Mobbing in der Schule

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Begriffserklärung

Das Wort "Mobbing" leitet sich ab vom englischen "to mob", was soviel bedeutet, wie "anpöbeln". Ein weiterer Begriff mit gleicher Bedeutung wäre "Bullying", welcher sich vom englischen Wort "to bully" herleitet, mit der Bedeutung: tyrannisieren, schikanieren oder einschüchtern.


Der Psychologe und Mobbingforscher Dan Olweus bezeichnet es als Mobbing, wenn ein oder mehrere Individuen über einen gewissen Zeitraum hinweg wiederholt negativen Handlungen (sowohl verbal als auch physisch) von einem oder mehreren Individuen ausgesetzt sind.

Unter Mobbing in der Schule versteht man systematische und dauerhafte herabsetzende und ausgrenzende Handlungen von Schülern gegenüber Mitschülern. Vereinzelte Streitigkeiten werden nicht als Mobbing bezeichnet.


[Bearbeiten] Arten von Mobbing

- Mobbing durch körperliche Gewalt: Prügeleien, Sachbeschädigungen, Nötigungen, u.a.

- Verbales Mobbing: Beleidigungen aufgrund des Aussehens, der Herkunft, der Leistungen in der Schule

- Stummes Mobbing: Der Betroffene wird ignoriert und ausgeschlossen.


[Bearbeiten] 4 Phasen des Mobbings

1. Phase: erhöhte Konfliktneigung

2. Phase: Mobbing - Das Opfer befindet sich in einem Teufelskreis von Ursachen und Folgen. Dadurch fällt das Mobben den Angreifern kontinuierlich leichter.

3. Phase: Einmischung – Die Pöbeleien werden auffälliger. Dadurch ist ein Eingriff von Unbeteiligten zielführend.

4. Phase: Ende – Die Psyche des Betroffenen ist stark angeschlagen. In manchen Fällen ist für sie Suizid der einzige Ausweg. Aber auch Verletzungen, psychosomatische Reaktionen (Appetitlosigkeit, Alpträume u.a.) sowie Konzetrationsstörungen und Schulschwänzen sind mögliche Folgen.


[Bearbeiten] Motive

Es gibt verschiedene Motive für Mobbing. Einerseits die, die in Verbindung mit der Schule sind: Unterforderung, Überforderung, gestörtes Schul- oder Klassenklima. Aber auch außerschulische Ursachen können Auslöser sein: die finanzielle Lage der Familie – Markenartikel – Nationalität, Sprache, Kultur und Religion.


[Bearbeiten] In den Schulklassen befinden sich

- aktive Mobber: Mobbing geschieht aus einem unausgeglichenen Selbstwertgefühl heraus. Einerseits aus einem zu geringen Selbstwertgefühl, indem um die Anerkennung in einer bestimmten Gruppe gekämpft wird oder wenn eine oder mehrere Personen als Bedrohung für den eigenen Selbstwert empfunden werden und man diese aktiv in ihrem Wert schmälern will. Andererseits mobben auch unreife Personen mit übersteigertem Selbstwertgefühl, um sich damit ihrer Macht gewiss zu sein.


- gemobbte Kinder: Auslöser können das individuelle Verhalten betreffen (lachen, zwinkern, stottern, Sprachfehler), das äußere Erscheinungsbild (körperliche Auffälligkeiten wie hinken, eine zu große Nase, zu große Ohren oder rote Haare etc., oder uncoole Kleidung), oder in zunehmendem Maß auch die Herkunft, da man in der öffentlichen Meinung zunehmend Tendenzen von Vorurteilen gegenüber Einwanderern wahrnehmen kann.


- unbeteiligte Kinder: Damit sind Schüler gemeint, die sich nicht trauen, etwas gegen die Situation zu unternehmen, die einfach zusehen - oft aus Angst, selbst zur Angriffsfläche zu werden.


Wenn es gelingt, Kindern Mut zu machen, in Mobbingsituationen einzuschreiten und Partei für die Schwächeren zu ergreifen, würde sich die Gemeinschaft in vielen Schulklassen sehr zum Positiven verändern, denn "jemand anderen fertig zu machen" ist keineswegs bewundernswert, sondern einfach nur schwach. Auch Lehrer und Eltern sollten Warnsignale beachten und wenn nötig einschreiten.


[Bearbeiten] Literatur

Oerter, Rolf & Montada, Leo (Hrsg.) (2002). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing_in_der_Schule

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/MobbingSchule.shtml


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