Soziale Lerntheorie von Rotter

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[Bearbeiten] Persönlichkeits- und Selbstkonzeptentwicklung aufgrund von Entwicklungsaufgaben und kritischer Lebensereignisse

Grundsätzlich ist die Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstkonzeptes ein lebenslanger Prozess. Diese stehen in einem Spannungsverhältnis das von kurz- und mittelfristige Stabilität und Kontinuität geprägt ist.

Diese Phasen sind prozessorientiert und werden als Ist-Soll-Diskrepanz erlebt, und können positiv/negativ entwicklungsrelevant werden und sein. Entwicklungsaufgaben sind die Voraussetzung für eine gesunde Weiterentwicklung. (siehe Konzept J.R. Havighurst und Erikson)

Kritische Lebensereignisse:

Normativ kritische Lebensereignisse: sind in einer Kultur mehr oder weniger ans Lebensalter gebunden, treten häufiger auf, relativ gut vorhersehbar und somit präventiv bewältigbar. Zum Beispiel: Schuleintritt, Schulwechsel, Heirat,...

Nichtnormative kritische Lebensereignisse: sind nicht vorhersehbar und treten unspezifisch und unabhängig von Kultur, biologischer Strukturierung auf, können Menschen in jeder Lebensphase treffen, deswegen sind nicht mehrere der gleichen Altersgruppe betroffen. Zum Beispiel: Erkrankungen, Gewinn, Todesfall,... Präventive Maßnahmen: Kompetenzsteigerung im Bereich Selbstmanagement und Selbstkontrolle

Historische kritische Lebensereignisse: betreffen eine größere Gruppe von Menschen, die politisch, kulturell, geografisch zeitgleich miteinander leben und sind mehr oder weniger vorhersehbar. Die Auswirkungen können individuelle unterschiedlich sein. Zum Beispiel: Massenarbeitslosigkeit (kann auch als nichtnormativ gewertet werden- Trennung verläuft manchmal fließend), Krieg, Pension,...

[Bearbeiten] Die soziale Lerntheorie der Persönlichkeit nach J.B. Rotter, kurz SLT

Die SLT gehört zu den sozial-kognitiv, dynamisch-interaktionistische Entwicklungstheorien der Persönlichkeit an und beschäftigt sich unter anderem mit der Abhängigkeit des Verhaltens und Erlebens von subjektiven Verstärkerwerten und subjektiven Erwartungen darüber ob durch ein Verhalten ein Ziel erreicht werden kann oder nicht.

Spezifische Erwartungen: subjektive situations- und handlungsspezifische Verstärkerwerte und Erwartungen sind nur dann für die Vorhersage und Rekonstruktion von Verhalten und Erleben relevant, wenn sich die Person subjektiv in einer bekannten, eindeutigen, kognitiv relativ gut strukturierten Situation befindet.

Generalisierte Handlungen: Generalisierte Erwartungen, die aus einer Generalisierung über Situationen mit ähnlichen Verstärkern (Zielen) oder solchen mit strukturellen Ähnlichkeiten basieren, sind prognostisch wichtiger.

Zentrale Konzepte: Das situationsspezifische Verhaltenspotential wird auf subjektive Erwartungen und subjektive Verstärkerwerte zurückgeführt. Je neuartiger und mehrdeutiger die psychologische Situation erlebt wird, desto größer ist die Bedeutung generalisierter Erwartungen und Bedürfnisse.

Konzepte zur Entwicklung von Kontrollüberzeugungen:

Internalität: die Erwartung, dass wichtige Ereignisse im Leben aufgrund von eigenen Anstrengungen oder Charakteristika bewältigt werden können. (Steigt ab der späteren Kindheit an, während die externalen (fatalistische) Kontrollüberzeugungen abnehmen.)

Sozial bedingter Externalität: die generalisierte Erwartung, nach der wichtige Ereignisse im Leben und deren Bewältigung vom Einfluss anderer abhängen und

Fatalistischer Externalität als generalisierte Erwartung, nach der wichtige Ereignisse im Leben vom Zufall, Schicksal, Glück, Pech abhängig sind.

Im Jugendalter und frühen Erwachsenenalter hängen die sozial bedingten Externalitäten im hohen Maße an der konkreten Lebenssituation, sowie Ausbildung und Beruf ab. Im höheren Erwachsenenalter nehmen die Externalitätsdimensionen von Kontrollüberzeugungen zu, gleichzeitig steigt die Internalität in den Kontrollüberzeugungen, beziehungsweise bleiben diese konstant. Mit zunehmendem Alter wird erwartet dass eigene Handlungsmöglichkeiten sowie nicht kontrollierbare Faktoren stärkere Einflüsse auf wichtige Lebensereignisse und deren Meisterung haben. Kulturelle, familiäre, politische, berufliche, ect. Einflüsse formen ebenfalls die Entwicklung von Kontrollüberzeugungen und beziehen sich vor allem auf das Ausmaß der Einschränkung/ Förderung von Handlungsfreiräumen.

[Bearbeiten] Literatur

Günter Krampen (2002). Persönlichkeits- und Selbstkonzept-Entwicklung (S. 693-701). In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychlogie. Weinheim: Beltz.

Persönliche Werkzeuge