten
nutzen wollen. So sind einleitende Texte nicht vorhanden und
Fachbegriffe werden nicht erklärt.
Eine Datenbank wie sie vom DBS geführt wird, ist für die Kooperation zwischen Lehrern ein vorbildliches Projekt. Hier können sie einen einmaligen Materialfundus aufbauen und auf die Arbeiten von Kollegen zugreifen. Leider macht das Schulweb Schülern nur einen Teil dieser Materialien zugänglich. Warum dies geschieht ist ebenso unverständlich, wie die Tatsache, daß jüngeren, unerfahrenen Schülern keine Hilfestellung zur Nutzung der Seiten gegeben wird.
Das Projekt Gutenberg
(http://gutenberg.aol.de/)
entstand aus einer Privatinitiative. Hier werden deutschsprachige
Texte, die nicht mehr dem Urheberrecht unterliegen, im WWW
veröffentlicht. Eine thematische Abteilung dieses Angebots
enthält hunderte deutschsprachiger Märchen.
Gutenberg- Online richtet sich nicht
nur an Kinder, sondern an alle an Literatur interessierten
Internetnutzer. Auf der Eingangsseite finden sich leider keine
Hinweise zur Nutzung. Man erreicht die Texte über Anklicken des
Autorennamens oder über den Wegweiser. Dort findet man die Namen
aller erfaßten Märchenautoren in der
Märchenbibliothek.
Obwohl das Gutenberg- Projekt nicht
ausschließlich für Kinder gedacht ist, dürfte die
Märchenseite wohl das Interesse von Kindern erregen. Auch sie
können hier über den Namen eines Autors auf dessen
Märchen zugreifen.
Die Inhalte der Seite bilden digital
erfaßte Märchen in deutscher Sprache. Sie wurden meist aus
Printversionen abgetippt oder eingescannt. Da der Inhalt bereits sehr
umfangreich ist (z.B. 301 verschiedene Versionen von Grimms
Märchen am 6.8.1998) lohnt sich für den
Märchenliebhaber auch ein mehrmaliger Besuch.
Leider werden keine Angaben zu der
Herkunft der Texte gemacht, so daß nicht nachgeprüft
werden kann, ob die Dokumente sich auch an die Originalvorlagen
halten. Die Märchen selbst bestehen leider aus reinem Text.
Navigationselemente oder Sequenzierungen in kleine Abschnitte fehlen,
was kleinen Kindern die Rezeption sehr erschweren
dürfte.
Die Seiten liefern lediglich
Lesematerial, ein didaktisches Konzept fehlt hier. Auch werden
Kindern keine Lese- oder Navigationshilfen gegeben. Mitgestaltung der
Seiten ist durch Einsenden eigener Texte möglich. Hierbei werden
Ñdigitalisierte Klassikerì und moderne Texte
getrennt.
Zu Beginn der Gutenbergseiten findet
man eine Suchfunktion, in der man die Texte auf Stichworte hin
durchforsten kann. Auf der Märchenseite selbst sind die
Märchen alphabetisch nach Autorennamen und Titeln gegliedert.
Leider fehlen in den Märchentexten jegliche Navigations- oder
Gestaltungselemente. Dies führt zwar dazu, daß die Seiten
mit allen Browsern gut darstellbar sind, es erschwert aber die
Rezeption durch Kinder.
Das Gutenberg- Projekt stellt den klassischen Fall einer unveränderten Übernahme von Printerzeugnissen in das WWW dar. Dies ist natürlich dem Medium nicht angemessen. Wichtig ist hier aber, wie das Angebot genutzt wird. Möchte ich nur ein Märchen lesen, so ist es meist besser dieses in Buchversion zu kaufen. Das Lesen am Bildschirm ist um einiges schwieriger und unangenehmer als das Lesen im Buch. Sinn macht das Gutenberg- Projekt aber, wenn man die Texte lediglich als Rohmaterial für die weitere Verarbeitung begreift. So können Kinder hier Märchen, für die sie sich interessieren, Probelesen. Danach können sie entscheiden, ob sie das Märchen in Buchform kaufen oder den Text herunterladen und am Bildschirm oder ausgedruckt lesen. Auch für den Unterricht ergibt sich so ein großer Fundus an Textmaterial das individuell weiterbearbeitet werden kann. Einziger Wermutstropfen ist, daß sich die Projektorganisatoren ausschweigen ob und wie sie kontrollieren, inwieweit die Texte sich auch an die Originale halten.
Hypertext- Lernumgebungen werden oft als die pädagogisch bedeutenste Neuerung des Internet gesehen. Den Nutzern soll dadurch ein selbstbestimmter Lernweg ermöglicht werden. Die Angebote für Grundschulkinder sind in diesem Bereich aber noch nicht besonders zahlreich. Als Beispiel für diese Form von Webseiten wurde ein Online- Kurs der Internetagentur Point Up ausgewählt: der HTML- Kurs der Pixelkids.
In diesem Kurs sollen Kinder in HTML
eingeführt werden, damit sie später eigene Webseiten
erstellen können.
ÑHier zeige ich Dir,
wie
HTML funktioniert.
Das ist die
Programmiersprache, mit
der
Internetseiten
gemacht werden. Wenn Du
bei meinem Kurs
mitmachst, kannst Du bald
Deine eigene
Homepage
programmieren.ì
So werden die Kinder von Paula, einem
der virtuellen Pixelkids, empfangen. Die entsprechenden
Stichwörter sind hervorgehoben. So kann jeder sofort erkennen,
worum es bei diesem Angebot geht. Alle Teile des Kurses sind von der
Eingangsseite aus erreichbar.
Der Kurs richtet sich an Kinder jeden
Alters. Diese werden direkt und in leicht verständlicher Sprache
angesprochen. Fachausdrücke wie ÑBrowserì werden
erklärt.
Ein HTML- Kurs ist ein typisch
webeigener Inhalt. Auf andere Medien muß zum Verständnis
des Angebots nicht zurückgegriffen werden. Als
Identifikationsfigur tritt Paula auf. Sie Ñhältì
den Kurs. Damit wird zugleich den üblichen Rollenklischees
vorgebeugt: Programmieren ist hier Frauensache. HTML wird anhand von
fertigen Beispielen erklärt. Die Kinder werden aber stets dazu
aufgefordert, ihre eigenen Seiten auszuprobieren, bevor sie mit der
Lektion weitermachen. Leider wird keine Hilfefunktion angeboten, die
bestimmte Wörter noch einmal erklärt. Die einzelnen
Lektionen können zwar einzeln aufgerufen werden, ein lineares
Durcharbeiten von Lektion zu Lektion ist aber in der Textstruktur
vorgesehen.
Hinter dem Pixelkids- HTML Kurs steht
ein klassisches Lehrgangskonzept. Der Lernstoff ist in kleine
Lektionen eingeteilt, die nacheinander abgearbeitet und ausprobiert
werden sollen. Verschiedene Schwiergkeits- oder Erfahrungsstufen
werden nicht berücksichtigt. Auch eine Mitgestaltung der Seiten
sowie eine Kommunikation zwischen ÑKursteilnehmernì ist
nicht vorgesehen. Medienkompetenz wird hier durch Erlernen einer
Sprache gefördert, die zur Mitgestaltung von Medien angewandt
werden kann.
Die Seiten sind optische sehr
Ñknalligì aufgemacht. Dies wird aber durch sehr
einfache Mittel erreicht, welche dem WWW angemessen sparsam
eingesetzt werden. Somit ist die Seite mit Standardkonfigurationen
gut und fehlerfrei darstellbar. Die einzelnen Abschitte sind
altersgemäß kurz HTML- Code Beispiele können auch in
der für den späteren Betrachter sichtbaren Form dargestellt
werden.
Der Kurs ist zwar verständlich
geschrieben. Eine Ñechteì Hypertext- Lernumgebung liegt
hier allerdings nicht vor. Die vorgesehene Lesestruktur ist zu
linear. Es handelt sich vielmehr um ein Handbuch das nicht in Papier-
sondern in Digitalform publiziert wird. Aber auch so hat das Angebot
seine Berechtigung. Es ist durchaus hilfreich, wenn man Kindern HTML
beibringen will. Man sollte es aber in Betracht ziehen, die einzelnen
Seiten auszudrucken und in Heftform zu bringen. Dies erleichtert die
Arbeit am Computer, da nicht zwischen verschiedenen
Bildschirmfenstern hin- und hergeschaltet werden
muß.
Hier zeigt sich, daß auch
klassische Medien durchaus ins Internet gestellt werden können.
Der Mehrwert gegenüber der herkömmlichen Publikationsform
liegt hier zwar allein im einfachen Bezug des Handbuchs. Würde
dieser Kurs über den klassischen Buchhandel vertrieben,
würde er aber wohl ein vielfaches der Online- Gebühren
kosten, die zum Herunterladen der WWW- Version nötig
sind.
Das WWW wird bestimmt durch Seiten zu unzähligen Themen. Leider sind diese oft nur für Erwachsene geschrieben. Speziell auf Kinder zugeschnittene Seiten sind noch Mangelware. Auch wenn mit hohem Aufwand professionelle Seiten zu einem Thema erstellt werden, muß das Ergebnis nicht unbedingt pädagogisch sinnvoll sein, wie wir bei Disney.de sehen werden.
Auf den deutschen Walt Disney Seiten
geht es natürlich um die Figuren aus den bekannten Disneyfilmen.
Vor allem aber um die Bewerbung von Disneyland- Paris und diverser
Disney Interactive Programme.
"Ihr wollt Action?
Dann klickt Euch
ein, beim
Kids-Club von
Disney Interactive!
Dort erwarten Euch
aktuelle
Neuigkeiten,
Verlosungen,
Wettbewerbe und
viel interaktiver
Spaß am PC!
Volle Ladung
jeden Monat!"
So wird der Besucher empfangen.
Disney.de richtet sich an Kinder, welche zum Kauf von Disney
Interactive Programmen oder zum Besuch von Disneyland Paris angeregt
werden sollen. Von der Eingangsseite aus erreicht man deshalb, neben
einem Katalog für die genannte Software und der Website des
Vergnügungsparks, nur den sogenanten Kids Club.
Stoffgrundlage sind
interessanterweise nicht die bekannten Kinofilme. Die
Verknüpfung zu einer Rubrik desselben Namens waren in der Zeit
der Recherche (September 1998) deaktiviert. Einziges echtes Thema ist
die Disney Interactive Software, die natürlich auch Motive aus
den Filmen verwendet.
Auf den KidsClub Seiten befindet sich
ein Preisausschreiben. Wer teilnehmen will, muß ein
Kreuzworträtsel ausfüllen, daß aber nur lösen
kann, wer sich vorher genau über die Disney- Programme
informiert hat. Außerdem gibt es eine Galerie mit Bildern
zum Film ÑArielleì, welche von Kindern eingesandt
wurden. Auf den Seiten zu speziellen Programmen hat man
außerdem die Möglichkeit E-Mail Grußkarten zu
verschicken, einen Disney- Zeichenkurs zu lesen, sowie an weiteren
Gewinnspielen teilzunehmen. Alle Ñinteraktivenì
Elemente zeichnen sich dadurch aus, daß sehr wenige
Gestaltungsmöglickeiten gegeben werden. So ist es nicht
möglich die E-Mail Postkarten mit eigenen Texten zu versehen.
Man muß hier aus Standardsätzen wie ÑAlles Gute zum
Geburtstag!ì auswählen.
Die Seite dient einzig der Bewerbung
von Produkten. Alle Gewinnspiele, Zeichenkurse etc. sind inhaltlich
mit einem konkreten Disney Interactive Programm verbunden.
Möglichkeiten zur Mitgestaltung gibt es nicht. Kommunikation
zwischen Kindern wird nicht angeregt.
Fast alle Elemente der Seiten sind
Grafiken, was den Seitenaufbau auch bei einer guten Verbindung sehr
verlangsamt. Aus den Beschreibungen der Verknüpfungen
läßt sich oft nicht erkennen, ob sich ein "interaktiver"
Teil der Website oder wieder nur ein Werbetext dahinter verbirgt. Oft
landet man auch auf Seiten, die sich sprachlich an erwachsene Kunden
richten. Viele Seiten erfordern zur Darstellung zusätzliche
Plug-Ins. Es treten häufig Fehler in der Darstellung oder bei
der Ausführung von Funktionen auf.
Die Seite nutzt die Hypertextstruktur geschickt, um Nutzer die auf der Suche nach Ñverwertbarenì Teilen der Seite sind immer wieder unvermittelt mit Werbetexten zu konfrontierten. Somit wird der ÑMedienverbundì (vgl. Hengst) der Disneyprodukte aus Filmen, Comics, Spielzeug, Freizeitparks und Software nun auch auf das Internet ausgedehnt. Leider hat die Seite darüber hinaus keinen wirklichen Nutzwert.
Will man die Angebote für Kinder
bewerten, muß man sich vor allem an der Frage orientieren, ob
sie die Potentiale des Internet, selbstbestimmte
Informationsbeschaffung und Erleichterung der Kommunikation zwischen
den Nutzern, ausschöpfen.
Die Anzahl der vorhandenen Projekte ist
noch recht klein. Es zeigen sich aber erste, vielversprechende
Initiativen, welche die obengenannten Möglichkeiten gut
erschließen.
Interessant ist, daß nicht mit
schulischen Institutionen zusammenarbeitende Anbieter, wie Birgit
Bachmann oder der Südwestrundfunk, für Kinder im
Grundschulalter geeignetere Webseiten unterhalten als beispielsweise
das Schulweb.
Kommerzielle Anbieter beschränken
sich oft noch auf reine Werbung.
Eines der Potentiale des Internet liegt darin, daß alle seiner Benutzer an seiner Mitgestaltung beteiligt werden können. Ob auch schon Kinder diese Möglichkeit wahrnehmen, soll hier untersucht werden.
Der Internetzugang von Schulen wird durch Bundes- wie Landesintiativen gefördert. Ein Blick auf die Seiten von Schulen im Netz soll zeigen, inwieweit aus dieser Förderung auch sichtbare Ergebnisse entstehen und ob auch Grundschüler an der Gestaltung des Internet teilhaben dürfen.
Füchslein ist die
Schülerzeitung der Reichshofschule in Westhofen, einer
Grundschule der Stadt Schwerte.
Es wird sowohl eine Internetausgabe als
auch eine Printversion des Füchsleins hergestellt. Texte werden
auf dem Computer geschrieben. Für die redaktionelle Arbeit ist
die Zeitungs- AG der Schule zuständig. Diese umfaßt ca. 12
Schüler, die jedes Schuljahr wechseln. In der letzten
veröffentlichten Ausgabe wird hier beispielsweise die neue
Schulleitung interviewt, ein Comic über kleine Wesen aus dem All
wird vorgestellt und einige Kinder veröffentlichen
selbstgeschriebene Geschichten.
Neben dem Füchslein enthält
die Homepage der Reichshofschule auch Informationen über die
Klassen 2cund 4b.
Die Adolf- Reichwein- Schule ist eine Grundschule mit Förderstufe in Frankfurt- Zeilsheim. Neben einer Beschreibung des Schulalltags findet man die elektronische Ausgabe der Schülerzeitung ÑDie Lupeì, das ÑZeilsheimer Power Blattì. Dort erklären die Mitarbeiter der Zeitungs- AG was ein E-Zine ist, stellen Sportangebote in ihrer Umgebung vor oder erzählen Geschichten. Weitere Rubriken sind offenbar geplant, aber noch nicht fertig.
Auch hier wird vor allem die Schule präsentiert. Außerdem gibt es die Rubrik "Kids schreiben für Kids", welche allerdings erst einen Beitrag enthält.
Private Seiten von Kindern im
Grundschulalter sind oft schwer zu finden. Erleichtert wird die Suche
nach solchen Angeboten, wenn sie innerhalb von speziell für sie
geschaffenen Communities zusammengefaßt werden. Im Wohnviertel
des Kindernetz finden sich beispielsweise zahlreiche Homepages von
Grundschülern nahe beieinander. Dies ermöglicht es sehr
schnell einen Überblick über typische Elemente von privaten
Internetseiten, die von Grundschülern gestaltet wurden, zu
bekommen.
Allen Seiten ist gemein, daß die
Kinder durch die Seiten in Kommunikation mit anderen treten wollen.
Besonders andere Inhaber von Kindernetzseiten nutzen die
Möglichkeit zurückzuschreiben. Durch die Gründung von
ÑClubsì treten die Mitglieder in einen themenbezogenen
Dialog.
Der Phantasieclub wird auf einer Seite des Kindernetzwohnviertels geführt. Dort wird an einer Fortsetzungsgeschichte gebastelt. Initiatorien oder Initiator des Phantasieclubs ist ein neunjähriges Mädchen oder ein neunjähriger Junge. Wer interessiert ist, kann die Geschichte weiterschreiben.
Hinter dem Pseudonym Aaron verbirgt sich ein neunjähriger Junge aus Berlin. Er interessiert sich sehr für Haustiere und das was andere Kinder in ihrer Freizeit machen. Laut seinen eigenen Angaben hat er bereits 120 Briefe bekommen.
Schwämchen ist 10 und will einen Tierfanclub gründen. Sie sucht deshalb nach Mitgliedern. 11 Mitglieder hat sie bereits gefunden. Außerdem veranstaltet sie ein Quiz mit Fragen aus der Tierwelt.
Schulen nutzen die Homepage vor
allem, um sich selbst im WWW darzustellen. Themenbezogene Projekte
oder die Ausstellung von Arbeiten der Kinder finden sich noch kaum.
Auch ist auf den meisten Seiten nicht erkenntlich, inwieweit die
Kinder an den WWW- Seiten mitgearbeitet haben und welche Aufgaben
dabei von den Schülern übernommen wurden. Auch die
Möglichkeit, eine Kommunikationsplattform für Schüler
zu schaffen, wird noch kaum genutzt.
Wo Kindern diese gegeben wird,
beispielsweise im Südwestrundfunk Kindernetz wird sie eifrig
genutzt. Kinder stellen sich selbst dar und versuchen in Kontakt mit
anderen zu treten. Auch Schulen sollten Kindern vermehrt die
Möglichkeit bieten, das Internet zum Gedankenaustausch zu
nutzen.
Die Untersuchung der bisherigen
Angebote für Grundschulkinder im Internet hat gezeigt, daß
es bereits einige interessante Projekte gibt. Auch kommerzielle
Anbieter (siehe Disney.de) versuchen den Medienverbund auf das
Internet auszuweiten und dort gezielt Kinder durch Werbung
anzusprechen. An den Schulen tut sich in Sachen Internetpräsenz
aber noch recht wenig. Gerade diese sollten aber Veränderungen
in der Medienumgebung der Kinder Rechung tragen.
Welche Perspektiven eröffnen sich
für die Deutschdidaktik des Primarbereichs durch das Internet?
Es ist zwischen zwei Bereichen zu unterscheiden. Zum einen ergeben
sich Möglichkeiten, das Internet zur Optimierung des
herkömmlichen Unterrichts einzusetzen. Zum anderen
verändert sich im Internet die Produktion und Rezeption von
Texten. Setzt man voraus, daß das Internet einen ähnlichen
Siegeszug wie das Fernsehen und Computer antreten wird und somit auch
bald in der Mehrzahl der Kinderzimmer zu finden sein wird, dann
muß der Deutschunterricht der Zukunft diesem Phänomen auch
Rechung tragen, es thematisieren und Anpassungen in der Didaktik
vornehmen.
Beide Felder sollen in den nun folgenden
Abschnitten untersucht werden.
In dieser Arbeit gehe ich vor allem
auf die Strukturen des Deutschunterrichtes ein, wie sie im Rahmenplan
Grundschule des Landes Hessen (Kultusministerium) dargelegt
werden.
Auch wenn im Rahmenplan an keiner Stelle
das Internet erwähnt wird, so ergeben sich doch zahlreiche
Anknüpfungspunkte, in denen dieses bei der Umsetzung der
angestrebten Grundorientierungen der Primarerziehung sinnvoll
eingesetzt werden kann.
Abgesehen davon sollte es natürlich
auch in der Medienerziehung thematisiert werden, die der Rahmenplan
als fächerübergreifendes Aufgabengebiet nennt
(Kultusministerium, S. 270- 271).
Im Rahmenplan wird darauf
hingewiesen, daß sowohl mündlicher wie auch schriftlicher
Spracherwerb Ñam wirksamsten in authentischen
Sprachhandlungssituationen gefördertì (ebd. S. 89)
wird.
Da das Internet global zugänglich
ist, eröffnen sich neue Möglichkeiten gerade für die
schriftliche Kommunikation. Anders als der Eintrag in ein Schulheft
ist das Schreiben im Internet schon fast automatisch eine
Ñauthentischeì Sprachhandlungssituation, da mit ihm
eine Publikation für ein mehr oder weniger großes Publikum
einhergeht. Den Schülern ist somit klar, daß sie durch die
Verbreitung von Texten via E-Mail oder World Wide Web in
Kommunikation mit potentiellen Empfängern treten. Der
ÑSinnì des Schreibens wird so selbst bei einfachsten
Texten für das Internet deutlicher als bei noch so ausgefeilten
Lehrgängen, die nur zu Übungszwecken durchgeführt
werden.
Die ÑBereitschaft sich der
Mühe des Schreibens zu unterziehen, hängt maßgeblich
von der Faszination ab, die im Schreiben selbst liegt und die durch
das Schreiben erlebt werden kannì (Kultusministerium, S. 97).
Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, daß Ñdie
Aussicht, daß die eigene Geschichte veröffentlicht wird,
[...] die Bereitschaft an Form und Inhalt zu arbeitenì
(ebd.) fördert. ÑSchreibtexteì sollten deshalb als
ÑLesetexte für andereì (ebd.) konzipiert werden.
Vorgeschlagen werden die Veröffentlichung in klasseneigenen
Lesebüchern, an Lesewänden und in Klassenzeitungen. Hier
liegt es nahe dieses Angebot durch das Internet zu erweitern. Der
Rezipientenkreis kann dadurch erheblich vergrößert werden.
Damit würde dazu beigetragen, daß Kinder Ñals ernst
genommene Autor/innen soziale Akzeptanz und Anerkennung
findenì (ebd.) könnten. Dies wird dadurch verstärkt,
daß im Internet jederzeit per E-mail eine Rückmeldung an
den Verfasser eines Textes möglich ist.
Denkbare Umsetzungsformen wären
Geschichtensammlungen im WWW oder in Newsgroups. Teilweise wird diese
Form der Internetnutzung durch Grundschulen auch schon praktiziert,
wie wir im Abschnitt über die Webseiten von Schulen gesehen
haben.
Eine der Ñwichtigsten Aufgaben
der Schuleì (Kultusministerium, S. 102) im Fach Deutsch der
Primarstufe besteht nach Sicht des Rahmenplanes darin, Schüler
Ñzur selbständigen Informationsbeschaffung, -selektion,
und -verarbeitung zu befähigenì (ebd.). Das Internet
bietet eine Fülle von Informationsquellen, die von Kindern
ausgewertet werden können. Es kann hier Ñals
Ergänzung zu anderen Informationsquellen wie Lexika,
Lehrbücher, Fachbücher, Zeitschriften oder
Zeitungenì (Perrochon, S. 78) treten. Die
Informationsbeschaffung auf diesem Wege kann vor allem
selbständiger werden, da Informationsquellen nicht auf das an
der Schule vorhandene, durch die Lehrer zusammengetragene, Material
beschränkt bleiben.
Auch die im Rahmenplan geforderte
Veröffentlichung gesammelter und ausgewerteter Informationen
könnte im Internet erfolgen. Sinnvoll ist eine solche vor allem
dann, wenn die Ergebnisse für andere interessant sein
könnten. Auf eine der ÑDokumentationsformì
(Kultusministerium, S. 102) angemessene, also dem jeweiligen
Internetdienst angepaßte Gestaltung sollte dabei geachtet
werden.
Durch die Publikation im Internet
öffnet sich die Schule nach außen. Sie wird transparent.
Ergebnisse der Schularbeit können von Außenstehenden
eingesehen und eventuell verwertet werden. Die Arbeit der Kinder ist
somit nicht nur für sie selbst oder ihre Mitschüler
nutzbar. Es wäre denkbar konkrete Projekte im Unterricht
durchzuführen, welche von anderen Kindern genutzt werden
könnten. Schulische Arbeit würde somit eine neue
Qualität erhalten, weg vom reinen Üben, hin zur Schaffung
von verwertbaren Informationsprodukten.
Diese Arbeitsweisen sind zwar auch mit
herkömmlichen Arbeitstechniken denkbar. So ließen sich
auch Broschüren mit den entsprechenden Informationen herstellen.
Das Internet erleichtert aber die Publikation ungemein. Digitale
Dokumente sind (z.B. per E-mail) günstig und schnell
vervielfältigbar oder können (z.B. im WWW) global und
jederzeit erreichbar zugänglich gemacht werden.
Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser
Arbeit (August bis September 1998) werden Kinder im Grundschulalter
noch kaum als ernsthafte Internetnutzer wahrgenommen. So gibt es,
zumindest im deutschsprachigen Raum noch kaum qualitative oder
quantitative Untersuchungen über diese Gruppe. Dies liegt auch
daran, daß nur ein noch kleiner Teil der Bundesbürger
überhaupt über einen Internetzugang verfügt. Da die
Kosten vor allem für Telefon und Providergebühren noch
relativ hoch sind, wird auch nur ein Bruchteil der Internetuser mit
Kind überhaupt auf die Idee kommen, diese an die neue Technik
heran zu lassen. Die Zuwachsraten der Internetzugänge steigen
aber unaufhörlich. Es steht zu erwarten, daß sie,
ähnlich wie Fernseher und Computer vor ihnen, ihren Weg in die
Kinderzimmer finden werden. Manche sehen am Abschluß dieser
Entwicklung auch das Ende der ÑGrenzen zwischen den Medien
Radio, Fernsehen, Telekommunikation, Online- Diensten und
Printmedienì (Baacke, S. 24) kommen. Man braucht aber gar
nicht so weit zu gehen, um zu erkennen, daß das Internet die
Gesellschaft der Zukunft wohl stärker prägen wird als
beispielsweise das Fernsehen die heutige. Es scheint klar, daß
das Internet als eine der ÑInformations- und
Kommunikationstechniken, [...] deren volks- und
weltwirtschaftliche Bedeutung der großen Erfindungen des
vorangegangenen Jahrhunderts gleichkommtì (Lück, S. 5- 6)
zur ÑBasisinnovationì (ebd.) der Zukunft
wird.
In einem solchen Fall kann die Schule
nicht mehr nur dadurch reagieren, daß sie das Internet im
Rahmen des herkömmlichen Unterrichts als nette Erweiterung
nutzt. Sie muß der Veränderung in der Medienumwelt der
Kinder Rechnung tragen und didaktisch agieren. Dies gilt vor allem
dann, wenn das Internet, wie von manchen Medientheoretiker
prophezeit, zu grundlegenden Veränderungen der
Ñgesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisseì
(Münker, S.7) führt und die Ñmediale Basisì
(ebd.) der prophezeiten
ÑInformationsgesellschaftì(ebd.) bilden wird. Das
Lernen in dieser wird nach Ansicht vieler Medienpädagogen
geprägt sein von Ñeiner stärkeren
Individualisierung, Eigenaktivität, Dezentralisierung,
Kommunikation und Zusammenarbeitì (Schulz-Zander, S. 9).
ÑOrientierungswissenì (ebd.) wird wichtiger als
ÑVerfügungswissenì (ebd.) werden.
Welche Konsequenzen ergeben sich daraus
für die Deutschdidaktik der Primarstufe? Wie kann das Fach dazu
beitragen die vielbeschworene
ÑSchlüsselqualifikationì
ÑMedienkompetenzì (ebd.) bei Schülern zu
fördern? In den nachfolgenden Abschnitten möchte ich
darstellen, welche Anforderungen meiner Ansicht nach auf die
Schüler und Lehrer in Zukunft zukommen und wie die nötigen
Qualifikationen aufgebaut werden können.
Wenn der Siegeszug des Internet
anhält und es, ähnlich wie das Fernsehen, in allen Alters
und Gesellschaftsschichten genutzt wird, hat dies auch Auswirkungen
auf die Anforderungen an Grundschüler. Denn anders als das
Fernsehen dient das Internet nicht nur zur Freizeitgestaltung. Wenn
wir davon ausgehen, daß es als ÑHypermediumì zur
privaten wie beruflichen Kommunikation dienen wird, so ist
anzunehmen, daß seine Nutzung zu einer Kulturtechnik wird, die
ähnlich der Nutzung von Büchern, Zeitschriften, Fernsehen
oder wie das Telefonieren unerläßlich ist, will man am
gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Dadurch werden Kinder in Zukunft neue
Qualifikationen haben müssen, um sich in der vernetzten
Gesellschaft behaupten zu können. Diese Anforderungen werden von
den Strukturen und Eigenheiten des Internet geprägt sein.
Folgende Kompetenzen werden, meiner Meinung nach, sowohl für die
Rezeption als auch für die Produktion, von
Internetbeiträgen, in Zukunft nötig sein.
Geschrieben wird heutzutage nicht
mehr nur mit Stift und Papier, sondern zum größten Teil
mit Computern. Schreiben mit dem Computer sollte zumindest
gleichberechtigt neben dem manuellen Schreiben mit Papier und Stift
erlernt werden können. Wenn das Internet seinen Siegeszug durch
die Gesellschaft fortsetzt, wird auch der richtige Umgang mit der
nötigen Hard- und Software zu den Kulturtechniken hinzutreten,
die in unserer Gesellschaft unerläßlich sind.
Schule hat immer einen emanzipatorischen
Auftrag. Deshalb ist es ihre Aufgabe Kindern, denen der Zugang zu
dieser Technik zu Hause verwehrt ist, in die grundlegende Bedienung
derselben einzuführen.
Diese Aufgabe sollte aber nicht durch zu
sehr auf die technischen Aspekte der Internetnutzung ausgerichtete
Lehrgänge gelöst werden. Technische Fertigkeiten lassen
sich am besten durch themenzentrierte Arbeit mit Hard- und Software
erwerben. Die Sicht der Kinder sollte nicht einseitig auf
ÑMaschinerieì Internet gerichtet werden, sondern es
sollte immer transparent bleiben wozu der Umgang mit dem Netz dienen
kann und in welchen Bereichen andere Medien sinnvoller
sind.
Hier sollte auch Wert darauf gelegt
werden, daß Kinder die Hintergründe für die
Bedienungsschritte verstehen. Ein
ÑSchritt-für-Schritt-Auswendiglernen der
auszulösenden Befehle ist wenig hilfreich, da Soft- und Hardware
einer ständigen Veränderung unterworfen sind. So daß
die Ñgegenwärtigen [technischen Barrieren]
gewiß nicht die künftigen sein werden, die Kinder zu
beherrschen habenì (Kübler a, S. 8).
Mit der Optimierung der technischen
Möglichkeiten des Internet werden Internetdokumente zunehmend
Ñmultimedialerì werden. Das heißt die Texte
werden zunehmend durch Animations-, Audio- und Videoelemente
angereichert werden. Verschiedene Medien werden in einem
Internetdokument Ñgemeinsam präsentiert werdenì
(Aufenanger, S. 450) Kinder werden deshalb gefordert sein nicht nur
Buchstaben, Wörter und Sätze sinnerfassend lesen zu
können. Diese Ñeinfache - nicht simple -
Lesefertigkeitì (Lück, S. 8) wird nicht mehr ausreichen.
Auch die ÑAnalyse und Interpretationì (Schulz- Zander,
S. 10) von Symbolen, Animationen oder Videosequenzen, alleine oder im
Verbund mit dem geschriebenen Wort, wird zu einer Qualifikation
werden, die über die optimale Rezeption von Dokumenten
entscheidet. ÑÄhnlich wie eine hermeneutische Kompetenz
für das Verstehen von Texten notwendig ist , benötigt man
zur Entschlüsselung von hypermedialen Lernsystemen die
Fähigkeit zum Verständnis von Graphiken, Animationen und
Bildernì (Aufenanger, S. 454) Dies läßt sich auf
alle multimedialen Dokumente übertragen. Der Textbegriff
muß, wie von einigen Medienpädagogen schon länger
gefordert auf ÑBild- Ton- Wort- Gefügeì (Doelker,
S. 111) erweitert werden.
Im Rahmenplan des Landes Hessen wird als
eines der Lernziele für den Deutschunterricht in der Primarstufe
bereits das Zeichenverständnis, im Sinne eines korrekten Umgangs
mit Symbolen, als wichtige Qualifikation genannt (Kultusministerium,
S. 94). Dies wird auf das Verständnis multimediale Elemente
ausgeweitet werden müssen.
Da die Verbindung von Bild, Audio und
Video am Computer wesentlich leichter möglich ist als mit
bisherigen Methoden könnten auch relativ junge Kinder ihre Texte
mit entsprechenden Elementen versehen. Die Schule sollte ihnen
hierbei Hilfestellung leisten. Vor allem sollte sie aber vermitteln,
wann solche Verknüpfungen sinnvoll sind und wie sie zur
Verbesserung des Textverständnisses beitragen
können.
Wer die Erstellung von
Multimediaangeboten selbst beherrscht, wird auch kaum der Versuchung
erliegen multimedial gestaltete Angebote hätten automatisch mehr
ÑAuthentizität und Glaubwürdigkeitì
(Kübler b, S. 57).
Der Erwerb der Fähigkeit
multimediale Dokumente interpretierend und analysierend lesen und
rezipientengerecht erstellen zu können, sollte als
ÑZugewinn an Literalität begriffen werdenì
(Lück, S. 8).
Mit dem zunehmenden Vordringen von
Internet und WWW in die Gesellschaft wird nach Ansicht mancher
Medientheoretiker ÑHypertext zu einem zentralen Genre
kultureller Kommunikation avancierenì (Bolter, S. 42). Sowohl
das Schreiben als auch das Lesen von Hypertexten unterscheidet sich
von dem Schreiben und Lesen herkömmlicher Texte. Dokumente im
Internet können Ñhierarchisch, sequenziell, kreisartig
oder netzartig miteinander verbunden seinì (Lück, S. 7).
Dieses Phänomen wird auch als ÑEntlinearisierungì
(ebd.) bezeichnet. Dadurch steigen die Anforderungen an die
Schüler. Sie können sich Ñschnell verlieren, wenn
sie sich nicht eigene Ziele bestimmen und daran festhaltenì
(Blatt, S. 74). ÑEntscheidungsfreude, Zielstrebigkeit
[und] Durchhaltevermögenì (ebd.) werden zu
wichtigen Qualifikationen im Lese- wie im Schreibprozeß werden.
Gerade im scheinbar unendlichen Textgeflecht des WWW müssen sich
Leser wie Schreiber Ñimmer von neuem entscheiden, welche
Möglichkeiten sie wahrnehmen und wann sie ihre Arbeit für
beendet erklärenì (ebd.). Die damit verbundene
ÑFähigkeit, aus der Vielzahl von Informationen jene
herauszusuchen, die zu einer Problembearbeitung notwendig
sindì (Aufenanger, S. 456), ließe sich auch als
ÑSelektionskompetenzì (ebd.) bezeichnen. Außerdem
will die Verwendung und Benutzung von Hyperlinks gut geplant sein.
Der ÑSinn und die Möglichkeiten solcher links
[müssen] verstanden werdenì (Aufenanger, S.
454).
Ähnlich wie die Arbeit mit
Nachschlagewerken und Lexika, welche durch die zahlreichen Verweise
bereits Ñihrer Natur nach hypertextuell sindì (Bolter,
S. 44), sollten Kinder auch in die Arbeit mit Internet-
Hypertexten eingeführt werden. Die Schule sollte schon
früh die Fähigkeit zur zielgerichteten
ÑNavigationì (Aufenanger, S. 456) in solchen Strukturen
fördern, indem die Besonderheiten von Hypertexten im Unterricht
thematisiert und die Rezeption sowie das Erstellen von Hypertexten
geübt wird.
Eine der interessantesten Potentiale
des Internet liegt in der Möglichkeit zur Interaktion. Wie wir
bei der Untersuchung der aktuellen Angebote gesehen haben, werden in
vielen Bereichen Mitgestaltungsmöglichkeiten eingeräumt.
Teilweise leben Websites alleine durch die Beiträge der Kinder,
wie die Foren oder Communities. Anders als Print- oder
herkömmliche Massenmedien rufen diese Seiten geradezu dazu auf
aktiv handelnd tätig zu werden. In diesen Angeboten wie
eigentlich auch in jedem Internetdienst gilt: ÑJeder
Empfänger ist hier potentiell auch ein Senderì (Moser, S.
13). Im Blickfeld der Mediendidaktik muß deshalb nicht nur die
Rezeption von Medien, sondern auch die aktive Beteiligung an ihrer
Gestaltung stehen. Diese Möglichkeit zur Beteiligung sollte im
Unterricht thematisiert und, beispielsweise im Rahmen von Projekten,
auch genutzt werden.
ÑKooperationsfähigkeit und
Verantwortungsbewußtseinì (Blatt, S. 74) ist für
jede Aktivität im Netz grundlegende Voraussetzung. Auch diese
Ñsozialenì Komponenten des Lernens werden mit dem
Vordringen der Vernetzung nicht etwa zurückgedrängt werden,
sondern noch stärker gefordert sein.
Das Internet schafft
Kommunikationsforen, die losgelöst von konkreten, realen
Situationen existieren können. So ist es möglich, daß
sich deren Teilnehmer Ñfürs Netz eine eigene
Identität zulegenì (Moser, S. 13), welche mit der
dahinterstehenden realen Person nicht unbedingt übereinstimmen
muß. Schüler sollten deshalb schon früh mit dem
Unterschied zwischen Ñ'virtuellem' und 'realem' Lebenì
(Moser, S.15) vertraut gemacht werden. Eine Ñerfahrungs- und
handlungsbezogene Auseinandersetzung mit dem Alltagì (ebd.)
sollte deshalb bei jeder Beschäftigung mit dem Internet nicht
vernachlässigt werden.
Dazu gehört auch eine
Auseinandersetzung mit der Realität anderer
Kommunikationsteilnehmer. Da Daten im Internet oft in virtuellen
Foren ausgetauscht werden, ist nämlich der
ÑSituationsbezug nicht erkennbarì (Schulz- Zander, S.
10). Die Ñkulturellen Zusammenhängeì (ebd.), unter
denen die Informationen entstanden sind, müssen
entschlüsselt werden. Auch dies ist eine anspruchsvolle aber
nicht unlösbare Aufgabe für die Schüler der
Zukunft.
Unter Virtualitätskompetenz
könnte man auch die Fähigkeit einordnen, Informationen aus
dem Netz auf ihre ÑPlausibilitätì (Kübler b,
S.57) und ihren ÑWahrheitsgehaltì (ebd.), hin zu
überprüfen. Hierzu ist aber zu bemerken, daß dies
wohl eher eine bislang unterschätzte Notwendigkeit, als eine neu
durch das Internet aufgeworfene Problematik darstellt. Denn das
Vorurteil, daß in Büchern Ñeben die Wahrheit
drinì (Bußmann, S. 19) stehe, ist nicht immer
richtig.
Auch die Rolle des Lehrers wird sich
verändern, sollte das Internet in Gesellschaft und Schule Einzug
halten.
In der traditionellen Schule war der
Unterricht auf den Klassenraum beschränkt. In der vernetzten
Schule ist es möglich, sämtliche frei zugängliche
Informationsquellen zu nutzen. Auch die Kommunikationspartner
müssen nicht mehr vor Ort sein.
In der traditionellen Schule hatte der
Lehrer oft die alleinige Verfügung über die von den
Schülern verwendeten Informationsquellen. Er konnte Bücher
und Arbeitsmaterialien bestimmen, mit denen in der Klasse gearbeitet
wurde. Durch das Internet ist es möglich, auf alle in ihm
vorhandenen Informationen weltweit zuzugreifen, Ñauch solche
die, die oftmals die Lehrperson nicht kenntì (Schulz- Zander,
S. 9). Im vernetzten Klassenzimmer stellt sich deshalb die Frage,
inwieweit diese Informationen für Kinder vorselektiert werden
sollten.
Vieles spricht dafür das das
Rollenverhältnis Lehrer (als Wissensvermittler) Schüler
(als Wissensempfänger) durch eine ÑKreisbewegung offener
Kommunikationì (Baacke, S. 25) abgelöst werden wird. Auch
Lehrer werden wie ihre Schüler lernen müssen mit
Ñneuen Wahrnehmungsweisen umgehenì (ebd.) und die
Ñneuen Kommunikationstechniken angemessen bedienen zu
könnenì (ebd.).
Lehrer müssen den Kindern
Hilfestellung bei der Informationsbeschaffung leisten. Außerdem
müssen Dokumente analysiert und weiterverarbeitet werden. Aber
hier sollte der Lehrer den Schülern eher kooperierend als
belehrend zur Seite stehen. Er sollte ÑLernberater werden,
methodische Hinweise geben, wie mit Systemen umzugehen ist, wie
Probleme angegangen werden können und wo Wissen her bezogen
werden kannì (Aufenanger, S. 460). Nur wenn die Schüler
auch als ÑMitarbeiterInnenì (ebd.) betrachtet werden,
kann diese Aufgabe erfolgreich gemeistert werden.
Außerdem ist zu erwarten,
daß vermehrt Fortbildungsangebote für Lehrer im Internet
zur Verfügung stehen werden. Schon jetzt können Lehrer auf
Arbeiten ihrer Kollegen zugreifen, beispielsweise auf dem Deutschen
Bildungsserver (http://dbs.schule.de/)
oder in der Zentrale für Unterrichtsmedien (http://www.zum.de/).
Diese Angebote werden wahrscheinlich erheblich ausgeweitet werden und
Lehrer unterschiedlicher Schulen werden vermehrt miteinander
kooperieren.
Wir haben gesehen, wie das Internet
aufgebaut ist, welche verschiedenen Dienste in ihm vereint sind.
Obwohl alle verschiedene Vorzüge und Schwächen haben, ist
ihnen doch gemein, daß sie Kindern Möglichkeiten für
die Erweiterung ihres Kommunikationsfeldes bieten.
In Abschnitt Internetangebote für
Kinder ließ sich feststellen, daß es bereits etliche
Angebote gibt. Die Qualität ist allerdings sehr unterschiedlich.
Einheitliche Standards fehlen noch. Es ist vor allem interessant zu
sehen, daß private Einzelinitiativen von Bildungsträgern
geförderten Projekten durchaus vorraus sein
können.
Einzelne Grundschulen und
Grundschüler haben den Weg ins Internet bereits
gefunden.
Das Internet bietet heute
Möglichkeiten den Deutschunterricht in der Primarstufe zu
bereichern und wird in Zukunft nicht mehr aus ihm wegzudenken sein.
Der Grund hierfür liegt im Einfluß seiner hypermedialen
Struktur auf die ÑTechnologie des Schreibensì (Bolter,
S. 37). Will die Deutschdidaktik der Primarstufe ihrem Auftrag
nachkommen, die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder Ñso
wirksam wie möglich zu entfalten und zu erweiternì
(Kultusministerium, S. 88) so muß sie die Veränderungen,
welche sich durch die neue Technik für die Schreibkultur
ergeben, analysieren und entsprechend reagieren.
Trotzdem gibt es immer noch starke
Vorbehalte, auf die ich im folgenden eingehen möchte.
Ein Argument gegen die Einführung
des Internet sind die angeblich hohen Kosten für Geräte und
Nutzungsgebühren. Hierzu ist jedoch zu bedenken, daß diese
Kosten je nach Nutzungsart sehr stark schwanken. Auch sind in den
Klassen häufig schon Computer vorhanden, die zumindest für
einfache, textorientierte Anwendungen wie das Verfassen von E-Mails
ausreichen. Ähnlich wie viele Computer (vgl. Renner, S. 24)
könnte die Internet- Hardware aus Sachspenden von Eltern oder
von Firmen bezogen werden, welche älterer Geräte
ausmustern. Im übrigen gilt es zu bedenken, daß auch
anderes Unterrichtsmaterial Geld kostet und Kostenfragen nicht die
Diskussion überlagern dürfen, ob der Einsatz nun didaktisch
sinnvoll ist oder nicht.
Ein anderes Argument gegen Zugang
für Kinder zum Internet ist die Behauptung, daß
Ñder Jugendschutz beim Surfen im Internet nicht
gewährleistet werden kannì (Blatt, S. 82). Dies ist so
nicht richtig. Gerade im WWW ist es unwahrscheinlich, daß
Kinder ohne aktive Suche danach an desorientierendes Material
geraten. Bester Jugendschutz ist hier die Kontrolle durch den Lehrer.
Wenn der Lehrer auch nur einen groben Überblick über die
Aktivitäten seiner Schüler im Netz hat, kann er
intervenieren. Das Ñim Auge behaltenì der Schüler
sollte meiner Meinung nach Vorrang vor einem Einsatz von
Filterprogrammen oder dem totalen Internetverbot für Kinder
haben.
Vielleicht gibt die freie
Zugänglichkeit von Pornographie, Gewaltdarstellung und
intoleranten Dokumenten ja auch den endgültigen Anstoß
dazu, daß sich Grundschullehrer und Eltern aus ihrer oft noch
tief verwurzelten Bewahrhaltung lösen und Themen wie
Sexualität, sexuelle Gewalt, Gewalttaten und Diffamierungen
endlich aufgreifen und mit den Kindern thematisieren. Die hessischen
Rahmenpläne fordern (Kultusministerium, S. 268- 269 und 272-
273) dies bereits.
Quelle von Kritik sind auch die oft
negativ beurteilten Nutzungsweisen der Informations- und
Kommunikationsangebote durch Kinder und Jugendliche. So erfolgt die
Kommunikation gerade in E-Mails, Chats und anderen Foren oft auf
einem Ñinhaltlich und sprachlichen einfachen Niveau mit
vielfachen Verstößen gegen schriftsprachliche
Normenì (Blatt, S. 81). Hierbei ist zu bedenken, daß
diese Form der Korrespondenz oft als Ersatz mündlicher
Kommunikation verwendet wird. Den Teilnehmern ist bewußt,
daß sie nicht Ñkorrektì schreiben. ÑDarauf
im Unterricht angemessen zu reagierenì (ebd.) kann wohl eher
durch Thematisierung der Bedeutung korrekter Orthographie erreicht
werden als durch den Versuch jeden Beitrag zu einem Chat auf
Rechtsschreibfehler hin zu untersuchen oder eine solche
Kommunikationsform völlig abzulehnen.
Kritiker werfen dem Internet oft vor, es
erwecke bei Kindern den Eindruck, daß ÑDaten
zufällig, beliebig , flüchtig, zeitabhängig sind,
daß man nie findet was man sucht, aber vieles andere was
möglicherweise auch spannend sein könnteì
(Kübler a, S. 9). Dies könnte durch eine Thematisierung der
Bedeutung, die unterschiedliche Infomationen haben können,
vermieden werden. Zielgerichtete Suche und Beurteilung von gefundenen
Informationen sollte ja eine der Kompetenzen sein, die Kinder im
Umgang mit dem Internet erlernen.
Ebenso sollte nicht der Fehler begangen
werden, den Begriff Wissen Ñauf Information die man einfach
übernimmt und übermitteltì (Hentig 1993, S. 42) zu
reduzieren. Hentig bemerkt hierzu, daß es falsch sei
anzunehmen, ÑWissen sei schon Wissen, wenn es einer als
solches in einen 'Speicher' eingäbe: dann könnte man es
sich dort abholen, wenn man es braucheì (Hentig 1997). Dieser
Eindruck sollte bei den Kindern keinesfalls entstehen. Trotz Zugang
zum Internet darf der Aufbau von Grundwissen (vor allem von
Orientierungswissen) nicht vernachlässigt werden.
Außerdem sollte das Internet nicht
als einzig wahre Informationsquelle überbewertet werden. Es
sollte den Schüler durch die aktive Auseinandersetzung mit dem
Internet klar werden, daß Ñnichtelektronische Suchwege
und Reservoirs [ihre] Bedeutung und Gültigkeitì
(Kübler a, S. 9) nicht verlieren, sondern behalten und je nach
Aufgabe sogar vorzuziehen sind.
Die aus solchen Äußerungen
sprechende Idee, man würde Schüler durch den frühen
Umgang mit einem Medium auf dasselbe Ñkonditionierenì
(Hentig 1997) hat sich schon beim Computer nicht bewahrheitet.
ÑStimmt der pädagogische Rahmen, auf den es weit
stärker ankommt als auf das Medium, dann wählen die
Grundschüler unter einer bewußten Nutzen- und
Werkzeugperspektive den Computer neben anderen Medien.ì
(Mitzlaff 1996, S. 26). Auch beim Internet erkennt der geübte
Nutzer schon bald die Grenzen, die sich für die
Informationsbeschaffung ergeben. Der Illusion, alle Informationen der
Welt seien hier jederzeit blitzschnell abrufbar, erliegt wohl nur
derjenige, der sich noch nicht aktiv mit dem Netz beschäftigt
hat. Auch um dem Internet diesen ÑMythosì der absoluten
Überlegenheit zu nehmen, sollte es bereits in der Primarstufe
thematisiert werden.
Vielen Kritikern des Internet sollten
sich vielleicht auch gründlicher mit den technischen
Möglichkeiten und den unterschiedlichen Funktion der einzelnen
Dienste befassen und den Kindern und Jugendlichen die diese nutzen
mehr Respekt und Verständnis entgegenbringen. So würden
vielleicht auch Äußerungen unterbleiben wie:
ÑVergrößern
Schülerzeitungen, die bestenfalls von lokalem Interesse sind,
und globale, aber oft belanglose 'Chats' nicht nur die Flut von
'Datenmüll' im Netz?ì (Mitzlaff 1998, S. 114)
ÑUnd die Kids freuen sich ,
daß ihre elektronischen Seiten weltweit von jedermann
betrachtet werden können - Selbstdarstellung an sich. Gibt es in
Deutschland keine Nachbarn mehr?ì (Hentig 1997)
Hier wird nicht nur die Bedeutung von
Selbstdarstellung für Selbstwahrnehmung, Selbstverwirklichung
und Selbstwertgefühl (siehe Hickethier) ignoriert. Es zeigt sich
auch eine sehr eingeschränkte Vorstellung von
Ñsinnvollerì Kommunikation.
Lesen (wie Schreiben) kann immer eine
Ñhedonistische Funktionì (Kultusministerium, S. 106)
erfüllen. Lesen aus ÑLust, also als Genuß und zur
Unterhaltungì (ebd.) soll nach dem Rahmenplan als
ÑLesefunktion betontì (ebd.) werden. Gerade diese Lust
an der Unterhaltung macht die Chats für Jugendliche aber so
attraktiv. Der Small Talk, der dort stattfindet, ist somit mitnichten
nur ÑDatenmüllì.
ÑLediglich lokales
Interesseì an einem Text rechtfertigt übrigens ebenfalls
seine Veröffentlichung im Internet. Sobald Sender und
Empfänger von Informationen räumlich getrennt sind, und sei
es nur durch eine paar Häuserblocks, erleichert das Internet den
Austausch. Wenn eine Schülerzeitung Informationen enthält,
die auch für andere Kinder (oder Erwachsene) interessant sein
können, warum soll sie dann nicht im World Wide Web
zugänglich gemacht werden?
Natürlich sollen Kinder mit ihren
ÑNachbarnì kommunizieren, aber wieso will man ihnen das
Recht verwehren, außerhalb ihres direkten Bekanntenkreises nach
Gleichgesinnten für ausgefallene Hobbys oder Interessen zu
suchen.
Ich kann mich des Eindrucks nicht
erwehren, daß aus den von Harmut Mitzlaff dargestellten
Einwänden gegen den Interneteinsatz und den
Äußerungen von Harmut von Hentig, immer noch die
überholte Vorstellung mitschwingt, nur wer als Redakteur,
Schriftsteller, Professor oder Leiter einer angesehenen Laborschule
einen gewißen Status erworben hat, habe auch das Recht seine
Meinung einem breiteren Publikum kundzutun. Diese Zeiten sind vorbei.
Auch im Internet sollten Schüler die Möglichkeit haben
Ñals ernst genommene Autor/innen soziale Akzeptanz und
Anerkennung zu findenì (Kultusministerium, S. 97).
Natürlich gibt es Inhalte, die im
Internet eher ihren Platz haben als andere. So sollten bei der
medienpädagogischen Arbeit in der Schule immer auch
gefragt werden, Ñwas mit dem [...] Endprodukt gemacht
wird. Wen soll es erreichen und vor allem wie?ì (Hickethier,
S. 135). Aber hier kommen wir schon zu allgemein gültigen
Problemen der Medienpädagogik, die nicht erst vom Internet
aufgeworfen wurden.
Hierzu gehören Allgemeinplätze
wie: ÑKeinesfalls darf [Arbeit mit dem Computer]
jedoch zu einem Verlust an authentischen Erfahrungen und sozialem
Lernen führenì (Schulz- Zander, S. 12). Was für die
Beschäftigung mit jedem Medium (auch dem Buch!) genauso wie
für das Internet gilt. Oder daß die
Medienpädagogik dem Grundsatz treu bleiben muß:
ÑDie Apparate von vornherein in streng dienstbarer Funktion
heranziehen: keine Übungen um des Computers willenì
(Hentig 1993, S. 68). Genau so gilt kein Interneteinsatz um des
Internets willen, was ebenfalls mediumsunabhängig
Gültigkeit hat. Und natürlich ist klar: ÑOhne eine
überzeugende pädagogische Basiskonzeption und eine
entsprechende Qualifizierung wird die Bildungsrelevanz der
informationstechnischen Netze [...] fraglich bleibenì
(Mitzlaff 1998, S. 114).
Was bleibt also zu tun?
Ähnlich wie bei der Computernutzung
gilt beim Internet: ÑEs wäre völlig falsch, wollte
man als Grundschullehrer [...] in eine technische
Torschlußpanik verfallenì (Mitzlaff 1996, S. 48), aber
man muß auch die Forderung der Medienpädagogen:
ÑMittelfristig wird aber jede Grundschule eine
überzeugende medienpädagogische Antwort auf die
außerschulischen Computererfahrungen ihrer Kinder finden
müssen!ì (ebd.) ebenfalls auf das Internet
ausweiten.
Der Hessische Rahmenplan Grundschule
schlägt in dieselbe Kerbe:
ÑAngesichts einer sich rapide
verändernden Medienumwelt steht die Schule heute vor einer
schwer zu bewältigenden Aufgabe. Zugleich liegt darin aber auch
eine große Chance zur Neuorientierung des Lese- und
Literaturunterrichtsì (Kultusministerium, S. 106).
Medienpädagogen wie
Primarstufenlehrer scheinen gut beraten, die Entwicklung des Internet
weiter zu verfolgen. Insbesondere müssen sie analysieren, wann
der Zeitpunkt gekommen ist, an dem das Internet endgültig zu
einem entscheidenen Bestandteil der ÑMedienerfahrungenì
(Bauer 1998 c, S. 226) ihrer Kinder wird. Sie dürfen nicht durch
den momentan kleinen Anteil der Internetnutzer (an der
Gesamtbevölkerung und unter Grundschulkindern) eingelullt werden
und die Auseinandersetzung mit dem Internet auf später
verschieben. Die Erfahrungen mit Fernseher und Computer zeigen,
daß moderne Technologien nach und nach Einzug in alle Haushalte
und somit auch in die Kinderzimmer halten.
Diese Aufgabe sollte nicht zu leicht
genommen werden, denn ähnlich wie bei Computern gilt:
ÑEltern, Erzieher und Lehrer können nicht mehr wie
gewohnt ihre ('Erwachsenen'- Erfahrungen als Maßstab für
die Zukunft der Kinder setzenì (Bauer 1998 b, S. 195). Umso
wichtiger wird es bei der Auseinandersetzung mit neuen Technologien
das Ñwechselseitige Voneinander-Lernenì (Bauer 1994, S.
371) zu betonen oder wie Baacke es ausdrückt zu einer
ÑKreisbewegung offener Kommunikationì (Baacke, S. 25)
zu kommen.
Neben der Betrachtung der Strukturen im
Internet sollte in der medienpädagogischen Forschung
außerdem die konkrete Nutzung des Internet durch Kinder
quantitativ und vor allem qualitativ untersucht werden. Auch dies
könnte Rückschlüsse auf mögliche fachdidaktische
Konsequenzen geben.
Ignorieren dürfen wir die
Medienerfahrungen der Kinder nicht. Das Internet wird früher
oder später im Primarunterricht Deutsch thematisiert und
wahrscheinlich auch eingesetzt werden müssen.
ÑSich zu verweigern heißt,
anderen als pädagogischen bzw. medienpädagogischen
Kräften das Feld zu überlassenì (Aufenanger, S.
460).
Browser sind Programme zur
Darstellung von HTML- Dokumenten. Moderne Browser ermöglichen
einen Zugriff auf das -> WWW und enthalten meist zusätzlich
Programme zur Nutzung von -> E-Mail und -> Newsgroups. Durch
-> Plug-Ins können sie erweitert werden.
Die bekanntesten Browser sind der
Netscape Navigator und der Microsoft Internet Explorer.
Channel ist das englische Wort
für Kanal und bezeichnet einen Unterbereich des -> IRC, in
dem die Teilnehmer des jeweiligen Channels die Nachrichten anderer
lesen können.
In einem Chat können die
Teilnehmer Texte schreiben, die sofort für alle anderen lesbar
sind. Dadurch ist es möglich weltweit
ÑGesprächeì per Tastatur zu
führen.
Chats können über -> IRC,
-> Telnet oder über besondere Angebote im -> WWW
geführt werden.
Soft- oder Hardware zur Interaktion
mit einem -> Server.
Das englische Wort für Gemeinde
bzw. Gemeinschaft bezeichnet auch besondere Angebote im -> WWW.
Dort ist es den Teilnehmern möglich eigene Webseiten zu
gestalten. Die Nutzer erhalten so das Gefühl, sie hätten
ein eigenes ÑHeimì im Internet. Andere Teilnehmer
werden als ÑNachbarnì gesehen.
Download
Das englische Wort für
ÑHerunterladenì bezeichnet den Vorgang des Kopierens
eines Programms von einem -> Server auf einen lokalen Rechner.
Dies geschieht meist über -> FTP.
Ein Einwahlknoten erlaubt es
über das Telefonnetz eine Verbindung zum Internet herzustellen.
Einwahlknoten werden meist von -> Providern betrieben.
Die Abkürzung für das
englisches Wort Ñelectronic mailì bezeichnet sowohl
eine einzelne digitale Nachricht als auch den zur Übermittlung
derselben nötigen Internetdienst. (siehe auch Abschnitt
2.3.2)
Emoticons werden in -> Chats
verwendet um Mimik zu ersetzen. So werden Zeichenkombinationen zur
Imitierung von Gesichtsausdrücken genutzt. Zum
Beispiel:
:-) lachendes
Gesicht
:-( trauriges
Gesicht
Die ÑGesichterì werden
sichtbar, wenn man den Kopf um 90% nach links dreht.
Frames (auf deutsch Rahmen)
ermöglichen eine Darstellung mehrerer HTML Dokumente in einem
Browserfenster. Dabei kann es aber zu Darstellungsproblemen bei
niedrigen Bildschirmauflösungen kommen.
File Transfer Protocol bezeichnet
einen Internetdienst der sich des gleichnamigen Protokolls zur
Übertragung von Daten bedient.
Unter Homepage versteht man die WWW-
Seiten von Privatpersonen oder Organisationen. Hier können
sie sich darstellen und auf die von ihnen geschaffenen
Internetangebote verweisen.
Die wörtlich aus dem Englischen
übersetzt: Ñheißen Verknüpfungenì
bezeichnen eine im WWW übliche Form von Internetseiten, auf
denen der Autor alle -> URLs mittels -> Hyperlinks
verknüpft, die seiner Meinung nach zu interessanten Dokumenten
oder -> Sites gehören.
HTML ist die Abkürzung für
Hypertext Markup Language und bezeichnet eine
Textbeschreibungssprache, die das Erstellen von digitalen Hypertexten
ermöglicht. Dokumente im -> WWW sind in der Regel in HTML
geschrieben.
Ein Hyperlink oder Link bezeichnet
eine Verknüpfung in einem Hypertextdokument.
Internet Relay Chat wird IRC
abgekürzt und ist der Name eines Internetdienstes der ->
Chats ermöglicht.
Zahlreiche Internetangebote versuchen
die wichtigsten -> WWW- Seiten zu erfassen, in dem sie diese
hierarchisch gegliedert zusammenfassen. Kataloge ermöglichen,
dadurch das sie redaktionell betreut werden, meist einen
übersichtlicheren Zugriff auf das WWW als -> Suchmaschinen.
Bekannte Kataloge sind Yahoo (http://www.yahoo.de/),
Lycos (http://www.lycos.de/)
oder Web.de (http://web.de/).
-> Hyperlink
-> E-Mail
Als Mailboxen bezeichnet man
Computer, die man direkt über das Telefonnetz anwählen und
auf ihnen Daten ablegen oder abrufen kann. Mailboxen stellten vor der
flächendeckenden Verbreitung des Internet die wichtigste
Möglichkeit des Datenaustausches zwischen Computern dar und
werden zum Teil noch heute betrieben.
Als Meta- Tags bezeichnet man
für den Betrachter der Seite unsichtbare Anweisungen im
->HTML- Code.
Multi User Dungeons sind, meist
über -> Telnet zugängliche, virtuelle Umgebungen.
Mittels Eingabe von Befehlen können die Teilnehmer die Umgebung
verändern und miteinander interagieren. (siehe auch die
Erläuterungen im Abschnitt 2.3.5)
Newsgroups, News
Die im -> Usenet betriebenen
Newsserver ermöglichen den Austausch von Nachrichten weltweit.
Dieser Dienst läßt sich am besten mit digitalen Schwarzen
Brettern vergleichen an denen jeder Nachrichten unter hierarchisch
geordneten Untergruppen veröffentlichen kann. (siehe auch
Kapitel 2.3.3.)
Online- Dienste wie AOL, T-Online
oder Compuserve ermöglichen ihren Kunden Zugang zu einem
firmeneigenen Netzwerk. Außerdem haben diese meist die
Möglichkeit über den Online- Dienst auf das Internet
zuzugreifen.
Plug- In nennt man Programme, die
einen -> Browser um zusätzliche Funktionen ergänzen.
Hauptsächlich werden Plug- Ins eingesetzt um die Darstellung von
Animationen und Video- oder Audiodateien zu
ermöglichen.
Ein Provider stellt Dienstleistungen
rund ums Internet zur Verfügung, beispielsweise den Zugang zum
Internet über einen Einwahlknoten.
Computer, die anderen Rechnern
Dienstleistungen zur Verfügung stellen bezeichnet man als
Server. Das Internet besteht aus unzähligen solcher Server, die
verschiedene Funktionen wie Weiterleitung oder Speicherung von Daten
erfüllen.
Programme, die man vor dem Kauf
kostenlos testen kann, bezeichnet man als Shareware.
Site
Als Site oder Website wird im
allgemeinen eine Ansammlung von verschiedenen WWW- Dokumenten
bezeichnet, die zu einem Angebot gehören.
Als Suchmaschinen bezeichnet man
Internetangebote, die es ermöglichen, in Internetdokumenten nach
Schlagwörtern zu suchen. Bekannte Suchmaschinen wie Altavista
(http://altavista.digital.com/),
Excite (http://www.excite.de/)
oder Fireball (http://www.fireball.de/)
erlauben es, das gesamte ihnen bekannte Netz auf Stichwörter hin
abzusuchen. (zur Problematik der Recherche mit Suchmaschinen siehe
auch Glave)
Telnet ermöglicht es, auf einen
Server zuzugreifen, als hätte man lokalen Zugang. (siehe auch
Abschnitt 2.3.5)
Der Uniform Ressource Locator wird
meist als Internetadresse bezeichnet und ermöglicht es jedes
WWW-Dokument eindeutig zuzuordnen und erreichbar zu
machen.
Vom Internet unabhängiges Netz
zum Austausch von -> News. Daten aus dem Usenet werden heute aber
meist über das Internet übertragen.
Benutzer von Hard- und Software
beziehungsweise eines Internetdienstes.
-> Site ->Web
Das World Wide Web ist der wohl
erfolgreichste Internetdienst. Er besteht in erste Linie aus HTML-
Dokumenten auf verschiedenen -> Servern. Hypertexte im WWW sind
miteinander durch -> Hyperlinks verknüpft. Die HTML-
Seiten im
Web sind durch -> Browser
darstellbar. (siehe auch Abschnitt 2.3.6.)
Aus dem World Wide Web
übernommene Dokumente werden nach folgendem Schema
zitiert:
Name des Autors (wenn dieser nicht
genannt wird, der Name des Copyright- Inhabers)
Überschrift des
Dokuments
Adresse (URL) des Dokuments
Datum der Erstellung des Dokuments
(sofern vorhanden)
Datum der Einsicht durch den Verfasser
dieser Arbeit (dies ist nötig, da Dokumente im WWW oft
nachträglich verändert werden)
Arenhövel, Franz: Computereinsatz in der Grundschule. Donauwörth: Ludwig Auer Verlag 1994.
Aufenanger, Stefan: Die neuen Medien und die Pädagogik - Tendenzen in der Medienpädagogik. In: Bildung und Erziehung Jahrgang 49 (1996) Heft 4, S. 449- 460.
Baacke, Dieter: Schulen im Strom gesellschaftlicher Kommunikation. Medien und neue Schulfigurationen. In: Pädagogik (1997) Heft 6, S. 23- 25.
Bachmann, Birgit; Stefan R.
Müller: Wer macht die Blinde Kuh? Was steckt
dahinter?
http://homehobel.phl.univie.ac.at/hamburg/blindekuh/wer.html
gesehen am 17.09.1998
Bachmann, Birgit; Stefan R.
Müller: Was wird in die Suchmaschine aufgenommen?
http://homehobel.phl.univie.ac.at/hamburg/blindekuh/was.html
gesehen am 17.08.1998
Blatt, Inge: Der Computer im Deutschunterricht der Grundschule. In: Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 1997. S 72- 84.
Bauer, Karl W.; Vogt, Jochen (Hrsg.): Kinder - Bücher - Massenmedien. Opladen: Westdeutscher Verlag 1975.
Bauer, Karl W.: Mediatisierung der Gesellschaft und Perspektiven schulischer Medienpädagogik. In: Diskussion Deutsch (1994) Heft 140, S.365- 373.
Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft: Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.
Bauer, Karl W.: Medien. In: Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft: Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.
Bauer, Karl W.: Didaktik Deutsch. In: Bauer, Karl W. (Hrsg.): Grundkurs Literatur und Medienwissenschaft: Primarstufe. 3. überarbeitete und erweiterte Neuauflage. München: Wilhelm Fink Verlag 1998.
Bußman, Inge: Chillias. Die europäische virtuelle Kinderbibliothek der Zukunft. In: medien praktisch (1997) Heft 3, S. 19- 20.
Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1997.
Bolter, Jay D.: Das Internet in der Geschichte der Technologien des Schreibens. In: Münker, Stefan; Roesler, Alexander (Hrsg.): Mythos Internet. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1997. S. 37- 55.
Bollmann, Stefan (Hrsg.): Kursbuch Neue Medien - Trends in Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Kultur. Mannheim:Bollmann Verlag 1995.
Dobal, Raoul; Werner, Andreas: Das World Wide Web aus funktionalistischer Sicht. In: Ludes, Peter; Werner, Andreas (Hrsg.): Multimedia-Kommunikation - Theorien Trends und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997. S. 105- 122.
Doelker, Christian: Medienpädagogik in der Sekundarstufe - der integrative Ansatz. In: Schill, Wolfgang u.a. (Hrsg.): Medienpädagogisches Handeln in der Schule. Opladen: Leske + Budrich 1992.
Döring, Nicola: Internet - Bildungsreise auf der Infobahn. In: Issing, Ludwig J.; Klimsa, Paul (Hrsg.) Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie- Verlags- Union 1995. S. 305- 336.
Erlinger, Hans Dieter (Hrsg.): Neue Medien - Edutainment - Medienkompetenz. Deutschunterricht im Wandel. München: KoPäd Verlag 1997.
Fasching, Thomas: Internet und Pädagogik - Kommunikation, Bildung und Lernen im Netz. München: KoPäd Verlag 1997.
Faulstich, Werner: ÑJetzt geht die Welt zugrunde...ì. ÑKulturschocks und Mediengeschichte: Vom antiken Theater bis zu Multimedia. In: Ludes, Peter; Werner, Andreas (Hrsg.): Multimedia-Kommunikation - Theorien Trends und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997. S. 13- 36.
Fittkau&Maaß: Internet-
Zugang und Nutzung.
http://www.w3b.de/ergebnisse/w3b6/nutzung
gesehen am 30.08.1998
Freiburg, Joachim: Richtig und Falsch. 6. Suchmaschinen. Internet Magazin, (1998) Heft 3, S. 104- 105
Glave, James: Lycos Trails the Search
Scene ... Or Does It?
http://www.wired.com/wired/4.05/features/indexweb.html
vom 03.04.1998, gesehen am 21.05.1998
Haarmann, Dieter (Hrsg.): Wörterbuch Neue Schule. Stichworte zur aktuellen Reformdiskussion. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1998.
Haeffner, Klaus: Bildung in der
computerisierten Gesellschaft - Trend und Wunschszenario. In: Schell,
Fred; Schorb, Bernd; Palme, Hans- Jürgen (Hrsg.): Jugend auf der
Datenautobahn - Sozial- gesellschafts- und bildungspolitische Aspekte
von Multimedia. München: KoPäd Verlag 1995.
S. 83- 109.
Heidtmann, Horst: Kinder und Jugendliteratur multimedial und interaktiv. Multimedia- Anwendungen auf CD-ROM. Beiträge Jugendliteratur und Medien (1996) 7. Beiheft.
Hengst, Heinz: Der Medienverbund in der Kinderkultur. Ensembles, Erfahrungen und Resistenzen im Mediengebrauch. In: Hiegemann, Susanne; Swoboda Wolfgang H. (Hrsg.): Handbuch der Medienpädagogik. Theorieansätze - Traditionen - Praxisfelder - Forschungsperspektiven. Opladen: Leske + Budrich 1994. S. 239- 254.
Hentig, Hartmut von: Die Schule neu denken. Eine Übung in praktischer Vernunft. München, Wien: Carl Hanser Verlag 1993.
Hentig, Hartmut von: Aber mit Vernunft. In: Die Zeit. Nr. 39 vom 19. September 1997. S. 50.
Hiegemann, Susanne; Swoboda Wolfgang H. (Hrsg.): Handbuch der Medienpädagogik. Theorieansätze - Traditionen - Praxisfelder - Forschungsperspektiven. Opladen: Leske + Budrich 1994.
Hickethier, Knuth: Medienarbeit. Konzepte, Projekte, Erfahrungen. In: Bauer, Karl W.; Vogt, Jochen (Hrsg.): Kinder - Bücher - Massenmedien. Opladen: Westdeutscher Verlag 1975. S. 111- 138.
Hughes, Kevin: Zugang zum World Wide Web. In: Bollmann, Stefan (Hrsg.): Kursbuch Neue Medien - Trends in Wirtschaft und Politik, Wissenschaft und Kultur. Mannheim: Bollmann Verlag 1995. S. 198- 202.
Issing, Ludwig J.; Klimsa, Paul (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie- Verlags- Union 1995.
Kübler, Hans- Dieter: Sufing, chatting, mailing... Wieviel und was für eine Pädagogik braucht das Internet? Teil 1. In: medien praktisch (1997) Heft 3, S. 4- 9.
Kübler, Hans- Dieter: Sufing, chatting, mailing... Wieviel und was für eine Pädagogik braucht das Internet? Teil 2. In: medien praktisch (1997) Heft 4, S. 55- 58.
Kultusministerium, Hessisches: Rahmenplan Grundschule. Wiesbaden: 1995.
Lück, Willi van: Erweiterte Kulturtechniken für die Informationsgesellschaft. Schreiben und Lesen von Hypermedia im Unterricht. In: Computer und Unterricht (1997) Heft 28, S. 5- 9.
Ludes, Peter; Werner, Andreas (Hrsg.): Multimedia-Kommunikation - Theorien Trends und Praxis. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997.
Mitzlaff, Hartmut (Hrsg.): Handbuch Grundschule und Computer. Vom Tabu zur Alltagspraxis. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1996.
Mitzlaff, Hartmut: Netzwerk und Vernetzung, Multimedia. In: Haarmann, Dieter (Hrsg.): Wörterbuch Neue Schule. Stichworte zur aktuellen Reformdiskussion. Weinheim; Basel: Beltz Verlag 1998. S. 111- 118.
Moser, Heinz: Neue mediale, Ñvirtuelleì Realitäten. Ein pädagogisches Manifest. In: medien praktisch (1997) Heft 3, S. 10- 15.
Münker, Stefan; Roesler, Alexander (Hrsg.): Mythos Internet. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1997.
Perrochon, Louis: School goes Internet: das Buch für mutige Lehrerinnen und Lehrer. Heidelberg: dpunkt - Verlag für digitale Technologie 1996.
Renner, Gerhard: Schulleitung und Computer. Der Computer als Innovationsmotor. In: Büttner, Christian; Schwichtenberg, Elke (Hrsg.): Computer in der Grundschule. Geräte, didaktische Konzepte, Unterrichtssoftware. Weinheim und Basel: Beltz Verlag 1997. S. 18- 25.
Rüttgers, Jürgen: Schulen ans Netz. In: Die Zeit. Nr. 39 vom 19. September 1997. S. 50.
Schell, Fred; Schorb, Bernd; Palme, Hans- Jürgen (Hrsg.): Jugend auf der Datenautobahn - Sozial- gesellschafts- und bildungspolitische Aspekte von Multimedia. München: KoPäd Verlag 1995.
Schmidt, Jürgen: Kindersicheres Netz? Internetzugangsschutz für Kinder. c´t Magazin für Computertechnik (1997) Heft 15, S. 224- 232.
Strittmater, Peter; Mauel, Dirk: Einzelmedium, Medienverbund und Multimedia. In: Issing, Ludwig J.; Klimsa, Paul (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie- Verlags-Union 1995. S.47- 63.
Schulz- Zander, Renate: Lernen in der Informationsgesellschaft. In: Pädagogik (1997) Heft 3, S. 8- 12.
Winter, Alexander: Arbeiten mit Hypertext. In: Unterrichtswissenschaft 26. Jahrgang (1998) Heft 1, S. 32- 51.
URL: http://mitglied.tripod.de/Obert/kinder.htm
im WWW seit dem:18.12.1998
Copyright: Markus Obert 1998
E-mail: markus.obert@gmx.net
Diese Arbeit
ist
mal gelesen worden.