Entwicklungstheorie sexueller Orientierung

Aus PaedPsychWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Spätestens seit Freud wissen wir, dass bereits Kleinkinder Sexualität besitzen. Diese verändert sich je nach Entwicklungsperiode. In der Regel beginnen Kinder ab Schuleintritt sich vom anderen Geschlecht zu distanzieren. Im Jugendalter wird diese Ablehnung gegenüber dem anderen Geschlecht wieder aufgebrochen.

Gene und pränatale Hormone wirken sich zunächst auf den Charakter des Kindes aus, d.h. Gene und Hormone beeinflussen u.a. das Aktivitäts- und Aggressivitätsniveau des Kindes. Je nach Temperament des Kindes präferierte es auch bestimmte Beschäftigungsarten. Dies führt dazu, dass Jungen und Mädchen in der Regel unterschiedliche Spiele bevorzugen, wie z.B. Mädchen das Malen und Jungen Ballspiele (vgl. Daryl J. Bem 1996 zit. n. Oerter / Dreher, S. 284).

Geschlechtsspezifische Spielpräferenzen führen dann zur Bildung geschlechterhomogenen Peers. Das andere Geschlecht wird zunehmend fremdartiger. Bei Kindern, die sich nicht geschlechtskonform orientieren, verhält es sich genau umgekehrt, d. h. Kinder der eigenen Geschlechtskategorie werden zunehmend als andersartig wahrgenommen. Die Wahrnehmung der Andersartigkeit führt zunehmen zu Ablehnung des andere Geschlechts, bis zum Jugendalter, indem diese Ablehnung wieder abnimmt. In diesem Alter wird das Andere als interessant und zunehmend als erotisch wahrgenommen (vgl. Daryl J. Bem 1996 zit. n. Oerter / Dreher, S. 284).

Eine Erklärung für dieses Phänomen ist nach Bem auf drei Faktoren zurückzuführen:


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Der extrinsische Erregungseffekt:

Aufgrund einer stark erregenden Situation, welche nicht sexueller Art sein muss(z.B. Achterbahnfahren), wird das Nervensystem angekurbelt. Eine darauf folgende Begegnung mit möglichen Sexualpartnern wirkt nun auch erregend. Entscheidend hierfür ist die individuelle Interpretation der Situation. Eine erregende Situation kann positive, aber auch negative Gefühle auslösen (vgl. Daryl J. Bem 1996 zit. n. Oerter / Dreher, S. 284).


[Bearbeiten] Die Emotionsumkehrung

Eine negative Emotion kann durch eine positive Emotion überlagert werden und umgekehrt. So wird zum Beispiel die anfängliche Angst beim Autofahrenlernen später in Freude umgewandelt. Nach Bem verhält es sich bei der Entwicklung der Sexualität ähnlich. Die negativen Gefühle gegenüber dem anderen Geschlecht werden in positive Emotionen umgewandelt (vgl. Daryl J. Bem 1996 zit. n. Oerter / Dreher, S. 285). Siehe auch Schachter-Singer Theorie of Emotion [1]


[Bearbeiten] Genetische Prägung

Es wirken auch genetische Prägungen auf die Entwicklung der sexuellen Orientierung. Siehe auch zur genetischen Prägung und Sexualverhalten: [2]



[Bearbeiten] Literatur

Rolf Oerter & Eva Dreher: Kapitel 7 – Jugendalter (S. 258 – 318), In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

Persönliche Werkzeuge