Sensible Perioden

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Hierbei handelt es sich in der Entwicklungspsychologie um Stadien der Entwicklung, in denen der Mensch besonders geprägt wird. Das heißt: Erlebnisse haben zu dieser Zeit den größten – sowohl angenehmen als auch unangenehmen – Einfluss. Der Beginn lässt sich leicht definieren. Sensible Perioden setzen ein, sobald Erfahrungsvoraussetzungen erworben werden. Nach dem Ende dieser Phasen fällt es uns nicht mehr so leicht, etwas zu lernen – es haben also die gleichen Erlebnisse weniger Wirkung auf den Menschen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Frühere Definition

Die eigentliche Herkunft des Begriffs „sensible Perioden“ wurde in der Lehre von Embryonen gefunden. Dort versteht man unter sensiblen Perioden die Phasen, in denen sich gewisse Organe und Funktionen entwickeln. Körperzellen erlangen beispielsweise ihre Form.

[Bearbeiten] Voraussetzungen für das Vorliegen von sensiblen Perioden

  • Mögliche Umstände, die auf diese Periode einwirken, können festgestellt werden.
  • Diese Begleiterscheinungen entwickelten sich auch bei ähnlichen Versuchsgruppen vor, während oder nach diesem Entwicklungsstadium.
  • Effekte der Periode werden sachlich zusammengetragen.
  • Auswirkungen der Periode werden auf längere Sicht erforscht.
  • Probleme oder Ergebnislosigkeit von Experimenten werden belegt.

Zu beachten ist hierbei, dass sich der Nachweis durch Versuche als problemlos darstellt. Dies ist jedoch moralisch kaum zu verantworten. (vgl. Oerter & Montada, S. 35f).

[Bearbeiten] Die ersten 3 sensiblen Perioden

Laut Maria Montessori erleben Menschen in den Lebensjahren eins bis drei auch drei sensible Phasen:

  • Bewegung
  • Ordnung
  • Sprache

Wobei beispielsweise in der Phase der Sprachentwicklung das Kind zwischen Sprache und Geräuschen zu unterscheiden lernt (vgl. Hobmair & Altenthan, S. 417).

[Bearbeiten] Beispiele zu sensible Perioden

Vor allem in der Kindheit wird der Mensch sehr stark geprägt. Wenn man in dieser Zeit ein traumatisches Erlebnis hat, bleibt dies nicht ohne Folgen. Kann man Reales von Irrealem – Träume beispielsweise – nicht unterscheiden, so können Angstzustände entstehen. Es gibt Menschen, die dann aufgrund dieser Angstzustände der Wirklichkeit ausweichen. Dadurch können sie wiederum nicht die Erfahrung machen, dass diese Ängste nicht berechtigt sind.

Wenn man als Kind gelehrt bekommt, dass man den Mitmenschen mit Misstrauen und Ablehnung gegenübertreten soll, wird man von diesen Abweisung erfahren. Da der Mensch dann im Gelernten bestätigt wird, hält er es nicht für nötig, umzudenken. (vgl. Oerter & Montada, S. 36).


[Bearbeiten] Literatur

Oerter, Rolf & Montada, Leo (Hrsg.) (2002). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

Hobmair, Hermann & Altenthan, Sophia (2002). Pädagogik. Troisdorf: Bildungsverlag EINS.

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