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Eine Taxonomie von Lernstrategien im Studium*)

Die Taxonomie für Lernstrategien im Studium von Wild, Schiefele & Winteler (1992) unterscheidet zwischen

Kognitiven Lernstategien

Das sind solche Lernaktivitäten, die der unmittelbaren Informationsaufnahme, verarbeitung und speicherung dienen. Welche konkreten Lernaktivitäten werden von Studierenden genutzt, um sich die neuen Informationen einzuprägen? Welche Lernaktivitäten werden genutzt, um zu einem tieferen Verständnis des Gelernten zu kommen?

Hier lassen sich die vier Bereiche "Organisieren", "Elaborieren", "Kritisches Prüfen" und "Einprägen durch Wiederholen" unterscheiden.

Metakognitiven Lernstrategien

haben die Funktion, eine interne Erfolgskontrolle der eigenen Lern schritte zu gewährleisten. Die Lernenden übernehmen durch den Einsatz metakognitiver Lernstrategien Kontrollaufgaben, die traditionell oft Unterrichtenden zugeschrieben bzw. von ihnen übernommen werden.

Metakognitive Lernstrategien können (a) auf die Planung von Lernschritten, (b) die Prüfung des erreichten Lernfortschrittes anhand der formulierten Lernziele durch aktive Selbstüberwachungstätigkeiten ("self-monitoring"), oder (c) die flexible Ausrichtung des eigenen Lernverhaltens am Ergebnis dieser Vergleiche ausgerichtet sein.

Alle drei Komponenten metakognitiver Lernstrategien bilden im Idealfall einen fein aufeinander abgestimmten Regelkreis, der Studierende in die Lage versetzt, den eigenen Lernprozeß ohne externe Hilfe oder gar Kontrolle zu optimieren. Kognitive und metakognitive Strategien kann man auch unter dem Begriff "Primärstrategien" zusammenfassen.

Ressourcenbezogenen Lernstrategien

Das "eigentliche" Lernen kann jedoch nur dann optimal stattfinden, wenn Studierende die für das Lernen notwendigen inneren und äußeren Ressourcen hinreichend aktivieren können. Der Bereich der als ressourcenbezogene Strategien (bzw. Sekundärstrategien) bezeichneten Aktivitäten kann prinzipiell sehr weit gefaßt werden, beinhaltet aber vor allem Maßnahmen, die sich auf die eigene Anstrengung, Aufmerksamkeit und investierte Zeit sowie auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Zusammenarbeit mit Studienkollegen/-innen und die Nutzung von Informationsmaterialien beziehen.

Siehe dazu auch alles über Lernstrategien und Lerntypen
(http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LERNEN/Lernstrategien.shtml)

Übrigens: Studieren kann man lernen!

Diese Einteilung ist beim jetzigen Diskussionsstand weniger als theoretisch fundierte und empirisch gesicherte Taxonomie zu sehen; sie dient vielmehr angesichts des geringen Integrationsstandes innerhalb des Forschungsgebietes als vorläufige Gliederung, die es erlaubt, die Konzepte verschiedener Richtungen aufzunehmen und zu ordnen.


*) zusammengestellt nach Wild K.-P. & Klein-Allermann, *. (1995): LIST. Bonn: Raabe-Verlag.
Quelle: http://www.RZ.UniBw-Muenchen.de/~s11bwild/list/listbes.htm


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
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