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 Christian Dorninger, Wien

Neue Medien und der Konstruktivismus

Medienwelten im Lernprozeß und ein passendes pädagogisches Paradigma

Analysen, Publikationen und Online-Dokumente zum Thema Konstruktivismus nehmen zu; die übrigens von den österreichischen Emigranten Ernst von Glasersfeld, Heinz von Foerster oder Paul Watzlawick aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen zusammengetragenen Teile einer Wissenschaftsphilosophie scheinen bald eine Art Paradigmenwechsel zu bewirken: Der Aufbruch in neue (mediale) Lernwelten begünstigt eine Wissenschaftsrichtung, deren Anwendung auf gedächtnis- und lernpsychologische Gesetzmäßigkeiten auch die pädagogische Disziplin zu Wort kommen läßt. Die effiziente Aneignung von Informationen durch "instruierten" Unterricht führt zu "trägem", nicht hinterfragtem Wissen ("inert knowledge"), das zwar erworben, aber nicht angewendet werden kann, da es in zu hoher Abstraktionsstufe vorliegt; es verbleibt träge in Kopf und bewirkt eine Kluft zwischen Wissen und Handeln. Die Überwindung dieser Kluft ermöglichen Lernprozesse, die ihr Hauptaugenmerk auf die Konstruktion von Wissen legen. Damit bereitet der Konstruktivismus eine Basis für die Untermauerung vom Lernen in den "Schulen der Zukunft", großzügig multimedial angelegten Lernlandschaften, die mit selbstorganisiert agierenden Schülern oder Schülerteams bevölkert sind, und manchmal zum Zwecke der Motivation und als Tutor (zur technischen Hilfeleistung) von "Lehrern" durchstreift werden. Ihre Rolle ist, da die Medien die inhaltliche Vermittlung übernommen haben, die der Organisatoren des Lernprozesses, der Anreger, Animierer und Motivier bei psychischen Durchhängern ihrer Schüler, und wenn sie entsprechende Fachexpertise erlangt haben, die besser bezahlter Ersteller und Autoren von medialen Lernprogrammen und didaktischen Aufarbeitungen. Auch wenn dieses Bild überzeichnet erscheint, es wird bei technologischen Visionen von "Schulen der Zukunft" nur allzu schnell zumindest geplante Wirklichkeit werden.

A. Medienwelten und Lernlandschaften in den "Schulen der Zukunft"

Im Rahmen der letzten EU-Ratspräsidentschaften Italiens und der Niederlande in der zweiten Hälfte 1996 und der ersten Hälfte 1997 wurde im Bildungsbereich die Beschäftigung mit Informationstechnologien und Multimedia deutlich forciert. Einige typische Aussagen sind bekannt: Das EU-Weißbuch war Ende 1995 unter dem schlecht übersetzten Titel "Lehren und Lernen - auf dem Weg zur kognitiven Gesellschaft" erschienen. Weitere Grundsatzdebatten wurden unter "neues Lernen in der Informationsgesellschaft" abgehandelt und in einem "Joint Call Multimedia" wurden Ende 1996 Projektgelder für diesen übergreifenden Schwerpunktbereich gesammelt. In einem Grundsatzpapier der Niederländer Ende 1996 war von "digital skills as main issue in the school of future" die Rede. Im Teil "Multimedia content, education and training" des 5.EU-(Forschungs)rahmenprogramms wird die didaktische Zielrichtung noch deutlicher gemacht: "The learner (is) in the center, electronic supported first, virtual later" (vom "Teacher" ist keine Rede mehr). Kommerziell ausgerichtete Bildungsmessen wie die EDUCA (Berlin) mit "Online-Programmteilen" werben unter finanzieller Beteiligung europäischer Telekommunikationskonzerne für Telelernen und multimediale Lernprogramme von der Stange. Auch wenn der europäische Markt in Prognosen für zu klein gehalten wird: An multimedialen Produkten für das "neue Lernen" wird versuchsweise konzentiert gearbeitet - erste Einsatzmöglichkeiten zur Sprachlerndidaktik oder in den Formal- und Naturwissenschaften kommen auf den Markt, Internetprovider bereiten Lern- und Schulpakete vor, man wird sehen, ob auch für Schulbuchverlage das Spielbein "elektronische Medien" bald zum Standbein wird.

Der ökonomische Schub und das große Interesse der Technologiekonzerne kurbeln die Ideen und Konzepte zum Telelernen an und schaffen auch im "Überbau" der Theoriegebäude heftige Bewegungen.

So lautete ein beachtenswertes EU-Symposion "Towards the open socratic school" und propagierte das dialogische Prinzip und den selbstständigen Wissenserwerb von Schülern inmitten einer cyberweltorientierten Lernumgebung; eine Art Befreiung von den Zensoren und zwielichtigen Notengebungen durch technologiegestütze Konzepte ohne direkten Beurteilungsanspruch. Ganz wild agieren hier niederländische Lehrergruppen: Unter der Internetadresse "http://digischool.bart.nl" wird zu einem Projekt aufgerufen, wo in englischer und der jeweiligen nationalen Sprache Lehrinhalte für eine Sekundarschule gesammelt werden. Das Team aus etwa 20 niederländischen Lehrern hat bereits Koopreationspartner aus etlichen Nationen für ihr virtuelles Schulnetzwerk in Europa. Die Schule mit "Klassenräumen" (man überzeuge sich durch Aufruf der angegebenen Adresse) hat ca. 11.000 Aufrufe pro Tag und wird weiter ausgebaut....

 

Das Schulkonzept einer "Schule der Zukunft" verlangt nach Konzentration der Standorte. Nur große Schülerzahlen lasten die umfangreichen multimedialen und elektronischen Anlagen aus, nur so können die Lernlandschaften gut besucht werden: In den ROCs bewegen sich 10.000 bis 25.000 Bildungssuchende vom Sekundarschüler, der vier Jahre bleibt, bis zum Kursteilnehmer, der Kurzveranstaltungen über spezielle Themen besucht. In einer angenehmen Umgebung werden Sythesen von Lernen und berufspraktischen Leistungen gesucht, die vom Tourismus über kaufmännische Arbeitsformen bis zu technischen Consultingleistungen gehen. Mit einem Schüler-Lehrerverhältnis von 20 : 1 (an Österreichs Oberstufenformen sind wir bei 10:1 bis 12:1) zählt immer mehr die materiell technische Lernumgebung und weniger die persönliche Instruktion über die Lehrer-Schüler-Interaktion. So bilden sich die neuen Muster heraus: wenig Instruktion und Unterweisung, eher Auftragsvergabe und Projektarbeit; wenig Frontalunterricht, mehr Arbeit in Schülerteams; wenig fachliche Darstellungen, mehr "Lerngelegenheiten" an Informationsdatenbänken und multimedialen Lernumgebungen; wenig Stoffvermittlung, mehr Motivation und Animation. Wie war dies mit den Lateinlehrern bei einem Schulversuch im Frankreich der 70er Jahre: Sie konnten kein Latein, waren aber gute "Unterrichtsmanager" und "Lernorganisatoren": ihre Schüler waren ausgezeichnet motiviert und disponiert und schnitten im Vergleich mit Parallelklassen mit Fachlehrern besonders gut ab...

B. Lernen als "konstruktiver Prozeß" ein passender Ansatz ?

Der in den USA lebende Physiker und Philosoph Heinz von Foerster beschreibt den grundsätzlichen Ansatz des Konstruktivismus: "Die Wirklichkeit, so wie wird sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung". Der Konstruktivismus spricht einer Relativität das Wort, er bietet ein Erkenntnismodell an, bei dem das erkennende Subjekt, das zu erkennende Objekt und das Erkennen als Prozeß untrennbar miteinander verknüpft sind. Psychologe Paul Watzlawick hat dies in seiner Frage "wie wirklich ist die Wirklichtkeit?" zusammengefaßt.

Die Gegenstandsbereiche konstruktivistischen Denkens haben sich in durchaus unterschiedlicher Form entwickelt:

1. Der Konstruktivismus als Erkenntnisphilosophie;

Kurz gefaßt lautet die Grundposition: Objektivität und subjektunabhängiges Erkennen sind unmöglich; die Wirklichkeit ist immer eine kognitiv konstruierte Wirklichkeit des erkennenden Individuums, die Verbindlichkeit erlangt, wenn diese "Einsicht" der Dinge von anderen geteilt wird (eine objektiv ontologische Wirklichkeit ist nicht möglich). Ein Grundsatz lautet: "Weltbilder entstehen im Kopf".

2. Konstruktivismus in den Sozialwissenschaften;

Wird von bekannten Soziologen Niklas Luhmann in Form des "systemtheoretischen Ansatzes" vertreten und läuft auf eine gesellschaftliche Konstruktion von Wirklichkeit hinaus.

3. Konstruktivismus in der pädagogischen Psychologie und empirischen Pädagogik;

Er wird in Form einer Zielvorstellung ohne fundamentalen Geltungsanspruch als "gegenwärtig vielleicht vielversprechendster Rahmen für eine Analyse des Wissenserwerbs in den unterschiedlichen sozialen Kontexten" zitiert (Gestenmaier & Mandl, 1994).

Die wesentlichen Anahmen für konstruktivistische Lernumgebungen sind:


Wissen ist unabgeschlossen und wird individuell und in sozialen Bezügen konstruiert.



Lernen ist ein aktiver Prozeß und erfolgt vieldimensional.


Unterrichtsgestaltung ist vordringlich eine Frage der Konstruktion.

Lernende erfahren so wenig Außensteuierung wie möglich !

Lehrende fungieren als Berater und Mitgestalter von Lernprozessen.


Unterrichtsergebnisse sind nicht vorhersagbar.


Reich (1996) sieht als Grundpositionen die Erfindung, Entdeckung und Enttarnung unserer Wirklichkeit. Entscheidend für den konstruktiven Prozeß des Wissenserwerbs sind bereits bestehende Wissensstrukturen (z.B."Präkonzepte" der Schüler), wobei weitere Erfahrungen in Abhängigkeit von diesem Vorwissen und auf der Grundlage bestehender Überzeugungen interpertiert werden. Vieles gilt es dabei nur nachzuentdecken. Die potentielle Gefahr einer unkritischen Übernahme vorhandener Konstruktionen wird durch die Notwendigkeit des Zweifels, der Frage nach Ergänzungen, nach anderen Blickwinkeln oder durch den Wechsel des (intellektuellen) Standpunkts gemildert.

Wendet man diese Sichtweise auf die Lern- und Unterrichtsorganisation an, ergibt sich eine neue Balance zwischen instruiertem und selbstorganisiertem Lernen:

Oberstes Ziel ist es, "Konstruktionen" anzuregen und zu ermöglichen. Der Lernprozeß ist interaktiv, wobei eine weitere Aufgabe des Unterrichts (außer dem Freiraum und der Zurverfügungstellung von Erkenntnismöglichkeiten) in einer Orientierung, Anleitung und Hilfe besteht.

Lernen und Wissen aneignen ist damit ein aktiver, selbstgesteuerter, konstruktiver, situativer (Situationen in der außerschulischen Realität) und sozialer Prozeß.

"Man braucht in der Tat gar nicht sehr tief in das konstruktivistische Denken einzudringen, um sich darüber klar zu werden, daß diese Erkenntnistheorie zur einer alleinigen Verantwortlichkeit des denkenden Menschen für sein denken, Wissen und Tun führt. Behavioristen schieben alle Verantwortung nach wie vor auf die Umwelt, Soziobiologen einen großen Teil auf die Gene; daher ist eine Lehre ungemütlich, die andeutet, daß wir unsere Lebenswelt uns selbst zu verdanken haben "(Ernst von Glasersfeld, 1995).

Posch (1988) hat zwei Sichtweisen, die des Lernens als Abbildung (kognitives Lernen) und Lernen als Konstruktionsprozeß gegenübergestellt. Er regt, zurückgehend auf Aebli zur Unterscheidung zwischen zwei Standpunkten an, die durch Gegenüberstellung deren Positionierungen schärfen:




Lernen als Abbilden Lernen als Konstruieren




Schüler ist "unbeschriebenes Blatt" Schüler verarbeitet aktiv durch Vorgaben

(hat "Präkonzepte").

Nimmt Lehrstoff wie auf einem Assimiliert Lehrstoff wie Kohlenstoffassi-

Filmstreifen auf (Fotograf.Gedächtnis) milation (Chlorophyll).

Folgerungen für Lehren:

Sachverhalte in anschaulicher Form Umweltereignisse müssen identifiziert und

dem Lernenden bewußt gemacht werden

Mehrmaliges Vermittlungsangebot Spielraum für selbständige Verarbeitung

Erwünschte hohe Aufmerksamheit, Lernender erhält periodische Rückmel-

um Abbildungsvorgang nicht zu stören dung, um Qualität der Konstr. zu beurt.

Fachliche Korrektheit, übersichtliche Fehler haben eine wichtige Funktion, um

Gliederung besser Zusammenhänge zu konstruieren.

Abgestimmt auf Funktionsweise der Lehrender muß Lernenden zur selbständi-

Sinnesorgane gen Konstruktion veranlassen.


Beide Standpunkte sind Denkmöglichkeiten, für die sich Belege aus lernpsychologischen und neuropsychologischen Arbeiten anführen lassen. In den letzten Jahren hat sich, vor allem durch die umfangreich rezipierten Arbeiten der beiden chilenischen Neurobiologen Humberto Maturana und Francisco Varela, die Position des Konstruktvismus als die erfolgreiche erwiesen. Man kann diese Unterschiedung aber auch so deuten, daß sie sich auf unterschiedliche Arten des Lernens beziehen: Der erste Vorgang (Lernen durch Abbilden) dürfte zur Erklärung einfacher Sachverhalte dienlich sein oder für einen "Faktennachschub" für Fachleute; der zweite Standpunkt (Lernen durch Konstruieren) erscheint für die Erklärung komplexer Sachverhalte besser geeignet.

Zusammenfassend läßt sich über den Lernprozeß nach konstruktiver Auffassung darstellen:

1. Die Vorkenntnisse des Lernenden (Präkonzepte) sind für den weiteren Lernfortschritt von großer Bedeutung, denn aus ihnen werden die neuen Kenntnisse und Fertigkeiten konstruiert.

2. Die Aktivität des Lernenden ist für den Lernfortschritt von großer Bedeutung. Konstruktion von Wissen bedeutet Handeln.

3. Die im Unterricht vermittelten Werthaltungen und Einstellungen spielen eine wichtige Rolle. Mit jeder Äußerung des Lehrenden oder der Lernenden werden nicht nur Inhalte, sondern auch Wertungen ausgedrückt und im Lernenden festgesetzt.

Heinz von Foerster sieht den Konstruktivismus auch als eine Art Medizin gegen Dogmatismus und Fundamentalismus: "..man könnte auch sagen, daß hier eine Art Tanz mit der Welt versucht wird, der einem zu immer neuen Betrachtungsweisen bringt. Die Beschränkungen und Verflachungen, die diese Idee von der Ontologie - die Lehre vom wirklich Vorhandenen - mit sich bringt, werden aufgehoben. Es ergeben sich diese und jene Schritte, dann dreht man sich, und plötzlich sieht man etwas Neues, gänzlich Unerwartetes."

C. Empirische Ansätze des Konstruktivismus

In der Theoriediskussion und Grundlagenforschung der Informatik der letzten 10 Jahre spielt der konstruktivistische Ansatz eine immer größere Rolle. Informatiksysteme werden nicht mehr als (möglichst getreues) Abbild einer objektiven Realität verstanden, sondern als Produkte und Konstruktionshandlungen der daran beteiligten Analytiker und Entwickler. Die wachsende Einsatzmöglichkeit von Hardware, Multimediatechniken und Computergrafik haben dazu geführt, neben dem Nachbilden von "sichtbarer Realität" auch das Schaffen von künstlichen virtuellen Realitäten als Gegenstand der Informatik anzusehen. Etwas überspitzt könnte man sagen, daß sich die Informatiker diese Welt der künstlichen Realität auch mit einer Lernphilosophie ausgestattet haben, wobei ihnen der "relativierende, tanzende Konstruktivismus" hier gerade recht kam.

Eher grundsätzlich pädagogische Fragestellungen gehen zwei US-Universitäten an, die darüber auch im Internet publizieren: An der Columbia-Universität, New York, werden Lernumgebungen nach einem konstruktivistischen Design ("constructivist learning environments"; ILT-project: Technology and education) untersucht, wobei in der "postmodernen Schule" Fragen der Orts- und Zeitumgebung, der Lehrerrolle, der Motivation und des Wissenstransports eine große Rolle spielen. Die Arbeit von Schülern in Teams mit verstärktem Einsatz der inner- und außerschulischen elektronischen Kommunikation wird hervorgehoben, das "Textbuch" wird von "freien Informationsflüssen über Mailsysteme und Netzdatenbanken" abgelöst und eine Art "Ethik" zur Unterstützung von Arbeitsformen Jugendlicher ("Versuch und Irrtum"- Modelle, freie Formen des Fächerkanons) wird hervorgehoben. Lehrende sollten sich in ihrem pädagogischen Ansatz auf sokratische Dialogtechniken besinnen und den Studenten Freiräume für Experimente lassen. Jeder Student soll im Rahmen des Teamkonzepts seinen eigenen Lernweg gehen können, der ihm durch die individuelle Ansprechmöglichkeit seiner elektronischen Lernumgebung gestattet sei (mehr asynchrones Lernen). Die sogenannten SSE (Study support environments) wie "archaeotype" (Geschichte, 6 Schulstufe) oder "galileo" (Naturwissenschaften der 11. und 12. Schulstufe) werden an Versuchsschulen eingesetzt und methodisch nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet. Tests zu Anschluß von Lerneinheiten (Testbatterien sind in den USA-Schulen nicht zu vermeiden) zeigen nach Aussagen der Forscher deutlich bessere Ergebnisse beim Einsatz dieser Lernumgebungen als im konventionellen lehrerzentreierten Unterricht (Weitere und genauere Ergebnisse sind nachzulesen unter "http://www.ilt.columbia.edu/ilt/papers").

An der Northwestern University, Evanston, Illinois läuft unter dem Titel "Collaborative Visualisation project; shared technology learning environments for science learning" einer Versuch eines projektgestützten Naturwissenschaftscurriculums, das sich ebenfalls auf konstruktivistische Lerntechniken beruft. Das Projekt "PESL" verschafft Studenten die Möglichkeit, für kognitive Lehrverhältnisse ("apprenticeship") in authentischer (elektronischer) Umgebung ihre naturwissenschaftlichen Fähigkeiten zu schärfen. Die Entwicklung informatischer "Lernwerkzeuge" dürfte eine der Hauptaufgaben des Projekts sein, wobei unter dem Titel "What you see, is what you see" auf die Heranbringung von Originaldaten und -bildern besonders Wert gelegt wird. Die Technologien werden im Detail beschrieben, Scenarios der Zusammenarbeit von Studenten werden angeführt und schließlich wird aufgerufen, ein nationales Projekt mit diesen Lernumgebungen zu schaffen (unter "http://www.covis.nwu.edu/papers" im Netz zu finden).

Literatur:

W.Brandl, Lernen als konstruktiver Prozeß: Trugbild oder Wirklichkeit? in: schulmagazin 10/ Heft5/1997, München (oder in aktualisierter Form unter "http://www.stif2.mhn.de" im Netz).

H.V.Foerster, "Ich versuche einen Tanz mit der Welt", Interview DS-Magazin, München, 8.8.97.

J.Gerstenmaier, H.Mandl, Wissenserwerb unter konstruktivistischer Perspektive, München, 1994.

H.Maturana, F.Varela, Der Baum der Erkenntnis: die biologischen Wurzeln menschlichen Erkennens, Bern, 1987.

P.Posch, Skriptum "Theoriebildung in der Didaktik", Klagenfurt, Studienjahr 1987/88.

K.Reich, Systemisch-konstruktivistische Pädagogik, Neuwied, 1996.

F.von Siemens-Stiftung, Einführung in den Konstruktivismus, Band 5, Piper - TB, München, 1997 (mit Beiträgen von Glasersfeld, Foerster, Watzlawick, u.a.).

P.Watzlawick (Hsg.), Die erfundene Wirklichkeit - wir wir wissen, was wir zu wissen glauben. Piper, München, 1995 (mit den wesentlichen Beiträgen von Glasersfeld, Foerster etc.)