Aggression im Jugendalter

Aus PaedPsychWiki

Dies ist eine alte Version. Zeitpunkt der Bearbeitung: 14:21, 30. Jun. 2009 durch Dani (Diskussion | Beiträge).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

[Bearbeiten] Wortursprung

Das Wort Aggression leitet sich her vom lateinischen "aggredior", bzw. "aggredere", was so viel bedeutet wie: herangehen, darauf zugehen, sich an jemanden wenden. Man findet auch direkt die Bedeutung "angreifen". Um das Wort Aggression mit "Angreifen" zu übersetzen, bedarf es eines Objektes, welches angegriffen werden kann.


[Bearbeiten] Definition

Unter Aggression versteht man die Neigung, vorsätzlich und mutwillig eine andere Person oder einen Gegenstand zu schädigen oder zu zerstören.

In der Umgangssprache ist das Wort Aggression stets negativ besetzt, dabei kann Aggression nicht nur destruktiv, sondern auch konstruktiv angewendet werden, z.B. um Leben zu retten.


Schon im Kleinkindalter lösen Frustrationen Aggressionshandlungen aus.

Die dazu führenden Motive wurden je nach Theorie als Aggressions- oder Selbstschutzmotive beschrieben, die jeder Mensch in unterschiedlicher Ausprägung besitzt. Diese werden durch Emotionen wie Ärger, Frustration, Angst oder Bedrohung ausgelöst.


Im Jugendalter wurde zum Teil schon erlernt, dass ein aggressiver Handlungsimpuls durch Volition (Wille) reguliert werden kann. Aber es ist unbestritten, dass in den vergangenen Jahren eine massive Zunahme von gewalttätigen Handlungen, vor allem auch in den Schulen beobachtet werden kann.


Viele Kinder und Jugendliche erleben Gewalt bereits in der Familie.

Eltern fühlen sich zum Teil überfordert und wissen keine andere Möglichkeit, mit Konflikten umzugehen, als ihrerseits aktive oder passive Gewalt anzuwenden. Geschwister lösen auch vermehrt Streitigkeiten nicht im Gespräch, sondern lassen "die Fäuste sprechen".

Wer aber im alltäglichen Leben von Eltern und Geschwistern Gewalt erfährt, sieht dies zunehmend als geeignete Methode zur Konfliktlösung an.


Durch die massive Zunahme des Gebrauches der "neuen Medien": Computerspiele, Internet, Videospiele und Fernsehen sind Kinder oftmals viele Stunden täglich Szenen von Gewalt ausgesetzt. Ein großer Anteil der virtuellen Spiele kann nur unter Anwendung von Gewalt gewonnen werden, dadurch entsteht eine generelle Verharmlosung von Gewalt und diese wird als Möglichkeit der Konfliktlösung salonfähig gemacht.


Eine weitere Ausprägung von Gewalt findet man in der "Autoaggression".

Jugendliche richten einen gewalttätigen Akt gegen sich selbst, entweder durch aktive Selbstverletzung, wie massives Nägelkauen, Ritzen der Haut, Blutigschlagen eines Körperteils oder durch passive Selbstverletzung, wie Ess-Brech-Sucht (Bulimie) oder Magersucht (Anorexia nervosa).

Die schlimmste Ausprägung einer Autoaggression wäre der Selbstmord (Suicid).


Das Ausüben und Erleben von Gewalt setzt sich in den Schulen fort durch:

Gewalt gegen andere Personen

Verbale Gewalt: verspotten, anschreien, beschimpfen, erpressen, verpetzen,

Körperliche Gewalt: schubsen, treten, Bein stellen, schlagen, verprügeln, sexuelle Belästigung und Gewalt

Stumme Gewalt: ignorieren, übergehen, nicht mit jemandem reden, verleumden, jemanden "unmöglich machen", dazu zählt auch das sogenannte "Happy Slapping", bei dem kompromittierende Fotos oder Filme gemacht und dann öffentlich gezeigt werden.


Gewalt wird auch durch mutwillige Sachbeschädigung von Gütern der Allgemeinheit, von Gegenständen aus dem Besitz von Mitschülern und durch Diebstahl ausgeübt.


Werden eine oder mehrere dieser vielfältigen Möglichkeiten der Gewaltanwendung über einen längeren Zeitraum hindurch immer wiederholt, dann spricht man von "Mobbing".


Lehrer und Betreuungspersonen sind in zunehmendem Maße gefordert, auf diese Entwicklungen richtig zu reagieren und gegenzusteuern.

Dazu müsste die praktische pädagogische Ausbildung einen noch größeren Stellenwert in unserem Ausbildungssystem erhalten.


[Bearbeiten] Literatur

Oerter, Rolf & Montada, Leo (Hrsg.) (2002). Entwicklungspsychologie. Weinheim: Beltz.

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/EMOTION/Aggression.shtml

http://www.suite101.de/reference/aggression_im_jugendalter

http://books.google.at/books?id=iXOi635N7-wC&dq=isbn3828881483+Dirk+Varbelow&printsec=frontcover&source=bl&ots=5Y7CkOw49B&sig=TEtvOONcjdnqXxsnpy8JUtXmoOQ&hl=de&ei=1xlKSuuwB8iQsAaVtfnBBQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3


Ausgewählte Themen der Motivation, Emotion und Handlungsregulation

Persönliche Werkzeuge