Delinquenztypen

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Unzählige Studien beweisen, dass um die 80% der Jugendlichen zumindest einmal eine Straftat begehen. Ebenso wurde empirisch bewiesen, dass mit dem Übergang in das Erwachsenenalter ein starker Rückgang zu verzeichnen ist.

Laut Terrie E. Moffitt können delinquente Menschen in zwei Kategorien eingeteilt werden:

  • Persistente Delinquente: ein kleiner Anteil, der das ganze Leben Straftaten begeht
  • Jugenddelinquente: delinquente Phase beschränkt sich auf das Jugendalter

[Bearbeiten] Jugenddelinquenz

Moffitts Theorie über Jugenddelinquenz geht davon aus, dass durch die längere Zeitspanne, in der die Jugendlichen in einer Übergangsphase sind, durch familiäre Gebundenheit und fehlende soziale Verantwortung delinquent werden bzw. Drogen konsumieren. Die Flucht in Randgruppen und abweichendes Verhalten soll ein „neuer“ Zugang zur Erwachsenenwelt darstellen.

Kritik an Moffitts Theorie ist sicherlich der Widerspruch bei den Studierenden. Ihre Ausbildung dauert sehr lange, wodurch sie eigentlich noch länger finanziell von ihren Eltern abhängig sind als andere Jugendliche, jedoch sind sie weniger straffällig als andere Gruppen. Diesen Kritikpunkt versucht sie jedoch durch den höheren Status der Studierenden auszugleichen. D.h., dass diese Jugendlichen durch Leistung genug Anerkennung bekommen und nicht Anschluss an Randgruppen suchen müssen. „Selbstberichte ergeben, dass nur die unbedeutende, episodenhaft bleibende Jugendkriminalität annähernd schichtunabhängig ist.“ (vgl. Kunz 2004, S. 292) Bei schwereren Delikten spielt der soziale Status jedoch wiederrum eine Rolle.


Die Tatsache, dass Jugenddelinquenz häufig auftritt, wird sie schon als normales Phänomen gehandelt. Der Unterschied zu immer straffälligen Personen, lässt gelegentlich straffällige Jugendliche normal wirken, da sie häufig kein anti soziales Verhalten an den Tag legen bzw. sich auch anders verhalten können. Gerade wenn normale Jugendliche in die Berufswelt einsteigen, oder eine Partnerin finden flacht die Delinquenzquote ab.

[Bearbeiten] Persistente Delinquenz

Menschen, die ihr ganzes Leben schon auffälliges unsoziales Verhalten an den Tag legen, wie Ungehorsam oder Aggressivität beginnen mit ihrer kriminellen Laufbahn mit leichten Delikten in der Jugend. Wenn jedoch „normale“ Jugendliche ihr abweichendes Verhalten aufgeben, tun diese es nicht. Solche „Problemkinder“ fallen nicht nur durch abweichendes Verhalten auf, sondern auch durch eine geringere Anzahl von IQ-Punkten. Sie weisen oft 17 IQ-Punkte unter dem Bevölkerungsdurchschnitt auf. Weiters haben sie häufig Schwierigkeiten soziale Beziehungen aufzubauen bzw. zu erhalten.

Das Verhalten kann teilweise auf die frühe Kindheit zurück geführt werden. In dieser Zeit zeigt das Kind schon pathologische Störungen wie Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität, geringer kognitive Fähigkeiten usw. Diese Verhaltensstörungen können einerseits durch Fehlverhalten der Eltern ausgelöst werden bzw. noch verstärkt. Durch Misshandlung, Schreien, Abschieben der Kinder oder die Ablehnung dieser. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes dieser Kinder kriminell werden muss.

Durch die richtige Erziehung und Gegenlenken gegen diese Symptome durch geduldiges und zeitintensive Bemühungen um das Kind, sowie ein tiefe Bindung zwischen Eltern und Kind kann der Person helfen sich normal zu entwickeln.

[Bearbeiten] Literatur

Kunz, Karl Ludwig (2004): Kriminologie. 4. Auflage. Bern. Haupt Verlag.

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

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