Peergruppen gleich Subkulturen?

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung von Gruppierungen

Diese Frage stellt sich, da die Peergruppe nicht nur als Sozialisationsinstitution eines Jugendlichen fungiert sondern auch als wesentlich für die Formung der Gesellschaft und des sozialen Umganges und Umfeldes eines Jugendlichen verantwortlich ist. So können neue Musikstile, Kleidung und Sprache als Produkt von Peergruppen angesehen werden. Hiermit versuchen Jugendliche sich von der Erwachsenenwelt abzugrenzen, herauszustehen und das Gefühl etwas Eigenständiges zu haben.

Ein zweiter Erklärungsansatz von Coleman wäre aufgrund der Marginalpostion von Jugendlichen. Durch den raschen Wandel in Gesellschaft und Technik seien Erwachsene nicht mehr fähig dem zu folgen und dadurch braucht ein Jugendlicher seine Gleichaltrigengruppe um mit dem Fortschritt mithalten zu können.


[Bearbeiten] Subkultur

Eine Subkultur wird als Teilkultur verstanden, die zwar eigene Normen und Werte (die häufig auch mit deviant gleich gesetzt werden) entwickelt dennoch die Grundstruktur der Gesamtgesellschaft gleich ist. Weiters gibt es den Typ der Gegenkultur, in der sich jegliches unterscheidet. Meist finden sich in Subkulturen gleichaltrige Mitglieder und grenzen Andere, die nicht dem Alter entsprechen, aus.

Peergroups weisen mehrere Merkmale einer Subkultur auf:

• Abweichendes Werte- und Normensystem

• Abweichender Lebensstil vom Rest der Gesellschaft

• Die Peergruppe ist ein Sozialsystem, dass sich als Agierende der abweichenden Normen und Lebensstile ansieht (vgl. Montada 2002, S. 311).

Grundsätzlich kann aber nicht angenommen werden, dass jede Peergruppe auch eine Subkultur darstellt bzw. jede Peergruppe einer Subkultur angehört.


[Bearbeiten] Hierarchien in Peergruppen

Wie in anderen Gruppen auch, gibt es auch in Peergruppen Mitglieder die den Ton angeben und diejenigen die diesem folgen. Festzuhalten ist, dass sogenannte „Führer“ immer das auffallendste prosoziale Verhalten aufweisen. Dieses Faktum wurde auch von der empirischen Studie von Savin Williams (1987) bestätigt. Hier wurden Kinder in einem Jugendcamp beobachtet. Welche Gruppen entstehen, welche Kinder die Gruppenoberhäupter sind und wie die anderen Kinder diese akzeptieren. Dabei wurde herausgefunden, dass dominante, aber soziale „Führer“ anerkannter waren, als andere. Williams schließt deshalb auf eine biologisch-evolutionäre Basis von Gruppendynamiken.




[Bearbeiten] Literatur

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

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