Delinquenz und Jugendalter

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Die Delinquenzhäufigkeit als auch die Art der Tat variieren mit dem Alter. Der Höhepunkt der Wahrscheinlichkeit eine kriminelle Straftat zu begehen liegt im Alter von 16 bis 20 Jahren. Danach flacht die Kurve ab. Kaum ein Mann (1 bis 4 Prozent) begeht seine erste Straftat nach dem 17. Lebensjahr.



Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichtliche Entwicklung


In jüngerer Zeit stieg die Delinquenz rasant an. Gewaltdelikte stiegen bei den 14. Bis 18 Jährigen von 4.000 auf knapp 8.000 Tatverdächtige an. Gleiche Entwicklungen sind in der Altersgruppe von 18 bis 21 Jahren zu erkennen. Dieser Anstieg betrifft jedoch nicht nur Männer, da der Anstieg bei Frauen noch viel ausgeprägter ist. Relativ gesehen muss man jedoch erwähnen, dass 80% der Straftaten von männlichen Personen begangen wird.

[Bearbeiten] Stigmatisierung - Folge oder Ursache von Delinquenz


Stigmatisierung durch andere Mitglieder in der Gesellschaft trägt wesentlich zur Strafwahrscheinlichkeit bei. So wird davon ausgegangen, dass Jugendliche aus sozial unterprivilegierten Schichten eher kriminell werden. Ja man erwartet es ja fast. In interaktionistischen Theorien wird davon ausgegangen, dass das Selbstbild von Fremdbildern der anderen Mitglieder beeinflusst wird.
Howard S. Becker behauptet in seiner Theorie über Außenseiter, dass nach der ersten kriminellen Tat dessen Konsequenzen entscheiden, ob die Person sich ein zweites Mal abweichend verhält und so eine kriminelle Laufbahn einschlägt (vgl. Becker 1973). Dennoch ist nicht nur die Umwelt der Person wichtig, sondern auch das so erschaffene Selbstbild, dass wiederrum geprägt wird durch berufliche und soziale Chancen, sowie Erziehung und Schulbildung. Obwohl immerhin 30 Prozent der erwischten Jugendlichen trotzdem keine lebenslange kriminelle Laufbahn einschlagen.


[Bearbeiten] Risikoeffekte

Terrie E. Moffitt konstatiert 2 Bedingungen:


1. „Das Fehlen eines prosozialen Verhaltensrepertoires und

2. Die Folgen des abweichenden Verhaltens selbst“(Montada 2002, S. 870).


Durch fehlende Unterstützung und das mögliche Fehlschlagen der Schullaufbahn kann zu abweichendem Verhalten führen. Fehlt die Unterstützung in der Kindheit und Jugendzeit, kann es sehr leicht möglich sein, dass die Person auch im weitern Leben Schwierigkeiten hat eine intakte Beziehung oder soziale Kontakte zu führen.



[Bearbeiten] Gender Aspekt

Frauen und Mädchen sind grundsätzlich weniger straffällig als männliche Wesen. Um diesen Umstand zu erklären, gibt es folgende Hypothesen.
Mädchen scheinen weniger delinquent zu sein, da sie generell besser Leistungen in der Schule erzielen als ihre männlichen Kollegen. Weiters scheinen Mädchen in der Familie mehr Verantwortung zu bekommen und dies wiederrum führt zu weniger krimineller Tendenz. Weiters ziemt es sich für Mädchen und Frauen nicht sich aggressiv oder antisozial zu verhalten, was die persistenten Delinquent gering lässt.


[Bearbeiten] Literaturverzeichnis

Becker, Howard S. (1973) [1963]: Außenseiter. Zur Soziologie abweichenden Verhaltens. Frankfurt/M., S. Fischer Verlag, 1 bis 35 und 53 und 79.

Montada, Leo (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter & Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

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