Das Lernen unterstützen mit Lernpostern


Bruno Klumpp

Bilderketten

Jetzt, nachdem Sie sich bereits mit Gedächtnistricks vertraut gemacht haben, die einfachste Methode:

Beim praktischen Ausprobieren stellen Sie fest, daß man nur selten völlig willkürlich zusammengewürfelte Begriffe zu lernen hat. Es ist vielmehr in der Regel so, daß die zu lernenden Begriffe oder Argumente sinnvolle Gruppen bilden.

Bei den Denkmethoden ist es nicht anders als sonst: Im Zweifel wählen wir die einfachste Möglichkeit. Nehmen wir einmal als praktisches Beispiel eine einfache Einkaufsliste: Sie benötigen ein Pfund Butter, drei Päckchen Haselnüsse, ein Kilogramm Mehl, ein Päckchen Zucker, ein Päckchen Vanillzucker, zwei Dosen Champignons, ein Netz Orangen, zwei Kilo Bananen, ein paar Kiwis und Paket Müllbeutel.

In dieser Liste erkennt man sofort zwei Gruppen: Die ersten fünf Positionen sind Backzutaten. Sie lassen sich leicht merken, wenn man sich vorstellt, wie man daraus einen Kuchenteig rührt. Die zweite Gruppe, das Obst, läßt sich leicht als Ganzes in einer schönen Obstschale vorstellen. Noch einfacher ist es, wenn wir im Geiste das Obst in einen Müllbeutel plazieren und auf den fertigen Kuchen noch eine Dose Champignons stellen. Und schon haben wir mit zwei ineinander verketteten Bildergruppen zehn Begriffe abgespeichert.

Der Gedächtnistrick funktioniert auch mit völlig beliebigen Begriffen: Probieren Sie es aus mit

Holunder, Diskette, Türklinke, Alexander der Große, Winter, Molybdän, Hunger, Klarinette, Fernsehturm, Suppenschüssel

oder, wenn das gut geklappt hat, gleich mit "schwierigeren" Begriffen:

Eisenmangel, Hyperaktivität, Echtheitszertifikat, Transposition, Parapsychologie, Naivität, Hitze, Religion, Freistempler, Untugend

Sie können einerseits versuchen, Gruppen zu bilden. In der praktischen Anwendung wird das normalerweise funktionieren. Sie können aber auch beispielsweise eine mit Holundersaft bekleckerte Diskette an eine Türklinke heften. Alexander der Große kann im Winter in der persischen Steppe nach Molybdän graben und so weiter.

Probieren Sie es aus. Und vergessen Sie nicht: Machen Sie sich so lebhafte Bilder wie möglich. Je verrückter sie sind, desto leichter sind sie zu merken.


© Copyright Bruno Klumpp 1997 - gekürzt und leicht bearbeitet von WS.

Quelle: http://www.knowhow-kompakt.com/dm/memory/dmme004.htm (98-05-08)