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Aktives Zuhören

Je aktiver Sie zuhören, desto mehr profitieren Sie an Wissen, sei es im Rahmen von Vorlesungen, Vorträgen, Diskussionen, Übungen Konferenzen oder Seminaren.

Aktives Zuhören steigert die

In seinem Buch über Konzentrationsförderung, Improve Your Concentration, beschreibt der amerikanische Psychologe Sam Horn sechs einfache Regeln, die aktives Zuhören erleichtern:

  1. Ignorieren Sie Störungen!
  2. Urteilen Sie später!
  3. Achten Sie auf Blickkontakt und Körperhaltung!
  4. Wiederholen Sie das Gehörte!
  5. Sehen Sie die andere Seite!
  6. Unterbrechen Sie nicht!

Ignorieren Sie Störungen!

Fassen Sie den bewußten Entschluß, Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf den vorliegenden Lernstoff zu konzentrieren. Üben Sie, alle ablenkenden Gedanken beseite zu schieben, bis die Vorlesung oder die Konferenz zu Ende ist.

Ruth Cohn hat in der Methode der Themenzentriereten Interaktion (TZI) eine andere Regel formuliert: "Störungen haben Vorrang." - Überlegen Sie, inwieweit die TZI-Regel im Widerspruch steht zu der hier vorgestellten Regel "Ignorieren Sie Störungen!".

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Urteilen Sie später!

Konzentrieren Sie sich auf den Inhalt statt auf den Stil oder die Art des Vortrages, auch wenn Sie die Stimme, die Gestik oder sonst etwas stört. Warten Sie das Ende des Vortrages ab, bevor Sie Ihr Urteil fällen. Und selbst wenn Sie mit dem Kern der Ausführungen nicht einverstanden sind, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie nicht doch den einen oder anderen brauchbaren Ansatz enthalten.

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Achten Sie auf Blickkontakt und Körperhaltung!

Wenn Ihre Aufmerksamkeit nachzulassen droht, sollten Sie zum Redner blicken und ihm auch Ihren Körper zuwenden. Die Körperhaltung, auch wenn sie bewußt eingenommen ist, wirkt auf ihren inneren Zustand zurück und führt zu echter Aufmerksamkeit, auch wenn Sie in diesem Augenblick viel lieber etwas anderes täten.

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Wiederholen Sie das Gehörte!

Bei Konferenzen und in Unterrichtsstunden können Sie die Gefahr von Mißvertändnissen verringern, indem Sie jedem Sprecher aufmerksam zuhören und anschließend seine wichtigsten Punkte zusammenfassen, bevor Sie Ihren eigenen Diskussionsbeitrag leisten. Diese Taktik hilft Ihnen auch, die Hauptthemen im Auge zu behalten und sich nicht von minder wichtigen Details ablenken zu lassen.

Übung: "Argumente-Pingpong"

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Sehen Sie die andere Seite!

Die Aufmerksamkeit läßt schnell nach, wenn man etwas schon mehrmals gehört hat oder der Vortrag reichlich konfus wirkt.

Dagegen hilft, sich in den Sprecher hineinzuversetzen, um seinen Standpunkt besser nachvollziehen zu können. Versuchen Sie, bei jeder Art von Vorträgen Ihre persönliche Meinung oder Ihr vorgefaßtes Urteil zurückzustellen.

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Unterbrechen Sie nicht!

Um den Grad Ihrer Aufmerksamkeit beurteilen zu können, sollten Sie sich von Zeit zu Zeit fragen: "Höre ich wirklich zu, oder warte ich nur auf eine Gelegenheit, das Wort zu ergreifen?"

Wenn Sie tatsächlich nur darauf warten, den Sprecher zu unterbrechen, haben Sie Ihr Urteil womöglich bereits gefältt und wollen gar nicht mehr zuhören.

In solchen Fällen helfen Konzentrationsübungen.

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Erstellt am 10. Juni 1995, zuletzt überarbeitet am 23. Oktober 1995 von Rolf Schwermer
(Dieser Lerntext wurde im wesentlichen der deutschen Ausgabe von "Burrows u. a. (Hg.): Effektiv lernen - Neue Wege zu größerem Lernerfolg" entnommen. RS)