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Peter Diepold

 

Internet für Lehrer

 

Hilfen für die Unterrichtsvorbereitung und für den Unterricht

aus: "Schule und Unterricht im Zeichen der neuen Medien"

Copyright 1997: Raabe-Fachverlag für Bildungsmanagement, Berlin

 

Inhalt

  1. Information abfragen
  2. Im Internet kommunizieren
  3. Im Internet publizieren
  4. Die Schule schützen
  5. Nützliche weiterführende Literatur in Printmedien


Internet für Lehrer

 

Hilfen für die Unterrichtsvorbereitung und für den Unterricht

 

Einleitung

Das Internet als ein neues, interaktives Massenmedium bietet Lehrern vielfältige Möglichkeiten für ihre professionelle Tätigkeit. Zum einen enthält das "Netz der Netze" Informationen in vielfältigen Formen - Texte, Datenbanken, Ton- und Bildmaterial in miteinander verknüpfter Form ("Hypermedia") -, die sie für ihren Unterricht nutzen können. Zum anderen ist das Internet ein Kommunikationsforum, mit dessen Hilfe man mit Fachkollegen weltweit Kontakt aufnehmen kann. Schließlich bietet es die Möglichkeit, die eigene Schule mit Informationen über ihre Angebote öffentlich zu präsentieren sowie Berichte aus Unterrichts-Projekten, Multimedia-Produkte von Schülergruppen, Unterrichtshilfen für Kollegen an anderen Orten zu veröffentlichen.

Das Problem für Anfänger ist, sich in der oft verwirrenden Vielfalt der Angebote und Möglichkeiten zurechtzufinden und zu einem eigenen, abgewogenen Urteil zwischen Ablehnung und Begeisterung zu gelangen. Man "dürstet nach Wissen und ertrinkt in Informationen", man hört von pornografischen, rassistischen oder gewaltverherrlichendem Texten im Internet und fragt sich, wie man seine Schüler davor schützen kann. Es gibt "Hacker", die sich in fremde Computer einschleichen, Viren, die im Internet übertragen werden und Schaden anrichten, wildes Kopieren von Dokumenten und Grafiken unter Mißachtung und Mißbrauch des geistigen Eigentums anderer und manches mehr.

Das sind ernstzunehmende Gefahren - so wie auch sonst die Welt voller Gefahren ist. Dennoch wäre es verkehrt, die Möglichkeiten nicht zu nutzen, die dieses neue Medium bietet: sich als Lehrer laufend fortzubilden, Unterricht interessanter zu gestalten, Schüler zu motivieren, sie an weltweiten Projekten zu beteiligen, sie für die Informationsgesellschaft zu qualifizieren und ihnen zu helfen, kritisch und verantwortungsvoll mit Informationen der Menschen umzugehen, die sich des Netzes als Medium bedienen.

Wie kann man sich als Lehrer diese Möglichkeiten erschließen und sich ein eigenes Urteil bilden? Dieser Beitrag will dem Anfänger dabei helfen. Er ist in vier Abschnitte gegliedert, die an konkreten Beispielen in das Internet einführen. Es setzt voraus, daß man einen Internet-Zugang besitzt und die Beispiele auch selbst nachvollziehen kann.

 

1. Informationen für Lehrer

 

1.1 Deutscher Bildungs-Server http://dbs.schule.de/

Die wichtigste Ressource für deutschsprachige Pädagogen und ein geeigneter Einstiegspunkt in die Arbeit mit dem Internet ist der Deutsche Bildungs-Server. Der DBS ist im Zusammenhang mit der Bildungsinitiative "Schulen ans Netz" entstanden und wird im Auftrag des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) an der Humboldt-Universität in Berlin entwickelt und betrieben. Hier findet ein Nutzer Struktur-Informationen über die Ressourcen des Bildungsbereichs (sog. "Meta-Daten"), die

 

Zu den derzeit verfügbaren Ressourcen des DBS gehören


Abb. 1: Deutscher Bildungs-Server": http://dbs.schule.de


Bei einer Recherche im DBS wird zunächst eine Kurzinformation angezeigt. Sie enthält in der Regel auch die Internet-Adresse (URL = uniform resource locator). Über den DBS kann der Benutzer mit einem Mausklick direkt auf den jeweiligen Server - wo immer er sich befindet - durchschalten, von dort nähere Informationen bzw. das Material selbst auf seinen Bildschirm holen, auf seinem Drucker ausdrucken oder als Datei auf seinem Computer abspeichern.

Der DBS als "Meta-Server" ist ein gutes Beispiel für die "Virtualität" des Internet: Dem Benutzer erscheint es so, als enthielte der DBS alle Informationen, die er anfordert. In Wirklichkeit sind die abgerufenen Informationen aber auf viele Server verteilt - weltweit .

Über den DBS sind auch weitere wichtige Bildungs-Server anwählbar:

 

Ein Beispiel

Der Umgang mit dem DBS sei an einem Beispiel verdeutlicht, das der Leser an einem mit dem Internet verbundenen Computer nachvollziehen kann. Nach dem Start von Windows und einem Browser wird als URL die Adresse des DBS eingegeben: http://dbs.schule.de

Auf der dann erscheinenden Hauptseite (vgl. Abb. 1) wählt man unter der Rubrik "Die meistgenutzten Seiten des DBS auf einen Blick" die erste Kategorie "Unterrichtsmaterialien und Projekte online" (dies ist natürlich auch unter der eigenen Adresse http://dbs.schule.de/db/listen.html direkt erreichbar). Dort kann man eine bestimmte "Ressourcenkategorie" einstellen (in unserem Beispiel: "Projekt"), eine bestimmte Schulstufe (hier: "Sekundarstufe II") und ein bestimmtes Schulfach (hier: "Biologie", wobei noch weitere Differenzierungen möglich sind).

Schickt man diese Anfrage an die DBS-Datenbank ab, erhält man eine alphabetisch geordnete Liste von Projekten, auf die diese Merkmale zutreffen (im Oktober 1997 waren es 32 Einträge), mit einer Kurzerläuterung, worum es sich dabei handelt. Wir wählen das "AquaData-Projekt - Analyse von Gewässern". Ein Mausklick auf die Titelzeile zeigt zunächst auf einer weiteren Web-Seite die eingegebenen Informationen der DBS-Datenbank zu diesem Projekt auf; interessant ist hier die Kurzbeschreibung, die Zuordnung zu Schulstufen und Fachgebieten und - wichtigstes Element - die URL des Projekts selbst: (http://www.bionet.schule.de/aquadata/) Ein Mausklick darauf führt den Lehrer auf die Hauptseite des Projekts, von wo aus man eine Fülle von Materialien findet, die im Biologie- und Chemieunterricht eingesetzt werden können. Sie werden im Rahmen von SaN von einer Gruppe von Schülern und einem Lehrer des Gymnasiums Bad Essen gepflegt. Voilà!

In ähnlicher Weise lassen sich die inzwischen auf mehr als 2000 Einträge angewachsenen Ressourcen des DBS für andere Schularten, Schulstufen, Fächer, Ressourcenkategorien usw. furchtbar machen. Ähnlich funktioniert die liebevoll aufgemachte Materialienseite des SchulWeb; sehen Sie selbst: http://www.schulweb.de/material.html


Abb. 2: SchulWeb Materialiensuche nach Fach: http://www.schulweb.de/material.html


 

1.2 Schulen ans Netz

Die im Jahr 1996 von Bundesminister Rüttgers und Telekom-Chef Sommer ins Leben gerufene Bildungsinitiative hat mehr als 5.000 von 46.000 deutschen Schulen den Zugang zum Internet vermittelt. Weitere werden folgen. Darüber wird laufend in der Presse berichtet, so daß hier der Verweis auf den Informationsserver von SaN e.V. genügen mag, wo man nähere Informationen zu Teilnahmebedingungen, Erfahrungsberichten, Veranstaltungen u.a.m. findet: http://www.san-ev.de

Wer sich über die ursprüngliche Konzeption informieren möchte, die 1995 eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Gesellschaft für Informatik für den Technologierat der Bundesregierung erarbeitet hat, sei auf die Broschüre "Schulen an das Netz" verwiesen, die im Netz abrufbar ist. Hier findet der kritische Leser eine stringente Gesamkonzeption, die Begründungen aus gesellschaftlicher wie pädagogischer Sicht und Anregungen für anspruchsvolle Projekte, die umgesetzt werden könnten: http://www.schulweb.de/schnet95/

 

1.3 Suchmaschinen

Während die in 1.1 erwähnten deutschen Bildungsserver ihr Angebot auf pädagogisch relevante Informationen konzentrieren, gibt es eine Reihe von "search engines", zu deutsch: Suchmaschinen. Finanziert über Werbung, durchforsten sie in regelmäßigen Abständen das viele Millionen Dokumente umfassende Informations-Universum des Internet, notieren die Titel, Themen und Schlagworte, strukturieren diese Meta-Informationen in Datenbanken und vermitteln sie weiter - i.d.R. aber ohne Prüfung der Qualität dieser Dokumente.

Es lohnt sich, damit zu experimentieren und einmal festzustellen, wieviele Nachweise die Frage nach einem Stichwort bei verschiedenen Suchmaschinen erbringt. Je präziser die Anfrage ist, umso überschaubarer ist auch die Anzahl der aufgefundenen URLs.

Um zu verhindern, daß man durch Hunderte von irrelevanten Verweisen abgeschreckt wird, haben die großen Suchmaschinen bald begonnen, eine fachbezogene Vorauswahl unter dem Stichwort "Education" anzubieten. Deutschsprachige Beispiele sind:


Abb. 3: Die Seite "Bildung" bei LYCOS": http://webguide.lycos.de/bildung/


Eine Gruppe an der Universität Siegen hat die verschiedenen Suchmaschinen übersichtlich nach Kategorien wie Suche nach Software, Personen (E-Mail-Adressen), Dokumente, Wörterbücher, Suche in Diskussionsforen u.a. zusammengestellt: http://www.unix-ag.uni-siegen.de/search/

 

1.4 Literatur und Volltexte

Über das WEB sind die Bibliotheken der Welt mit ihren bibliographischen Hilfsmitteln erreichbar, Kataloge, Bibliographien, CD-ROMS, sei es die nächste Universitätsbibliothek ebenso wie die Library of Congress, der Welt größte Bibliothek (http://lcweb2.loc.gov/catalog). So können Pädagogen folgende Dienste benutzen:

 

Recherchen in Datenbanken

Bibliotheksdatenbanken sind nur ein Beispiel für die Datenbanken, die das Internet bereithält. Während in den vergangenen Jahrhunderten das menschliche Wissen in Büchern festgehalten und in Bibliotheken gesammelt wurde, wird heute das Welt-Wissen zusammengefaßt in derzeit ca. 8.000 großen Datenbanken, ist hervorragend strukturiert und indiziert, so daß beliebig kombinierbare Abfragen in Sekundenschnelle die Antworten liefern.

Alle wichtigen Datenbanken sind inzwischen über das Internet direkt vom Schreibtisch des Lehrers erreichbar, in der Regel auch mit benutzerfreundlichen Recherche-Werkzeugen ausgestattet. Der Zugriff erfolgt meist über örtliche Universitätsbibliotheken (dort nachfragen!).

Diese Informationen sind als Dienstleistung natürlich nicht kostenlos, doch gibt es für den Bildungsbereich in der Regel Abschläge, nicht selten bis 90 % des Normalpreises (z.B. beim FIZ/STN Karlsruhe, bei dem großen amerikanischen Datenbankanbieter DIALOG (400 Datenbanken, 300 Mio Dokumente, 1.100 Volltext-Zeitschriften: "Dialog Classmate"). Online (direkt) erreichbar sind sie für den Computer des Lehrers technisch über Modem und Telefonanschluß, organistorisch über Dienste wie T-Online oder CompuServe).

Für Pädagogen wichtige Datenbanken sind beispielsweise:

 

Volltexte

Viele Datenbanken enthalten nicht nur die Information über Quellen, sondern die Quelle selbst als sog. Volltext-Datenbanken. Von ihnen kann man Auszüge als elektronische Kopie auf Diskette, als Fax oder als "Download" auf den eigenen Rechner erhalten.

Für schulische Zwecke erreichbare und kostenlos nutzbare Volltexte sind Auszüge aus Tageszeitungen, Zeitschriften und Fernsehsender, z.B.

 

 

2. Kommunikation

Das Internet bietet die Möglichkeit, über den Kreis der eigenen Kollegen hinaus Kontakt mit interessierten Pädagogen in aller Welt aufzunehmen.

 

2.1 E-Mail

Die Kommunikation im Internet beginnt mit einer eigenen E-Mail-Adresse.

Die Nutzung elektronischer Post hat viele Vorteile:

 

 

2.2 Mailing-Listen

Es gibt viele fachbezogene "Mailing-Listen", die man kostenlos abonnieren kann. Informationen, die per E-Mail an eine solche Liste geschickt werden, werden automatisch an alle Abonnenten weitergeleitet. Für Lehrer besonders interessant sind im deutschsprachigen Raum:

 

Das Abonnement einer Mailing-Liste geschieht durch eine Mail an den Listen-Server und enthält als Text nur den Befehl "subscribe", gefolgt von dem Namen der Mailing-Liste, die man abonnieren möchte.

 

2.3 Diskussionsforen für Lehrer

Eine ähnliche Funktion wie Mailing-Listen haben die thematisch gegliederten ca. 20.000 "Newsgropus", (Diskussionforen) im Internet. Auch hier werden Nachrichten an die E-Mail-Adresse des Forums geschickt. Der Unterschied ist, daß man sie nicht abonnieren muß und sie passiv über eine automatische Zustellung erhält, sondern sie aktiv abrufen kann.

Newsgroups wie Mailing-Listen sind wichtige Informations- und Kommunikationsmittel. Hier können Fachfragen gestellt werden, die i.d.R. immer eine oder mehrere Antworten produzieren, hier entstehen Diskussionsstränge ("threads") zu aktuellen Themen. In Archiven kann man auch abgeschlossene Diskussionen verfolgen.

Für Lehrer interessante Newsgroups sind (vgl. die ausführliche Liste: http://dbs.schule.de/newsdt.html)

 

(Stellen Sie fest, welche Newsgroups Ihr Provider hält und veranlassen Sie ggf., daß die Liste ergänzt wird.)

Eine lange Liste englischsprachiger Lehrer-Diskussionsforen finden Sie bei: http://dbs.schule.de/newsengl.html Darunter sind die amerikanischen "k12..". (Kindergarten bis 12. Klasse), die "school" oder die britischen "uk..." von besonderer Bedeutung.

 

2.4 Chat

Unter Schülern sehr beliebt sind synchrone Kommunikationsmöglichkeiten, die sog. "Chats" (Interrnet Relay Chat, IRC). Dies sind Gesprächsforen, die zu unterschiedlichen Zeiten und Themen, manche auch dauernd, laufen und an denen man teilnehmen kann. Professionelle Chats für Pädagogen bieten Online-Dienste, z.B. AOL oder Compuserve, an bestimmten Wochentagen abends an. Das SchulWeb der Humboldt-Universität hat einen "SchulWeb-Stammtisch" und bietet Lehrer- und Schülerngruppen die Möglichkeit, sich im Chat zu verabreden. http://www.schulweb.de:8888


Abb. 4: "Schulweb Chat": http://www.schulweb.de:8888


Noch findet diese zeitgleiche Kommunikation per Tastatur am Bildschirm statt, auch kann man sich gegenseitig Materialien - Texte, Bilder, Programme u.a. - online zuschicken. Es gibt inzwischen Systeme, die Sprache und Bild - Videophonie - im Internet und/oder sogar die gemeinsame Arbeit an einer virtuellen Tafel, einem "Whiteboard", erlauben. Ich erwarte, daß dies in Kürze auch für die Schule erschwinglich wird.

 

3. Im Internet publizieren

 

3.1 Das Internet als interaktives Massenmedium

Das World Wide Web ist ein Massenmedium geworden. Im Gegensatz zu Radio, Fernsehen und Film ist es ein interaktives Massenmedium. Jeder Nutzer ist nicht nur Empfänger, sondern potentieller Sender. Davon machen zunehmend Schulen Gebrauch: Die Liste der deutschsprachigen Schulen, die eigene Seiten im Internet publizieren, ist in zwei Jahren von 4 auf über 2000 angewachsen: http://www.schulweb.de/statistik Alle Provider - ob WinShuttle, AOL, T-Online u.a. - bieten den Schulen reichlich Platz auf ihren WWW-Servern, um dort die "Home-Page" ihrer Schule und weitere Web-Dokumente zu veröffentlichen. Diese Server sind rund um die Uhr erreichbar - und damit auch das, was die Schule anbietet, ohne daß der eigene (Intra-) Schul-Server selbst dauernd mit dem Internet verbunden sein muß.

 

3.2 Hyper Text Markup Language (HTML)

Web-Dokumente sind in einem bestimmten Format geschrieben, der "Hyper Text Markup Language" (HTML). Inzwischen erlauben die leistungsfähigen Textprogramme wie Winword, WordPerfect oder StarOffice, Texte auch in diesem Format abzuspeichern. Auch gibt es besondere Editoren zur Herstellung von HTML-Dokumenten. Nur für spezielle Anwendungen, wie z.B. Programmanweisungen innerhalb von HTML-Texten ("Java-Applets"), benötigt man zusätzliche Kenntnisse. Aber da gibt es ja die Experten unter den Schülern, von denen man lernen kann.

Zum Inhaltlichen! Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, mit welcher Kreativität, mit welchem Ideenreichtum und zum Teil mit welcher Professionalität Schüler- und Lehrergruppen inzwischen das Internet aktiv nutzen, kann sich von den vielen Beispielen anregen lassen, die über das SchulWeb erreichbar sind. Diese Beispiele nehmen in dem Maße zu, wie SaN-geförderte Schulen über ihre Projekte im Internet berichten und die entwickelten Materialien dort veröffentlichen.

Im folgenden werden einige Einstiegspunkte genannt, die dem Anfänger den Weg öffnen:

3.3 Beispiele

TopTen der beliebtesten Schulen Deutschlands im SchulWeb

Welche der mehr als 2000 Schulen sind denn besonders interessant? Nachdem wir zu Beginn des SchulWeb zweimal die besten prämiert haben, dies aber angesichts der Masse nicht mehr schaffen, führen wir jetzt eine Liste der Schulen, die am häufigsten im Internet besucht werden: Auf der Hauptseite des Schulweb "TopTen" anklicken, oder die volle Adresse: http://www.schulweb.de/liste/phtml?Klicks=1 eingeben.

Wettbewerbe für Schulen und Schüler

Unter "Webbewerbe" findet man eine Liste der jährlich oder einmalig stattfindenden internationalen und nationalen Wettbewerbe für Schulen und Schüler: http://www.schulweb.de/wettbewerbe.html

Projektideen

Unter "Projekte" gibt es, geordnet nach einzelnen Schulfächern, Ideen, Berichte und Materialien zu Projekttagen in Schulen: http://dbs.schule.de/db/projekte.html

Schülerzeitungen

Von den ca. 2000 deutschsprachigen Schulen mit eigenen Veröffentlichungen im Internet haben mehr als 300 eine Schülerzeitung. Lassen Sie sich von den Beispielen anregen! http://www.schulweb.de/zeitungen.html

Kontaktbörse

Unter "Kontakte" veröffentlichen Schulen Kontaktwünsche, zusammen mit der E-Mail-Adresse, an die man sich wenden kann:

 

4. Die Schule schützen

Die technischen Möglichkeiten verleiten mancherorts zum Mißbrauch. Die Nutzung des Internet im pädagogischen Raum muß berücksichtigen, daß das geistige Eigentum anderer gewahrt bleibt (Copyright), ein verantwortlicher Umgang mit anderen Menschen und mit Ressourcen thematisiert wird ("Netiquette"), Minderjährige vor dem passiven und aktiven Gebrauch gewaltverherrlichender, rassistischer oder pornographischer Materialien geschützt werden, die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben (Datenschutz, Postgeheimnis) und der gute Ruf der Schule nicht beschädigt wird.

 

4.1 Filter und Kontrollen

Die technischen Möglichkeiten der Kontrolle über den Informationsfluß vom Internet in die Schule und aus der Schule ins Netz sind in dem Beitrag von Klaus Füller behandelt. Ein sinnvolles Sicherheitskonzept würde darin bestehen, ein schulinternes "Intranet" (Näheres dazu Frerk Meyer unter http://www.schulweb.de/sww/) aufzubauen, das durch einen "firewall" (Brandmauer) vor fremdem Zugriff sicher geschützt ist.

Dabei können auch Filterprogramme eingesetzt werden, die Dateien auf fragwürdige Wörter hin untersuchen und sie nur auf dem Server abspeichern, wenn sie davon frei sind, z.B. das Programm "Netnanny" (http://www.isnnet.com/netnany.html), "Cyber-Sitter" (http://www.solidoak.com), "Cyber-Patrol" (http://www.netunlim.co.za/products/cyberproxy_net.html) u.a.

Besser ist eine Kontrolle der Qualität durch Fachlehrer. Ein leistungsfähiger interner Schulserver würde die Dokumente und Materialien aufnehmen und speichern, die aus dem Internet von dafür Befugten als geeignet für den schulischen Gebrauch angesehen werden. Diese wären dann auch für den Inhalt dieser Materialien verantwortlich, hätten auf dem Server die Unterverzeichnisse ihres Fachbereichs zu pflegen und müßten dafür sorgen, daß veraltetes oder ungeeignetes Material wieder gelöscht wird.

Eine Datenbank mit einer benutzerfreundlichen Schnittstelle würde diese Informationen verwalten und über entsprechende Zugriffsrechte Lehrern, Schülern oder der Schulverwaltung zugänglich machen.

Schüler hätten außerhalb des Fachunterrichts oder außerhalb der Anwesenheit eines Lehrers in der Schule keinen direkten Zugriff auf das Internet. Dies wäre aus didaktischen Gründen ohnehin m.E. nur sinnvoll bei konkreten Arbeits- oder Rechercheaufträgen oder bei synchroner Kommunikation wie Online-Chat oder Videophonieprojekten zwischen Schulen. Die direkte Online-Nutzung (und vor allem das freie "Surfen") wird wohl auch aus didaktischen wie finanziellen Gründen eher selten vorkommen.

Die Kommunikation zwischen dem Intranet-Schulserver und dem Internet könnte dann i.d.R. nachts, zu günstigen Tarifen, erfolgen. Der Intranet-Schulserver würde als zentraler Mail-Server die gesammelten E-Mails von Schülern und Lehrern ins Internet schicken und alle E-Mails an die Schule vom Provider abrufen und verteilen. Er würde auch die für die Veröffentlichung im Internet bestimmten Web-Dokumente der Schüler nachts auf den Server des Providers schicken, von dem sie dann lokal oder weltweit erreichbar sind.

Schließlich ist darauf zu achten, daß keine Viren auf die Schulcomputer gelangen können. Es gibt leistungsfähige Virenprogramme, die monatlich auf den neuesten Stand gebracht werden, den Internet-Verkehr überwachen, neue Dateien prüfen und im Hintergrund automatisch verdächtiges Verhalten melden. Ohne einen vorherigen Virencheck sollte kein Schüler oder Lehrer eigene Disketten auf Schulcomputer bringen!

 

4.2 Die "10 Gebote für das Internet"

Über die hier skizzierten technischen Möglichkeiten einer kontrollierten Schnittstelle zwischen den Schulcomputern und der Internet-Welt hinaus sollte die pädagogische Dimension eines verantwortlichen Umgangs mit dem neuen Informations- und Kommunikationsmedium nicht aus den Augen verloren werden. Denn letztlich ist das Medium ein Mittler zwischen Menschen - anderen Lehrern, Schülergruppen, Autoren, Fachleuten -, die ihre Ideen, Konzepte, Produkte im Internet anbieten und austauschen. Hier hat die Schule die Aufgabe, den verantwortlichen Umgang mit dem neuen Medium zu vermitteln, und zwar im täglichen Gebrauch, wobei die Lehrkraft Vorbild ist.

In einem der ersten Treffen der Entwickler deutscher Bildungsserver (zu den Teilnehmern, Ergebnissen und Arbeitspapieren dieses Kreises vgl. http://dbs.schule.de/bonsai/) wurde vorgeschlagen, diese ethische Dimension durch "Zehn Gebote" zu beschreiben. In dem Seminar "Computer und Recht" haben wir dies mit Studenten der Humboldt-Universität zusammen erarbeitet; es sind 8 Gebote geworden - Vorschläge für weitere sind willkommen!: E-Mail an bonsai@educat.hu-berlin.de Ausführlichere Empfehlungen zum Verhalten im Netz finden sich vielerorts unter dem Stichwort "Netiquette": http://www.albion.com/netiquette/book/index.html

Für einen verantwortlichen Umgang mit dem Netz

 
1. Sei Du selbst!
Benutze Deinen eigenen Namen. Du bist verantwortlich für das, was Du schreibst, was Du aus dem Netz kopierst und bestellst. Wer anonym bleiben will oder sich unter fremdem Namen einlogt, hat meist etwas zu verbergen und gefährdet die Freiheit des Internet.

 

2. Schütze Dich selbst!
Das Passwort ist Dein persönlicher Schlüssel zum Netz. Wähle ein sicheres Passwort und ändere es öfter. Wenn Du es erratbar machst, verlierst oder weitergibst, kann jemand anders unter Deinem Namen fragwürdige oder kriminelle Handlungen begehen.
Wenn Dein Computer oder Deine Daten von außen erreichbar sind, sichere den Zugang zu persönlichen Bereichen vor fremdem Zugriff (Passwort, Verschlüsselung).

 

3. Achte das Postgeheimnis!
Lies keine E-Mails, unabsichtlich oder absichtlich, die an jemand anders adressiert sind (das gilt auch für Lehrer!). Veröffentliche keine an Dich adressierte persönliche E-Mail im Netz ohne Zustimmung des Absenders.

 

4. Achte die Privatsphäre Anderer!
Dringe nicht absichtlich oder unabsichtlich in Bereiche auf fremden Rechnern ein, die nicht für Dich freigegeben sind. Lies, veröffentliche, verändere oder lösche keine Daten auf fremden Rechnern, die dies nicht ausdrücklich gestatten.

 

5. Achte das geistige Eigentum Anderer!
Mitmenschen haben Zeit und Mühe investiert, um Programme zu entwickeln, Texte zu schreiben, Grafiken zu gestalten oder Informationen zu sammeln und zu verarbeiten. Achte die jeweiligen Bedingungen für deren Nutzung (Copyright).
Im Zweifelsfalle bitte den Autor um die Erlaubnis zur Nutzung oder Veröffentlichung seines geistigen Eigentums.

 

6. Achte die Persönlichkeit Anderer!
Sei kein Rufmörder: verhalte Dich in E-Mails und Diskussionen fair, vermeide persönliche Angriffe, Unterstellungen und Verleumdungen. Denke daran, daß der Text einer E-Mail leicht mißverstanden werden kann.

 

7. Schütze Euer Schulnetz!
Bringe Deine Schule nicht dadurch in Verruf, daß Du Dokumente gewaltverherrlichenden, rassistischen oder pornografischen Inhalts abrufst oder sogar verbreitest oder solche Aktivitäten bei Mitschülern tolerierst.
Lade keine Software auf Schulrechner ohne vorherige Virenprüfung.

 

8. Als netzverantwortlicher Lehrer: Sei wachsam!
Du trägst eine besondere Verantwortung für das Ansehen Deiner Schule in der Öffentlichkeit. Habe ein Auge auf das, was Schüler machen, spreche Verstöße gegen die "Netikette" an, sei konsequent gegenüber den Schülern, Mißbrauche Deine Recht als Systemverwalter nicht und sei ein gutes Beispiel, vor allem in den Punkten 3 - 6!
Achte sorgfältig auf die Einhaltung der Lizenzen, regelmäßige Datensicherung, Vergabe von Rechten für Nutzer und Externe und schütze die sensiblen Bereiche des Schulnetzes vor fremdem Ausspähen und Hacker-Angriffen.


Nützliche weiterführende Literatur in Printmedien


Anschrift des Verfassers:

Prof. Dr. Peter Diepold
Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät IV
Abt. Pädagogik und Informatik
Geschwister-Scholl-Str. 7
D-10099 Berlin
Tel. (030) 2093-4178; Fax: -4198
E-Mail:
Diepold@educat.hu-berlin.de
Weitere Informationen:
http://www.educat.hu-berlin.de/~diepold