Gruppe der Gleichaltrigen

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Die Gruppe der Gleichaltrigen, die so genannte Peergruppe, gewinnt im Jugendalter an Bedeutung und nimmt eine wichtige Funktion ein.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Merkmale der Peerguppe

  • Verwirklichung von Gleichheit durch Akzeptanz von Unterschieden und allgemeine Gerechtigkeit unter den Gruppenmitgliedern
  • Verwirklichung von Souveränität durch die Möglichkeit der Selbstdarstellung und das Verwirklichen von Zielen, die zugleich Ziele der Gruppe sind

Diese beiden Merkmale die in der Bedeutung von Peer stecken ermöglichen dem Jugendlichen Autonomie zu gewinnen und gleichzeitig Sozialbeziehungen aufrecht zu erhalten. Sie schafft ein Übungsfeld dafür, Unabhängigkeit und wechselseitige Abhängigkeit unter einen Hut zu bringen. (vgl. Montada 2002, S.310)

[Bearbeiten] Entwicklungsfunktionen

  • Orientierung und Stabilisierung in der Peergruppe und das Gefühl emotionaler Geborgenheit tragen dazu bei das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden
  • Die Peergruppe gibt Raum zur Erprobung neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten
  • Die Peergruppe unterstützt durch die normierende Wirkung einer Mehrheit die Ablösung vom Elternhaus
  • Durch verschiedene Identifikationsmöglichkeiten, Lebensstile und Bestätigung der Selbstdarstellung welche die Peergruppe aufzeigt, kann sie wesentlich zur Identifikationsfindung des Jugendlichen beitragen.

Die Peergruppe dient als Übungsfeld verschiedener Sozialformen und ermöglicht die Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht. (vgl. Montada 2002, S.310)

[Bearbeiten] Soziale Kontaktformen

[Bearbeiten] Freundschaften

Die Freundschaftsbeziehung ist im Jugendalter ein Medium der Offenbarung, außerdem unterstützen Rückmeldung von Verständnis, Vertrauen und Verlässlichkeit in einer Freundschaftsbeziehung die Stabilisierung der Identität.

Da in erster Linie Mädchen Freundschaften als Sozialbeziehung bevorzugen, wurden hirer genauere Untersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis der Studie von Douvan und Adelson (1966) zeigt einen Wandel der Freundschaftsbeziehung in drei Abschnitten:

  • Frühe Adoleszenz (11-14 Jahre): die Möglichkeit gemeinsamer Unternehmungen steht im Vordergrund
  • Mittlere Adoleszenz (14-16 Jahre): Loyalität, Vertrauen und Sicherheit sind maßgebliche Eigenschaften. Die Freundschaft unterstützt die Bewältigung von Entwicklungsproblemen, besonders durch den Aspekt des sich Spiegelns in anderen Personen.
  • Späte Adoleszenz (ab 17 Jahren): Die Freundschaft wird nicht mehr so sehr benötigt, und wird wieder mehr zu einer entspannteren gemeinsamen Erfahrung.

[Bearbeiten] Clique

Die Cliquenzugehörigkeit wird von männlichen Jugendlichen bevorzugt. Leistungsnormen der Erwachsenenwelt werden innerhalb der Clique unwirksam.

[Bearbeiten] Auswirkungen sozialer Kontakte

Kontaktfreudige Jugendliche besitzen ein positiveres soziales Selbstbild. Leistungsorientierung und Risikoverhalten befinden sich in mittlerer Ausprägung. Nicht zu vergessen sind isolierte Jugendliche bzw. Außenseiter. Diese besitzen meist ein niedriges Selbstwertgefühl, dafür weisen sie weniger Risiko- und Problemverhalten auf. Sie orientieren sich mehr an Erwachsenen und zeigen eine hohe Leistungsbereitschaft.

(vgl. Montada 2002, S.314 - 315)


[Bearbeiten] Literatur

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.


[Bearbeiten] Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Informelle_Gruppe

http://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Group

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