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HINWEIS:
Alle Informationen zur Lehrveranstaltung,
die in diesem Semester virtuell abgehalten wird,
sind nur vorläufig und werden bis zum Beginn und auch noch im Verlauf der Lehrveranstaltung adaptiert!
Dieser Text, der Sie über den Ablauf und die Ziele der Lehrveranstaltung informieren soll, ist bewusst länger ausgefallen. Es hat sich in den vergangenen Semestern gezeigt, dass eine möglichst genaue Information über Ziele, Inhalte und Ablauf des Seminars dazu beitragen kann, "angemessene" Erwartungen an das Seminar zu stellen. Dieser Faktor Erwartung wiederum hat einen enormen Einfluss auf die Motivation beim Lernen in der angebotenen virtuellen Umgebung. Wir sind darum bemüht, nach jedem Semester die nicht berücksichtigten Erwartungen und Wünsche aufzugreifen und für die Folgeversionen des virtuellen Seminars zu berücksichtigen. Auch versuchen wir, "kleinere Zusatzwünsche" während des Semesters konstruktiv aufzufangen und nach Möglichkeit noch in die laufende Lehrveranstaltung zu integrieren. Die Gestaltung einer virtuellen Lernumgebung aber erfordert wesentlich mehr und vor allem längere Vorbereitungszeit als etwa Face-to-Face-Veranstaltungen, so dass der Berücksichtigung neuer Teilnehmerwünsche leider auch Grenzen gesetzt sind.
Aus den genannten Gründen bitten wir alle SeminarteilnehmerInnen den vorliegenden Text sorgfältig durchzulesen und die gelesenen Inhalte zu reflektieren. Für Unklarheiten und Rückfragen steht die Seminarleitung über die zahlreichen kommunikativen Kanäle (Moodle mit diversen Foren) zur Verfügung. Neben dem Lesen dieses Textes ist der Besuch der Präsenzveranstaltung zu Seminarbeginn obligatorisch. Bei diesem Face-to-Face-Treffen haben Sie zum einen die Möglichkeit, sich - wenn auch nur kurz - kennen zu lernen. Zum anderen besteht für uns die Gelegenheit, die hier skizzierten Ziele und Inhalte sowie den Ablauf des Seminars genauer zu erläutern, Ihre Fragen zu beantworten und mit Ihnen über die Chancen und Grenzen des vor uns liegenden Seminars zu diskutieren. Dennoch muss vieles offen bleiben, da virtuelle Lehrveranstaltungen meist eine Eigendynamik entwickeln, die nur schwer prognostizierbar ist - zu vielfältig sind die Einflussfaktoren, die hier wirksam werden können. Einige werden in dieser Präambel angesprochen, die auf den bisherigen Erfahrungen mit solchen Lehrveranstaltungen beruhen bzw. einen Bezug zu den gängigen Auffassungen und Theorien von eLearning herstellen.
Diese Präambel hat aber nicht nur die Funktion, Sie zu informieren, sondern auch die eines "Vertrages", den Sie durch die Anmeldung zu dieser Lehrveranstaltung akzeptieren, wobei Sie dadurch sowohl im Hinblick auf die Leitung als auch die KollegInnen die Verpflichtung eingehen, gemeinsam zu einem positiven Abschluss der Lehrveranstaltung beizutragen.
lassen sich in drei Kategorien aufteilen:
Zum erfolgreichen Abschluss der Lehrveranstaltung ist daher die Erfüllung der verschiedensten Arbeitsaufgaben notwendig, die sowohl individuell als auch kollektiv in den kleinen Arbeitsgruppen erbracht werden müssen, wobei das Hauptgewicht auf den gemeinsam durchgeführten Projekten liegt. Es liegt daher im Interesse jedes Einzelnen, für eine gerechte Verteilung der Aufgaben innerhalb der Gruppe zu sorgen, wozu das Arbeitstagebuch sorgfältig zu führen ist. Siehe dazu auch die speziellen Ausführungen zur Leistungsbeurteilung & Notenvergabe.
Der Arbeitsaufwand für die Teilnahme am virtuellen Seminar übersteigt geringfügig den Aufwand, den man für den Besuch eines traditionellen Face-to-Face-Seminars veranschlagen muss: Pro Woche ist mit einem Mindestzeitaufwand von vier bis fünf Stunden zu rechnen - bei regulären Seminaren geht man von einer Verdoppelung der Präsenzzeit aus. Mit vier Stunden wird man dann auskommen, wenn Vorerfahrungen im Umgang mit virtuellen Lernangeboten und/oder im Arbeiten in virtuellen Gruppen vorhanden sind. Wer das erste Mal an einem virtuellen Seminar teilnimmt, sollte besser mit sechs Stunden Zeitaufwand rechnen. Zudem ist die Art des Aufwandes im Vergleich zu einer traditionellen Veranstaltung qualitativ anders, weil eine kontinuierliche Beteiligung am virtuellen Seminargeschehen unabdingbar ist. Es genügt keinesfalls, das virtuelle Seminar analog zu realen Veranstaltungen einmal die Woche zu besuchen; jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin sollte die virtuelle Lernumgebung in jedem Fall mehrfach pro Woche aufsuchen, sich in verschiedenen Foren informieren und in der Kleingruppe aktiv beteiligen. Grundsätzlich gilt: Sie müssen selbst entscheiden, wie viel Zeit Sie in das virtuelle Lernen investieren, und sie müssen selbst dafür Sorge tragen, dass dieses Zeitbudget mit den Anforderungen und Erwartungen in Ihrer Kleingruppe übereinstimmt. Selbstverantwortung und Eigenaktivität sind gewissermaßen die "Zauberwörter", denn nichts ist für aktive Mitlernende eine größere Frustration als passive Zuschauer, die man im Netz übrigens als "Lurker" bezeichnet und in einem Seminar von uns auf längere Zeit nicht toleriert werden können.
Ein virtuelles Seminar basiert in hohem Maße auf Eigenverantwortung und Kooperation. Daher kommt der weitgehend selbstgesteuerten virtuellen Gruppenarbeit ein zentraler Stellenwert für fast alle Prozesse im Seminarablauf zu. Virtuelle Seminare dieser Art bergen nach dem derzeitigen Erkenntnis- und Erfahrungsstand allerdings zwei Gefahren - man könnte auch von zwei Tendenzen sprechen, die eine hohe Eigendynamik entwickeln können, nämlich die Tendenz zum Trittbrettfahren und die Tendenz zur Autoritätssuche. Wie wir diese beiden Gefahren eindämmen wollen, werden wir deshalb etwas ausführlicher beschreiben, damit Sie die vorgesehenen Prozesse im Seminarablauf besser verstehen und nachvollziehen können.
Sie werden während der gesamten Veranstaltung in einer Kleingruppe von vier bis sechs Lernenden zusammenarbeiten; die gesamte Seminargruppe wird maximal neun solcher Kleingruppen umfassen. Die Gruppenbildung wird in der ersten Präsenzsitzung vorgenommen. Zudem werden wir Sie bitten, sich relativ bald einen markanten Gruppennamen zu geben. Diese Gruppenbildung wird zumindest teilweise von Moodle unterstützt.
Warum Betonung der virtuellen Kommunikation? Zwar ist nichts reichhaltiger und effektiver als das direkte Gespräch! Sie werden wahrscheinlich ziemlich schnell zu dem Schluss kommen, dass die Bearbeitung vieler Aufgaben face-to-face mit Sicherheit zeitökonomischer, stressfreier und bisweilen vielleicht auch fruchtbarer wäre. Es ist auch gar nicht Ziel dieses Seminars, Ihnen zu beweisen, dass virtuelle Teamarbeit besonders toll oder gar besser als die direkte Kooperation ist. Vielmehr geht es darum, Ihnen mit dem virtuellen Seminar die Möglichkeit zu geben, Fertigkeiten kennen zu lernen, auszuprobieren und einzuüben, die im Rahmen der Wirtschaft und auch innerhalb der Wissenschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen zunehmend an Bedeutung gewinnen - und zwar zusätzlich zur und keineswegs statt der Face-to-Face-Kooperation.
Die "Magie der Präsenz" (Kerres 2001, S. 14) ist vermutlich durch kein virtuelles Tool völlig zu ersetzen, es stellt sich jedoch die Frage, ob bestimmte Elemente der Hochschullehre im Virtuellen nicht doch durchführbar sind. Wiegt etwa der Mehrwert virtueller Lehre, also z.B. die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten, zu kommunizieren und zu lernen, nicht für einige StudentInnengruppen (Berufstätige, Personen mit Pflegeaufgaben) nicht auf? Vielmehr stellt sich die Frage, warum nicht neue Methoden auch eine Verbesserung oft tradierter Unterrichtsmuster mit sich bringen können. So scheint etwa im pädagogischen Bereich an den Universitäten eine Ablösung der "Belehrungspädagogik" durch eine "Befähigungspädagogik" nötig . Gerade die Orientierung an den subjektiven und situativen Bedürfnissen des Lerners kann durch eLearning in vielen Fällen oft besser realisiert werden als in einer traditionellen Lehrveranstaltung. So ist des Weiteren durch eLearning oft eine bessere Berücksichtigung des spezifischen Lebensraums der Lernenden möglich, ebenso eine verstärkte Individualisierung der Lernprozesse wie auch ein medial erweiterte Form des kooperatives Lernen und Forschens, wobei eine Anwendung etwa von vorab gemeinsam erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnissen auf kasuistische Strukturen metakognitiver und metakommunikativer Prozesse möglich wird.
Virtuelle Veranstaltungen wie diese, die in hohem Maße auf Eigenverantwortung und virtueller Zusammenarbeit von Gruppen bauen, kämpfen in der Regel mit dem verbreiteten Phänomen des Trittbrettfahrens - auch bekannt als das "Der-Hans-der-machts-dann-eh"-Phänomen mit dem Folgephänomen "Ja-bin-ich-denn-der-Depp". Unzuverlässigkeit sowie die Tendenz, sich auf die anderen zu verlassen und sich aus der Verantwortung für das Gruppengeschehen und die Gruppenergebnis zu stehlen, sind Schwierigkeiten, die sowohl für die Lernenden als auch für die Lehrenden virtueller und realer (!) Seminare schwer in den Griff zu bekommen sind. Was tun wir dagegen? Viele Studierende, die bereits an unserem virtuellen Seminar teilgenommen haben, haben sich für die Einführung von "Sanktionen" ausgesprochen. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, die Möglichkeit selbst bestimmter Sanktionsmaßnahmen für passive TeilnehmerInnen einzuführen. Vor dem Hintergrund unseres Ziels, eigenverantwortliches und kooperatives Lernen zu fördern, wollen wir zwar auch in Zukunft auf Fremdsanktionen unsererseits weitgehend verzichten, verpflichten Sie als TeilnehmnerInnen aber dazu, eigenständig dafür zu sorgen, dass ein selbst gesetztes Mindestmaß an aktiver Beteiligung nicht unterschritten wird.
Wir haben in diesem virtuellen Seminar daher eine enge Taktung der Aufgaben mit festen Terminen, auf deren Einhaltung wir bestehen. Denn wenn jede/r TeilnehmerIn oder jede Gruppe selbst bestimmt, wann "Abgabetermin" für eine Aufgabe ist, herrscht Chaos pur, und das demotiviert TeilnehmerInnen und SeminarleiterInnen gleichermaßen. Das umso mehr, als virtuelle, seminaristische Lehrveranstaltungen in dieser Größenordnung (45 TeilnehmerInnen) nur durch solche strikten Maßnahmen überhaupt durchführbar sind. Daher gilt für dieses Seminar, dass im Sinne eines reibungslosen Ablaufs auch keine Ausnahmen gemacht werden können - Diskussionen darüber sind daher zwecklos.
Wir geben Ihnen eine Reihe von Gruppenregeln an die Hand. Diese beinhalten auf den ersten Blick Plausibilitäten, aber Sie werden im Laufe der Zeit selbst feststellen, dass einige Grundregeln der virtuellen Zusammenarbeit leider nicht automatisch realisiert werden, sondern immer wieder gemeinsam erinnert und ausgehandelt werden müssen. Die Gruppenregeln, die wir Ihnen vorgeben, sind aus den bisherigen Erfahrungen mit diesem Seminar entstanden, enthalten die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und sind daher als einzuhaltende Norm zu betrachten. Scheuen Sie sich aber nicht, diese Grundregeln in Ihrer Kleingruppe bei Bedarf zu spezifizieren und auszubauen.
Weil man sich in virtuellen Veranstaltungen wie in der hier angebotenen nun einmal nicht sehen und hören kann, weil man Stimmungen und die herrschende Atmosphäre bestenfalls erahnen, aber nicht direkt spüren kann, neigen die Beteiligten oft zur Überregulierung - und das gilt paradoxerweise vor allem für die Lernenden selbst. Viele der TeilnehmerInnen wünschen sich dann - bildlich gesprochen -, dass man sie an der Hand nimmt, dass man ihnen genau sagt, "wo es lang geht" und was erstens, zweitens und drittens zu tun ist, dass sie auf möglichst jeden Beitrag eine ausführliche Rückmeldung erhalten - kurz: dass eine Autorität da ist, die möglichst alles von oben und für sie regelt. Diese Wünsche sind durchaus nachvollziehbar angesichts der vorhandenen Gefahr des Trittbrettfahrens, der Angst vor Orientierungslosigkeit und Chaos sowie dem Gefühl, in der virtuellen Umgebung - anders als im realen Seminarraum - allein auf weiter Flur zu sein. Was tun wir gegen diese Ängste und gleichzeitig gegen die damit verbundene Gefahr einer rigiden Autoritätssuche?
Wir haben daher die Aufgabenstruktur so gestaltet, dass sie keine sture Faktenreproduktion fördert, ohne aber gleichzeitig eine völlig freie und rein fantasiegeleitete Beantwortung möglich zu machen. Der Großteil der Aufgaben beinhaltet mehrere Teilaufgaben, die innerhalb jeder Kleingruppe in unterschiedlicher Besetzung und in Eigenverantwortung bzw. Selbstorganisation zu bearbeiten sind, unterschiedlich komplexe Anforderungen stellen und mit verschiedenen Zielsetzungen verbunden sind. Sie erhalten zu jeder Aufgabe zwar relativ genaue Anweisungen, die Sie auf jeden Fall lesen sollten, aber keine rigiden Anleitungen. Viele der Ideen, die hinter den Aufgaben stecken, stammen wiederum von Studierenden, die vor Ihnen das Seminar besucht haben; und jedes Semester stellen wir von Neuem fest, dass wir es gerade mit der Aufgabengestaltung nicht allen TeilnehmerInnen gleich recht machen können. Bitte bedenken Sie das bei Ihren Urteilen über die Aufgabenqualität! Sammeln Sie dennoch alle Ideen und Verbesserungsvorschläge, die Ihnen oder Ihrer Gruppe in den Sinn kommen, denn die Gestaltung dieses virtuellen Seminars ist dynamisch und wir werden auch Ihre Änderungswünsche aufgreifen und überdenken. Nutzen Sie daher die kommunikativen Möglichkeiten, die für Sie eingerichtet wurden.
Als TeilnehmerIn an dieser Lehrveranstaltung haben Sie jedoch nicht nur die Pflicht, die Ihnen bzw. Ihrer Gruppe übertragenen Aufgaben zu erfüllen, sondern Sie sind auch dazu angehalten, die anderen Gruppenarbeiten zur registrieren und den anderen TeilnehmerInnen ein geeignetes Feedback zu geben. Das kann natürlich auf Grund der großen Anzahl von TeilnehmerInnen nur exemplarisch möglich sein, denn es ist unrealistisch, dass alle 9 Gruppen jeweils 9 Feedbacks erhalten und darauf reagieren. Es wird daher von der Lehrveranstaltungsleitung ein Raster vorgegeben, das festlegt, welche Gruppen jeweils einer anderen ein Feedback geben müssen.
Wir haben in der vorliegenden Seminarversion eine verpflichtende rotierende Moderation in den Kleingruppen eingebaut, um damit zwei Dinge in den Griff zu bekommen: Erstens wollen wir vor dem Hintergrund der angestrebten eigenverantwortlichen Kooperation vermeiden, dass auch die Gruppenführung an uns - die SeminarleiterInnen - abgegeben wird. Zweiten wollen wir dafür sorgen, dass diese Führungsaufgabe nicht an wenigen engagierten Studierenden hängen bleibt, die dann nach einigen Wochen verständlicherweise frustriert sind, weil man ihnen alle unliebsamen Mühen aufgehalst hat. Mit einer rotierenden Moderation geben wir Ihnen zwar die Verantwortung für eine effektive Zusammenarbeit in der Gruppe, überlassen die Gruppenführung aber gleichzeitig nicht dem Zufall.
Im Gegensatz zu eher nachprüfenden Aufgaben haben Lernaufgaben die Funktion, den Lernprozess selbst zu aktivieren. Dabei wird über eine Aufgabe eine bestimmte (aktive) Art des Umgangs mit dem Lehrinhalt angeboten und vorstrukturiert. Solche Aufgaben können sich zunächst allgemein auf die Entwicklung subjektiv-relevanter Themen beziehen:
Lernaufgaben in virtuellen Lehrveranstaltungen ermöglichen vor allem eine eigenständige Auseinandersetzung der Lernenden mit dem angebotenen Lehrinhalt, wobei selbstgesteuertes Lernen weit mehr bedeutet als die Rezeption eines Inhalts durch einen Lerner. Zwar verlagert das selbstgesteuerte Lernen die Verantwortung für den Lernerfolg vom Lehrenden auf den Lernenden, wobei dem Lehrenden vor allem die Organisation und Kontrolle der Aufgabenerfüllung zukommt. Seine neue Rolle besteht daher insgesamt weniger in der Vermittlung von Inhalten, sondern vor allem in der Organisation und Moderation von Lernprozessen. Auch E-Learning ist immer auch ein sozialer Prozess, der sich nicht zwangsläufig und selbstverständlich entwickelt, sondern der gestaltet werden muss.
Als Aufgabentypen kommen in virtuellen Lehrveranstaltungen vor allem Verständnis-, Anwendungs-, Analyse- und Bewertungsaufgaben in Betracht. Typisch für eLearning-Kurse sind auch "Assignments", d.h. die Studierenden erledigen die ihnen gestellten Aufgaben und stellen diese in der Lernplattform ein. Diese werden dann von einer qualifizierten TeilnehmerInnengruppe sachlich überprüft und kritisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im problembasierten und handlungsorientierten Lernen, wobei anhand komplexer und realistischer Problemstellungen die Lernenden in handlungsorientierten und kooperativen Lernphasen systematisch in die Denk- und Arbeitsweise von Experten eingeführt werden. Mit dem Konzept des "problembasierten" oder auch "problemorientierten Lernens" soll nicht nur die Anwendung bisher im Studium erworbener Fertigkeiten ermöglicht werden, sondern es soll auch das "Denken in Zusammenhängen", die Fähigkeit zum kooperativen Lösen komplexer Probleme sowie die zunehmende Selbständigkeit und Selbststeuerung beim Lernen systematisch gefördert werden. Ziel des Konzepts ist es, den Erwerb transferfähigen Wissens mit der Herausbildung allgemeiner und fachspezifischer Problemlösestrategien und Lerntechniken zu verknüpfen und dabei den Lernenden zu ermöglichen, methodische und fachliche Kompetenzen zu erwerben.
Fragen können Fragen sein, aber auch Aussagen oder Aufforderungen oder Kritik, Fragen können stimulieren, zu Thesen herausfordern, kontrollieren, sondieren, bestätigen, aber auch kritisieren, beleidigen oder verächtlich machen. Fragen können aber auch helfen zu analysieren, Alternativen zu finden, Entscheidungen zu treffen, zu evaluieren und zu bewerten. Die Funktionen und Wirkungen von Fragen sind vielseitig. Gut gestellte Fragen funktionieren in der Regel, ohne großen Aufwand an Erklärungen. Sie fördern die Selbsttätigkeit der Studierenden. Diese Frageefunktion wird in den Anfangsphasen der Lehrveranstaltung zunächst von der Leitung ausgeübt, sie jedoch in der Folge immer mehr von den TeilnehmerInnen übernommen werden.
Die persönlichen Interessen und Belange sollten und können bei einer virtuellen Lehrveranstaltung im Vordergrund stehen, damit die Lernenden ihre persönlichen Lernbedürfnisse realisieren können.Die Tatsache, dass dem Lerner dabei eine entscheidende Position zukommt, bedeutet, dass er seine Einsichts-, Steuerungs- und Regulierungsfähigkeiten für das Lernen stetig überprüfen und weiterentwickelen kann. Selbstgesteuertes Lernen basiert weitgehend auf den Fähigkeiten der Selbstmotivation, der Bewusstheit der eigenen Lernbedürfnisse, der Bestimmung der eigenen Lernziele, der benötigten Ressourcen und der eigenständigen und bedarfsorientierten Bestimmung der Lernstrategie sowie ihrer jeweils adäquaten Regulierung. Der Prozess des selbstgesteuerten Lernens beginnt erst dadurch, dass die Individuen die Initiative ergreifen, dann eine Lernerfahrung planen, ihre eigenen Lernbedürfnisse diagnostizieren und daraus ableitend ihre Lernziele autonom formulieren.
Die Lernenden sollten die für den Lernprozess benötigte Ressourcen weitgehend selbst organisieren und ihren eigenen Lernprozess evaluativ und selbstkritisch betrachten können. Mitbestimmung bei der Festlegung der Ziele bedeutet auch Mitverantwortung für den eigenen Lernerfolg und den erfolgreichen Verlauf der Lehrveranstaltung insgesamt.
Die Leitung einer solchen Lehrveranstaltung kann auf die Distanz im Wesentlichen nur als Impulsgeber fungieren, wobei diese externe Dynamik durch ein Eigendynamik der Lernenden weitergeführt werden sollte. Die Rolle des Leiters und dessen Vorauswahl der Lerninhalte und Lernformen hängt jedoch entscheidend davon ab, mit welchen subjektiven Erwartungen er auf Seiten der lernenden Personen konfrontiert ist. In virtuellen Lernumgebungen ist der Lernende "sein eigener Dozent" und der eigentliche Dozent übernimmt vorrangig Coachingfunktionen.
Unter Verwendung verschiedener Quellen, im Wesentlichen aber von http://wissman.emp.paed.uni-muenchen.de/info.html (09-06-05)
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