p@psych
Das erste pädagogisch-psychologische e-zine im internet | Seit 1996 | ISSN 1561-2503
12. Jahrgang 2007 [v1.0 - 07-04-04]
Werner Stangl: Die Evaluation der Abteilung PPP der jku | version 0.9 | date 05-05-30

Ergebnisse und Diskussion

Rücklauf

Von den insgesamt 881 Adressen bouncten im Vergleich zu früher verwendeten Mail-Listen relativ wenige (ca. 15) - sofern die Nicht-Erreichbarkeit bzw. -Gültigkeit auf Grund des unterschiedlichen Verhaltens von Mailverteilern überhaupt festgestellt werden kann. Bei der ersten Befragungswelle ergab sich ein Problem bei den in der Liste enthaltenen gmx-Adressen - dieser relativ weit verbreitete Anbieter von Gratisaccounts verwendete zum Zeitpunkt der Aussendung einen Spam-Filter, der textgleiche Massenmails zurückwies. Nach einer Partitionierung der entsprechenden Adressen in 10er-Gruppen konnten auch diese StudentInnen mit der Einladungsmail erreicht werden. Bei der zweiten Aussendung (Liste 2) wurden diese Adressen von vornherein dieser Partitionierung unterzogen.

Insgesamt antworteten 282 StudentInnen (32 % der Population), davon 11 spontan schon vor der Aussendung der ersten Mail nur auf Grund des Textes auf der Homepage, nach der ersten Einladung wurden 217 Formulare übermittelt, der Rest nach der zweiten bzw. dritten Bitte (Erinnerungsmail) um Teilnahme.

Charakteristik der TeilnehmerInnen

Bei den TeilnehmerInnen an der Befragung dominierte erwartungsgemäß das weibliche Geschlecht mit einem Anteil von 75 Prozent, wobei sich darin die Verteilung der StudentInnen der Abteilung widerspiegelt.

Um den Einfluss der konkreten Erfahrungen zur Abteilung PPP an der Evaluation zu ermitteln, wurde nach der Anzahl der bisher besuchten Lehrveranstaltungen gefragt: 21 Prozent stehen mit 1-2 Lehrveranstaltungen am Beginn ihres Studiums, während etwa gleich viele (22%) bereits sechs und mehr Lehrveranstaltungen an unserer Abteilung besucht hatten, 25 % hatten 3 bis 4 und 24% 5 bis 6 bisher in ihrem Studium belegt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Zuordnung von Lehrveranstaltungen bzw. DozentInnen zu Abteilungen für manche StudentInnen nicht eindeutig ist, sodass diese Zahlen mit einem gewissen Vorbehalt zu betrachten sind.

Bei den Studienrichtungen dominieren erwartungsgemäß die WirtschaftspädagogInnen mit 87% (245), während mit 9 % (24) die TNF-StudentInnen, 1,5 % (4) die KunsterzieherInnen und 2,1 % (6) sonstige StudentInnen sehr schwach vertreten sind. Daher sind aus methodischen Gründen statistische Vergleiche zwischen den Studienrichtungen nur in geringem Maße möglich.

Geschlossene Fragen

In der folgenden Tabelle findet sich die Verteilung der Prozentwerte bzw. der Medianbereich (gelb hervorgehoben) zu den beurteilten Bereichen der Abteilung (der genaue Wortlaut findet sich im Fragebogen), wobei als Skalierung das Notensystem zur Anwendung kam:

Bereich (Anzahl der Urteile)

sehr gut

gut

befriedigend

genügend

ungenügend

Abteilungsbibliothek (239)

24,7

44,8

24,7

5,0

0,8

Sekretariat (225)

52,9

37,3

8,4

0,9

0,4

Lehrveranstaltungen (275)

19,6

48,0

27,6

3,6

1,1

Homepage (255)

26,7

31,8

27,5

10,2

3,9

Informationsangebot (236)

30,9

43,2

21,2

3,4

1,3

Betreuung Diplomarbeit (49)

38,8

32,7

16,3

10,2

2,0

Öffentlichkeitsarbeit (130)

12,3

24,6

47,7

11,5

3,8

Forschungsleistungen (86)

22,1

46,5

25,6

3,5

2,3

Betreuung insgesamt (254)

20,5

55,9

18,1

5,1

0,4

Sonstige Angebote (165)

32,7

45,5

17,6

3,6

0,6

ICSC und ÖFEB (43)

11,6

58,1

25,6

4,7

0,0

MitarbeiterInnen (246)

23,6

62,2

11,8

2,0

0,4

Abteilung PPP (246)

17,1

64,2

17,9

0,8

0,0

Die Anzahl der zu den einzelnen Bereichen abgegebenen Urteile zeigt, dass den StudentInnen die Bereiche in äußerst unterschiedlicher Weise zugänglich sind. An der Spitze stehen - nicht zuletzt aufgrund der Rekrutierung der Population der Befragung - die Lehrveranstaltungen (275 Noten), gefolgt von der Homepage (255) und etwa gleichauf die Abteilungsbibliothek und das Sekretariat. Während die Betreuung ihrer Diplomarbeit erwartungsgemäß nur wenigen StudentInnen vertraut ist, sind die Informationen über die Forschungsleistungen und die mit der Abteilung verbundenen Institutionen ICSC und ÖFEB eher gering.

Bereich

Mittelwert

Standardabw.

Anzahl der Urteile

Abteilungsbibliothek

2,13

0,87

239

Sekretariat

1,59

0,72

225

Lehrveranstaltungen

2,19

0,83

275

Homepage

2,33

1,09

255

Informationsangebot

2,01

0,88

236

Betreuung DA

2,04

1,08

49

Öffentlichkeitsarbeit

2,70

0,96

130

Forschungsleistungen

2,17

0,90

86

Betreuung insgesamt

2,09

0,79

254

Sonstige Angebote

1,94

0,84

165

ICSC und ÖFEB

2,23

0,72

43

MitarbeiterInnen

1,93

0,68

246

Abteilung PPP

2,02

0,62

246

Eine Betrachtung der Produkt-Moment-Korrelationen der Benotungen der einzelnen Bereiche mit der Gesamtbewertung zeigt, dass der Gesamteindruck in erster Linie von den MitarbeiterInnen (r=0,72), der Betreuung insgesamt (r=0,63) und den Lehrveranstaltungen (r=0,54) abhängt. Den geringsten Einfluss weisen überraschenderweise die Homepage (r=0,37), das Sekretariat (r=0,35) und die Bibliothek (r=0,31) auf. Völlig irrelevant ist die einzige nicht signifikante Korrelation mit der Forschungsleistung (0,18). Dieses Ergebnis unterstreicht das Ergebnis der Studentenstudie: "Die Ergebnisse zur Forschung werden hier nicht extra angeführt, da die Studierenden die Forschung praktisch nicht wahrnehmen und die Beurteilung anhand der Fragebögen daher nicht aussagekräftig ist. Hier müsste eine Strategie entwickelt werden, um den Studierenden diesen Bereich näher zu bringen". Wenig Aussagekraft haben auch die Zusammenhänge zur Betreuung bei der Diplomarbeit und zu den assoziierten Institutionen ICSC und ÖFEB, die nur für wenige StudentInnen der Stichprobe relevant sind.

Interessanterweise spielt für die Bewertung der Bereiche der Abteilung die Anzahl der besuchten Lehrveranstaltungen - letztlich also die Dauer der persönlichen Erfahrungen mit der Abteilung - ebenfalls keine große Rolle. Die signifikanten Korrelationen mit den Betreuung bei der Diplomarbeit (r=-0,37) ist leicht erklärbar und wie der Zusammenhang mit der Bewertung von ICSC und ÖFEB (r=0,51) teilweise methodisch bedingt. Immerhin dürfte eine nähere Kenntnis des ICSC (Besuch von einschlägigen Lehrveranstaltungen) zu einer eher negativen Bewertung dieser Institution führen.

Auch hat das Geschlecht der Befragten keinen Einfluss auf die Bewertungen, die einzige signifikante Korrelation (r=-0,14) betrifft die Homepage der Abteilung, die aber inhaltlich nicht wirklich sinnvoll interpretierbar scheint.

Die Bewertungsunterschiede zwischen den drei Studienrichtungen sollen hier nur der Vollständigkeit halber mitgeteilt werden, können aber aufgrund der niedrigen Besetzung mancher Zellen nicht interpretiert werden:

Bereich

Mittelwert

Wipäd

TNF

Kunst

Abteilungsbibliothek

2,12

2,00

4,00

Sekretariat

1,57

1,66

2,00

Lehrveranstaltungen

2,18

2,14

1,17

Homepage

2,35

2,06

2,50

Informationsangebot

2,03

1,87

1,00

Betreuung DA

2,04

-

-

Öffentlichkeitsarbeit

2,77

2.10

-

Forschungsleistungen

2,12

3,00

1,00

Betreuung insgesamt

2,09

2,05

1,33

Sonstige Angebote

1,92

2,60

-

ICSC und ÖFEB

2,20

3,00

-

MitarbeiterInnen

1,93

2,11

1,33

Abteilung PPP

2,01

2,06

2,00

Offene Frage

Die Möglichkeit, verbal zur Abteilung Stellung zu nehmen, wurde von 67 StudentInnen genützt, um so der schlichten Notenbewertung auch Inhalt zu verschaffen. Die meisten bezogen sich dabei auf mehrere Bereiche (meist zwei, seltener auch drei) der Abteilung. Die Originaltexte der Anmerkungen finden sich in anonymisierter Form im vollständigen Wortlaut auf einer eigenen Seite. Hier werden die Ergebnisse in komprimierter Form dargestellt, wobei ein Abgleich mit der Ziffernbeurteilung erfolgt. Die folgenden Überschriften sind zugleich ein Link zu den vollständigen Anmerkungen zum jeweiligen Bereich.

Sekretariat

Von allen Servicebereichen schnitt das Sekretariat am Besten ab, was sich neben der guten Note - die beste von allen Bereichen - auch in der offenen Frage deutlich äußerte, indem nur lobende Anmerkungen gemacht wurden. Insbesondere hervorgehoben wird die Art und Weise der Betreuung der Studierenden, die im Vergleich zu anderen Universitätsinstituten lobend erwähnt wird. Dieses Ergebnis unterstreicht die Wahrnehmung auch der Studentenstudie, die das Sekretariat explizit hervorhob (vgl. Ohne Autor 2005).

Bibliothek

Die Bibliothek als neben dem Sekretariat wesentlichster Anlaufpunkt der StudentInnen versammelte neben der Lehre die meisten Antworten auf sich. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in den letzten Jahren häufige Personalveränderungen vorgenommen wurden, sodass sich die Kritikpunkte teilweise - sofern keine Namen genannt wurden - auf frühere MitarbeiterInnen beziehen dürften - was in einer Wortmeldung explizit angesprochen wurde. Beinahe alle Kommentare beziehen sich auf die in den letzten Jahren immer wieder erweiterten Öffnungszeiten - einige auch auf das von der Hauptbibliothek mitbestimmte Ausleihprozedere, einige Aussagen auf die Informationspolitik. Im Prinzip wird eine quantitative Erweiterung bei den Öffnungszeiten, den Ausleihfristen und der Anzahl der entlehnbaren Bücher gewünscht.

Homepage der Abteilung

Zu diesen Statements ist anzumerken, dass die Homepage unmittelbar vor und während der Befragungsperiode umstrukturiert wurde, wobei es vornehmlich zu einer Reduktion der ursprünglich von der Titelseite zugänglichen Informationen gekommen war. Siehe dazu die Benotung der Homepage, die mit 2,33 neben der Öffentlichkeitsarbeit die schlechteste Bewertung von allen Bereichen erhielt. Beklagt wird unter anderem die fehlende Aktualität der Inhalte (News, Lehrveranstaltungen). Die Bewertung der Homepage fiel auch bei der Untersuchung der StudentInnen (Ohne Autor 2005) mittelmäßig aus. Vor allem wurde beklagt, dass sie nicht übersichtlich genug sei und das Design veraltet wirke. Der inzwischen aufgegriffene Vorschlag von Portalen für die verschiedenen Studienrichtungen hat sich in dieser Evaluation noch nicht niedergeschlagen. Auch dürften Auffassungsunterschiede hinsichtlich der Funktion und Zielsetzung einer Abteilungshomepage bestehen.

Lehrveranstaltungen der Abteilung

Neben den bekannten Problemen der Knappheit an Lehrressourcen und dem Wunsch nach organisatorischen Verbesserungen, wurden auch inhaltliche Statements zu einzelnen Lehrveranstaltungen abgegeben. Diese Anmerkungen kamen vor allem von StudentInnen höherer Semester, wobei die LehrveranstaltungsleiterInnen namentlich angesprochen wurden. Ein vergleichbares Resumé fand sich auch bei der Untersuchung durch die StudentInnen: "Die Lehrveranstaltungen werden großteils als ziemlich gut erachtet. Allerdings wird vor allem von TNF-Studierenden eine Umstellung der Literatur gewünscht und eine spezifischeres eingehen (sic!) auf Lehramtsstudierende. Dabei wird der Wunsch nach Ausbau der Interaktion, Rhetorik und Kommunikation laut" (Ohne Autor 2005). Die ebenfalls in der Studie der StudentInnen genannten und die Lehrveranstaltungen betreffenden Servicebereiche wie E-Mail-Listen, Newsletter, Informationen im KUSSS, einheitliche LV-Beschreibungen im Vorhinein werden daher von der Homepage der Abteilung ausgelagert und an das universitäre System KUSSS delegiert.

Persönliche Betreuung durch Mitarbeiter

Einige fast durchwegs positive Statements gab es ad personam. Dieses Ergebnis korrespondiert mit der guten Notenbewertung (1,93) in diesem Bereich. Es bestätigt die Ergebnisse der Studentenstudie, welche die Freundlichkeit und Erreichbarkeit der MitarbeiterInnen betont.

Sonstige Anmerkungen

bezogen sich vor allem darauf, dass nicht alle Bereiche der Abteilung in die Bewertung mit einbezogen wurden. Ein kritisches Statement betrifft das Angebot an Diplomarbeitsthemen, das derzeit in Überarbeitung ist.

Die Struktur der Bewertungen

Zur Überprüfung der Struktur der Bewertungen wurden über diese eine Faktorenanalyse mit anschließender Varimax-Rotation gerechnet, wobei die Extraktion der Korrelationsmatrix (Produktmoment) nach den Standardkriterien vier Faktoren mit einem Eigenwert größer 1,00 ergab. Diese erklären insgesamt 76,7 Prozent der Varianz, wobei der erste Faktor mit 30,8 Prozent den weitaus größten Anteil auf sich vereinigt, die drei übrigen versammeln etwa die Hälfte dieses Hauptfaktors. In der folgenden Tabelle sind die rotierten Ladungen (> 0,25) dargestellt:

Factor 1

Factor 2

Factor 3

Factor 4

Öffentlichkeitsarbeit

0,81

-0,28

Homepage

0,77

Informationsangebot

0,70

-0,34

0,29

MitarbeiterInnen

0,66

0,36

0,40

Betreuung DA

0,59

0,30

0,53

ICSC und ÖFEB

0,95

Forschungsleistungen

0,77

0,30

0,30

Sonstige Angebote

0,31

0,58

-0,37

0,34

Lehrveranstaltungen

0,88

Betreuung insgesamt

0,32

0,77

0,41

Sekretariat

0,87

Abteilungsbibliothek

0,25

0,80

Der erste Faktor kann als einer des Informationsangebots bzw. der sichtbaren Öffentlichkeitsarbeit bezeichnet werden, der zweite Faktor isoliert mehr oder weniger die "unbekannte" oder "wenig bekannte" Seite der Abteilung, die von nur wenigen der StudentInnen registriert wird (s.o.). Der dritte Faktor versammelt die Varianz des Lehrangebots bzw. die durch bestimmte Personen repräsentierte Betreuung und Unterrichtung, während der vierte Faktor mit dem Sekretariat und der Abteilungsbibliothek eher die Unterstützung bei der formalen Studienorganisation umfasst.


<-- Methode | Literatur -->

nach oben | zur vorigen Seite | zum Inhalt | zum e-zine
http://paedpsych.jku.at/ezine/ | kontakt | impressum