Mesosystem: Familie - Peergruppe

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"Ein Mesosystem umfaßt die Wechselbeziehungen zwischen den Lebensbereichen, an denen die sich entwickelnde Person aktiv beteiligt ist (für ein Kind etwa die Beziehungen zwischen Elternhaus, Schule und Kameradengruppe in der Nachbarschaft; für einen Erwachsenen die zwischen Familie, Arbeit und Bekanntenkreis)" (Bronfenbrenner 1981, S. 41).

Die frühere Annahme, die Peergruppe würde im Jugendalter das Elternhaus als primäres soziales Übungsfeld ersetzen, wurde durch folgende Hypothesen widerlegt (vgl. Montada 2002, S.317):

  • Situationshypothese:

In einer Befragung von Mädchen der neunten bis elften Klasse erkannte Brittain (1969) eine situationsabhängige Hinwendung zu einer Gruppe, je nach Problemstellung. Eltern werden zum Beispiel bei Entscheidungen über die Zukunft als Gesprächspartner bevorzugt, die Peergruppe hingegen bei Fragen zu augenblicklichen Status- und Identitätsproblemen.

  • Interaktionshypothese:

Fend (1998) vergleicht die subjektiven Einschätzungen Jugendlicher von Zusammenhängen zwischen guten Elternbeziehungen und positiven Werten bei den Peerkontakten mit den objektiv erfassten Werten (Soziogramm). Wie sich herausstellte besteht interessanter Weise, keine eindeutige Korrelation.

[Bearbeiten] Literatur

Bronfenbrenner, U. (1981). Die Ökologie der menschlichen Entwicklung. Stuttgart: Klett-Cotta.

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven (S. 3-53). In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

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