Beispielfragen zur 2. Diplomprüfung des Faches "Erziehungswissenschaft"

Hier finden Sie den grundsätzlichen Aufbau und einige typische Prüfungsfragen, wie sie an unserer Abteilung bei der schriftlichen "Zweiten Diplomprüfung" des Faches "Erziehungswissenschaft" gestellt werden.

Partiale 1

Teil A

Fragenblock 1

30 Punkte

Fragenblock 2

30 Punkte

max. 60 Punkte

Fragenblock 3

30 Punkte

Teil B

Fragenblock 1

30 Punkte

Fragenblock 2

30 Punkte

max. 60 Punkte

Fragenblock 3

30 Punkte

Partiale 2

Teil C

Fragenblock 1

30 Punkte

Fragenblock 2

30 Punkte

max. 60 Punkte

Fragenblock 3

30 Punkte

Teil D

Fragenblock 1

30 Punkte

Fragenblock 2

30 Punkte

max. 60 Punkte

Fragenblock 3

30 Punkte


Beispielfragen


Thema: Interessen

  1. Was sind Interessen und welche Interessenrichtungen können nach dem Modell von J.L. Holland unterschieden werden? (10 P.)
  2. Finden sich im österreichischen Schulsystem Entsprechungen zu den individuellen Interessenrichtungen der Schüler und Schülerinnen? (10 P.)
  3. Wie/wodurch können Schule und Unterricht dazu beitragen, dass fachliche Interessen erhalten bleiben oder gefördert werden? (10 P.)


Thema: Mediendidaktik

  1. Beschreiben Sie fünf Kriterien für die Gestaltung didaktischer Visualisierungen. (15 P.)
  2. Analysieren Sie das Lehrstoffbeispiel auf Blatt 2. Entwerfen Sie dazu eine Visualisierung (zB Tafelskizze, Overhead-Folie) und erläutern Sie deren beabsichtigte Funktionen sowie die Erfüllung der unter a) beschriebenen Kriterien. (15 P.)


Thema: Lernen

a. Klassische Konditionierung (assoziatives Lernen): (8 Punkte)
Nennen Sie kurz die Bedingungen für direkte und indirekte Auslösung von Angst und Sicherheit und führen Sie entsprechende Beispiele an. 
Denken Sie dabei vor allem an Erziehungssituationen (Familie, Schule,....) 

Angst (Unsicherheit, Unruhe,... )

Sicherheit (Erleichterung, Wohlbefinden,...)

direkte  unbedingte  Auslösung 

(1)

(2)

direkte bedingte Auslösung 

(3)

(4)

indirekte  Auslösung

(5)

(6)

b. Instrumentelle Konditionierung: (12 Punkte)
 Tragen Sie in das folgende Schema die verschiedenen Formen des instrumentellen Lernens ein und führen Sie jeweils ein konkretes Beispiel an.

Entzug

Darbietung 

positive Konsequenz (angenehmer Reiz oder Zustand)

(1)

(2)

negative Konsequenz (unangenehmer Reiz oder Zustand)

(3)

(4)

keine Konsequenz

(5)

Welche 'Formen' bewirken einen Abbau des Verhaltens? (entsprechende Ziffern (1, 2, 3, 4, 5) bitte eintragen....................>

 

 

c. Begriffsbildung (Begriffslernen) (4 Punkte)

(c1) Kategorien sind Klassen ähnlicher Erscheinungen. Bei der Kategorisierung wird

die sprachlich-symbolische Darstellung hervorgehoben
unterschiedlichen Dingen Äquivalenz verliehen
von wesentlichen Merkmalen abstrahiert
die Besonderheit des Einzelfalls betont 

(c2) Der Inhalt eines Begriffs und sein Umfang stehen in einer bestimmten Beziehung zueinander. Je größer die Anzahl der kritischen Attribute, desto....

größer ist die Anzahl der Einzelfälle
kleiner ist der Inhalt des Begriffs
kleiner ist der Umfang
größer ist der Umfang

(c3) Attribute sind Merkmale oder Eigenschaften von Objekten und Vorgängen.

Kritische Attribute sind solche Merkmale, die.....

die Kategorisierung erschweren
eine Kategorisierung mehrdeutig machen
die Zugehörigkeit zu einer Kategorie ausmachen
bei der Kategorisierung nicht berücksichtigt werden

(c4) Man unterscheidet zwei Hauptkategorien von Begriffen: die Eigenschafts- und Erklärungsbegriffe. Das wesentliche Merkmal der Erklärungsbegriffe ist ...

der Bezug zu einer Theorie
der Vorgang der Kategorisierung
das Fehlen subjektiver Gesichtspunkte
ihre Begründung durch empirische Forschung

d. Beschreiben Sie die zwei Dimensionen bzw. vier Grundformen des verbalen Lernens nach Ausubel und führen Sie entsprechende Beispiele an. (6 Punkte)


Thema: Entwicklungspsychologie

Materialien zum Themenbereich "Entwicklungspsychologie" finden sich im W3 unter [werner stangl]s arbeitsblättern, wobei die prüfungsrelevanten Seiten mit dem rechts stehenden Eulen-Icon gekennzeichnet sind!

Analysebeispiel (30 Punkte)

Analysieren Sie das folgende Gespräch im Lichte jugend- bzw entwicklungspsychologischer Forschung. Berücksichtigen Sie dabei

Für den Sonntagnachmittag hat Paula (14) telefonisch mit einer Freundin den Besuch eines Open-air ausgemacht. Die Mutter kocht, der Vater ist noch nicht zu Hause. Heiner (11) spielt Gameboy.

Paula: Du, Mutti, ist das Essen schon fertig?
Mutter: Wieso? Jetzt ist es grad halb zwölf, ich hab mit dem Papi um ein Uhr ausgemacht.
Paula: Ja, und ich hab mit der Claudia ausgemacht, dass ich um eins zu ihr komm, und die anderen kommen dann auch.
Mutter: Ja, und das bei dem Wetter, was wollt ihr denn da um ein Uhr schon? Da kannst du doch noch essen und anschließend gehen. Ach des fängt doch sonst net so früh an, da sitzt ihr doch bloß dort im Regen und wartet.
Paula: Ich bin ja vorher noch bei der Claudia.
Mutter: Alsdann hättest du aber vorher fragen können, warum sagst du einfach zu, ohne vorher zu fragen?
Paula: Mei, ich mag sowiesnix essen, das ist doch vollkommen egal.
Mutter: Wenn du nix isst, dann hast du später Hunger.
Paula: Des ist vollkommen wurst. Mensch, ich spinn doch nicht und ruf nocheinmal an ...
Mutter: Ich kann nicht wegen dir um 12 Uhr das Essen machen und für den Papi dann um eins.
Paula: Ich seh des überhaupt nicht ein, ich will jetzt nicht nochmal anrufen.

Paula wird wütend, rennt aus der Küche, weint.

Paula: Scheiße ... Ich will nicht mehr, ich will nicht ... Scheiße ...
Mutter: Paula, was führst dich denn jetzt gar sauf. Ein bisschen müsst du dich schon noch nach der Familie, richten, wenn wir ein bisserl später essen.
Paula: Familie! Immer muss ich mitmachen!
Heiner: Mensch, Paula, kannst du nicht mitessen?
Paula: Ich will nicht.
Heiner: Aber komm, du musst zumindest anrufen.
Paula: Ich will nicht. Hau ab!
Heiner: Ach komm jetzt, Mensch!
Paula: Scheiß-Familie ... ich pfeif auf die Scheiß-Familie ...