Wachstum und Differenzierung im 20. Jahrhundert

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Etablierung an den Universitäten

In den Ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts konnte sich die Entwicklungspsychologie mit bedeutenden Wissenschaftlern an den Universitäten etablieren. Einflussreiche Forschungsstätten und Schulen gründeten:  Stanley Hall(1846-1924) an der Clark University  Alfred Binet(1857-1962) in Paris  William Stern(1871-1962) in Hamburg  Karl Bühler( 1893-1974) in Wien  Edouard Claperède(1873-1940)  Jean Piaget(1896-1980) in Genf Sigmund Freud(1856-1939) entwarf zur gleichen Zeit seine Theorie der Persönlichkeits- und Neurosenentwicklung Weitere Anstöße kamen aus dem Bereich der Praxis: Besonders in den USA wurde die sogenannte Child Guidance Clinics gegründet: Sie befassten sich mit Verhaltensprobleme von Kindern und Jugendlichen und stellten Fragen an die Forschung.


[Bearbeiten] Deskriptiv-normative Entwicklungspsychologie

Die Beschreibung von Phasen bilden eine erste Gruppe von Arbeite: Dabei wurden Probleme Leistungen und Neigungen zu charakterisierenden Porträts von Lebensabschnitten zusammengestellt. Die Phasenabfolge wird beschreiben als Aufeinanderfolge von Perioden der Konsolidierung und Perioden oft krisenhafter Umbrüche die in eine nächsthöhere Stufe münden

Altersnormen

Arnold Gesell(1880-1961) arbeitete an der Yale Clinic of Child Development und schrieb mit seinen Mitarbeitern drei Bände über die Altersnormen von Geburt bis zum 16. Lebensjahr. Auch Eduard Sprangers(1892-1963) schreib ein Werk über die Psychiologie im Jugendalter.

Phasenbeschreibung

Phasenlehren beschreiben die Entwicklung als Wachstums oder Reifungsprozess. Nach Entwicklungsbedingungen wurde nicht gesucht, da allgemeine, sequentiell geordnete Veränderungen augenfällig sind. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts bilden Studien eine der Hauptströmungen der Entwicklungspsychologie. Ein Bespiel ist dafür ein Werk von Jean Piagets über die geistige Entwicklung

Sequenzregeln

Sequenzregeln wurden wegen der Suche nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten eingeführt. So wurde Entwicklung als Differenzierung diffus- ungegliederter Ausgangszustände verstanden, als Umstrukturierung, als Überschichtung, als Aufbau innerer Kontrollinstanzen . Jedes einzelne Stadium der Entwicklung ist durch ein Organisationsprinzip gekennzeichnet.

Entwicklungstests

Seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden Messskalen erstellt. Durch sie wurden Altersnormen und Altersverlaufskuren gewonnen: Bespiele dafür sind  Die Intelligenzskala von Binet und Simon  Die Kleinkindertests von Charlotte Bühler und Hildegard Hetzer  Die Entwicklungsskalen von Gesell Tests werden immer mehr zu wichtigen Instrumente der Entwicklungspsychologie, denn sie erfassen individuelle Leistungen und Merkmalsausprägungen Es wurde mit diesen auch möglich individuelle Entwicklungsvorhersagen zu begründen und Unterschiede zu erklären. Durch Entwicklungstestes wurde es auch möglich Entwicklungsstörungen zu erkennen und diese vielleicht sogar abzuschwächen.


[Bearbeiten] Suche nach Kontinuität und Diskontinuitäten in Längsschittstudien

Gentechnische Studie über den Genius

Lewis M. Termann von der Stanford University wollte mit einen Experiment beweisen, dass man hohe Intelligenz die Anpassung an die Lebenswirklichkeit nicht beeinträchtigt. Dazu nahm er 661 1910 geborene kalifornische Kinder die einen IQ von 135 und höher hatten. Es gelang ihm tatsächlich zu zeigen das die Hochbegabten in der Mitte des Lebens vergleichweise wenig familiäre, berufliche aber auch psychologische Probleme hatten. In den zwanziger Jahren wurden immer mehre Institute gegründet die Stichproben über Jahrzehnte in regelmäßigen Abständen untersuchen. Es ging in diesen Studien primär um den Nachweis von Kontinuität( lückenloser Zusammenhang,, ununterbrochener, gleichmäßiger Fortgang,( vgl Duden, das Fremdwörterbuch(1999))) und Diskontinuität((Ablauf von Vorgängen mit zeitlichen und/ oder räumlichen Unterbrechungen,vgl Duden, das Fremdwörterbuch(1999)), Stabilität und Instabilität interindividueller Differenzen.


[Bearbeiten] Experimentelle Kinderpsychologie

Eine Experiment hat in der Entwicklungspsychologie verschieden Aufgaben. Einerseits um die Wahrnehmungsleistung oder die Bindung an Bezugspersonen zu erkennen, andererseits können experimentelle Bedingungen als Entwicklungsbedingungen interpretiert werden.


[Bearbeiten] Erziehungs- und Sozialisationsforschung

Erziehungs- und Sozialisation sollte entwicklungsangemessen sein.

Familiäre Sozialisation

Für die Sozialisationsforschung ist in den 1940er Jahren die erste Blüte. Es dominerten die psychoanalytische Hypothesen, die in lernpsychologische Konzepte übersetzt wurden. Die Forschung war entweder interkulturelloder intrakulturell vergleichend. Erziehungsziele und Erziehungsstile, Familienklimavariablen und das familiäre Anregungsniveau standen zu dieser Zeit im Mittelpunkt.

Weiter Sozialisationseinflüsse

Ebenfalls sind neben der Familie die Einflüsse weiterer sozialer und institutioneller Einheiten(z.B.: Schule, Beruf, Nachbarschaft, Medien,…) Gegenstand der Forschung geworden. Auch Fehlentwicklungen, wie Drogenmissbrauch, psychologische Störungen,…, wurden auf Sozialisationserfahrungen zurückgeführt.

Kinder als Erzieher der Eltern

Früher wurden die Sozialisationseinflüsse angenommen( das Verhalten der Eltern als Bedingung, das Verhalten der Kinder als Folge zu interpretieren). Seit geraumer Zeit sieht man immer häufiger andere Betrachtungsweisen, wie zum Beispiel das Kind als Erzieher der Eltern. Die gegenseitige transaktionale Beeinflussung der Mitglieder eines Systems rückt in den Blickpunkt.

Ökologische Entwicklungspsychologie

Die ökologische Entwicklungspsychologie ist nicht nur auf die Sozialwerdung und Sozialmachung konzentriert. Es werden sozioökologische Umwelten, deren Auswirkungen auf den sich entwickelnden Menschen Gegenstand der Untersuchung.


[Bearbeiten] Auswirkungen von Interventionen und Ereignissen

Auswirkungen von Interventionen und Ereignissen zu unterstützen, ist einer sehr wichtige Aufgabe der Entwicklungspsychologie. Es können auch Adoptionen, Behandlungen in Kliniken oder Therapieversuche in Entwicklungsberatungsstellen können in die Entwicklung eingreifen. „Follow up“= Folgeuntersuchungen: Sie geben Antwort auf Fragen wie: Wie wirken sich negative Erfahrungen kurz- und langfristig aus?, Wirken sie bei allen gleich?,…Beispiele dafür sind: Beschreibung des Lebensschicksals adoptierter Kinder, Auswirkungen der großen Wirtschaftsdepression Anfang der 30er Jahre, die Spätfolgen früherer Trennungserfahrungen.


[Bearbeiten] Entwicklungsstörungen

Der Versuch nachhaltige Wirkungen negativer Erfahrungen in der Kindheit nachzuweisen, stellen ein durchgängiges Thema dar. Sigmund Freud ist bekannt wegen seiner Theorie über die Grundlegung der Neurosen und anderer pathologischer Phänomene durch traumatisierende Erfahrung in der Kindheit. Heute ist die Entwicklungspsychologie von Störungen ein virtuelles Forschungsfeld geworden.


[Bearbeiten] Literatur

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven (S. 3-53). In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

Persönliche Werkzeuge