Abgeschlossene Projekte

Reziproke Effekte zwischen wahrgenommenem Lehrerverhalten, intrinsischer Motivation und der Schülerleistung im Fach Rechnungswesen

05. Dezember 2014 Von: " " Kategorie: Abgeschlossene Projekte, Berufs- und Laufbahnforschung Kommentare deaktiviert für Reziproke Effekte zwischen wahrgenommenem Lehrerverhalten, intrinsischer Motivation und der Schülerleistung im Fach Rechnungswesen

Die Analyse reziproker Effekte zwischen Merkmalen der Lernumgebung (z.B. der wahrgenommenen Autonomieunterstützung) und Schülermerkmalen (z.B. der intrinsischen Lernmotivation) stellt ein hoch aktuelles Forschungsanliegen dar. Allerdings haben bisher nur wenige Studien die Wechselwirkungsbeziehungen zwischen der Unterstützung der psychologischen Grundbedürfnisse (Deci & Ryan, 1985) von Schüler/inne/n einerseits und deren (Lern)verhalten, deren emotionalen Befinden sowie deren schulischer Leistung andererseits untersucht (bspw. Skinner & Belmont, 1993; Jang, Kim & Reeve, 2012). Des Weiteren existieren keine Längsschnittstudien, die – umgekehrt – den Einfluss von (intrinsischer) Schülermotivation auf das Lehrerverhalten (z.B. Unterstützung der psychologischen Grundbedürfnisse, Pelletier, SéguinLévesque & Legault, 2002) untersuchen. In der berufs- und wirtschaftspädagogischen (BWP)-Forschung dominierte bisher überhaupt lediglich die Untersuchung des Einflusses motivationsrelevanter Merkmale der Lernumgebung auf die Lernmotivation. Hier sind v.a. die Kieler (z.B. Prenzel, Kramer & Drechsel, 2001), die Dortmunder (z.B. Hardt, Zaib, Kleinbeck & MetzGöckel, 1998), die Bamberger (z.B. Seifried, 2004; Sembill, 2004) sowie die Münchener (Lewalter, Krapp & Wild, 2000) Forschergruppe zu nennen. Dieses Forschungsdesiderat soll die vorliegende Studie schließen, indem die vom „Motivation Mediation Model“ (Jang, Reeve, Ryan & Kim, 2009) angenommenen kausalen Effekte im Längsschnitt an 358 Schüler/inne/n der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (Alter: MT1=15.4, SDT1=0.74, 76 % weiblich) geprüft werden. Zu zwei Messzeitpunkten (T1: 9. Schulstufe, T2: 10. Schulstufe) wurde das wahrgenommene Lehrerverhalten, die motivationale Lernregulation sowie die Rechnungswesenkompetenz der Schüler/innen gemessen. Die eingesetzten Messinstrumente führten zu zufriedenstellender Reliabilität und Messinvarianz über die Zeit. Die Ergebnisse zeigen: (1) Der signifikante Zusammenhang zwischen intrinsischer Lernregulation und der Rechnungswesenkompetenz innerhalb T1 verschwindet in T2. (2) Die Effekte zwischen T1 und T2 deuten darauf hin, dass das wahrgenommene Lehrerverhalten und die Lernregulation der Schüler/innen relativ variabel sind und daher eher als state- denn als trait-Variablen zu interpretieren sind, während die Rechnungswesenkompetenz erwartungsgemäß eher ein stabiles Konstrukt ist. (3) Die Analyse der Wechselwirkungseffekte zeigt, dass das wahrgenommene Lehrerverhalten zu T1 kausal auf die intrinsische Lernregulation der Schüler/innen zu T2 wirkt, jedoch letztere wie erwähnt nicht mit der Rechnungswesenkompetenz zu T2 korreliert, weshalb das Mediationsmodell nicht bestätigt werden kann. Darüber hinaus ist die Rechnungswesenkompetenz zu T2 weder vom wahrgenommen Lehrerverhalten zu T1, noch von der intrinsischen Lernregulation zu T1 beeinflusst. (4) Umgekehrt sagt die intrinsische Lernregulation zu T1 das wahrgenommene Lehrerverhalten zu T2 kausal vorher. Auch die Rechnungswesenkompetenz zu T1 beeinflusst die intrinsische Lernregulation zu T2 kausal – wenn auch nur marginal – und wirkt über den Mediator „intrinsische Lernregulation“ auch auf das Lehrerverhalten zu T2. Die Befunde werden vor dem Hintergrund der Fachdidaktik des Rechnungswesens diskutiert. Um zu zeigen, ob die gefundenen Effekte auch dann vorliegen, wenn das Lehrerverhalten objektiv erfasst wird, sind weitere Forschungsbemühungen notwendig. Kontakt: Christoph Helm Institut für Pädagogik und Psychologie Johannes Kepler Universität Linz Altenberger Straße 69 4040 Linz, Österreich christoph.helm@jku.at

Bildungsstandards und externe Überprüfung von Schülerkompetenzen: Mögliche Beiträge externer Messungen zur Erreichung der Qualitätsziele der Schule

19. November 2012 Von: annakanape Kategorie: Abgeschlossene Projekte, Evaluation und Qualitätssicherung, Forschungs- und Evaluationsmethoden, Schulforschung, Schulentwicklung und Governance des Bildungswesens Kommentare deaktiviert für Bildungsstandards und externe Überprüfung von Schülerkompetenzen: Mögliche Beiträge externer Messungen zur Erreichung der Qualitätsziele der Schule

Kapitel im Nationalen Bildungsbericht 2012, der Ende Dezember vom BMUKK veröffentlicht wird (siehe auch Homepage des bifie).
Herbert Altrichter und Anna Kanape-Willingshofer diskutieren die Einführung von nationalen Bildungsstandards und die externe Überprüfung von SchülerInnenkompetenzen, welche in Österreich erstmals im Frühjahr 2012 flächendeckend durchgeführt wurde, als eine Maßnahme zur Sicherung und Steigerung der Qualität an Schulen und zur Veränderung der Systemsteuerung in Richtung einer evidenzbasierten, outputorientierten Steuerung.
Im Kapitel wird zunächst analysiert, durch welche vermittelnden Mechanismen die erwarteten Wirkungen durch diese neuen Steuerungselemente erreicht werden sollen. Die Analyseergebnisse werden in einem „hypothetischen Wirkungsmodell“ dargestellt. Zwei wesentliche Zielbereiche, zu denen Bildungsstandards und externe Leistungstests beitragen sollen, werden identifiziert: die Verbesserungen von Leistungen (verbesserte SchülerInnenkompetenzen sowie Leistungssteigerung des Schulsystems insgesamt) sowie die Verbesserung von Chancengerechtigkeit (im Sinne der Verringerung des Zusammenhangs zwischen der Herkunft von SchülerInnen und ihren Bildungschancen). Zwei globale Mechanismen werden als wesentlich für die erwarteten Wirkungen der neuen Steuerungsinstrumente angesehen: (1) Setzen und Kommunizieren von Erwartungen: Durch Bildungsstandards und externe Leistungsüberprüfungen sollen Ergebniserwartungen (und in geringerem Maße: Prozesserwartungen) gesetzt und an die Akteure auf verschiedenen Systemebenen kommuniziert werden. Dies soll auch zu einer „Verähnlichung“ und Angleichung der Handlungsziele der verschiedenen Akteure beitragen. (2) Stimulierung und Orientierung von Entwicklungsanstrengungen: Die Kommunikation der Erwartungen durch Bildungsstandards, vor allem aber die Rückmeldung von Leistungsergebnissen, soll etwaige Ist-Soll-Diskrepanzen sichtbar machen. Diese sollen Entwicklungsanstrengungen motivieren, in die erwünschte Richtung leiten und so zu verändertem Handeln (v.a. kompetenzorientiertes Unterrichten, an Standards orientierte Schulentwicklung) führen. Durch die Analyse von österreichischer und internationaler Forschungsliteratur wird im Kapitel versucht die Plausibilität der Annahmen des „Wirkungsmodells“ von Bildungsstandards und externen Leistungsüberprüfungen einzuschätzen. Die erwarteten Wirkungen von Bildungsstandards und der Rückmeldung von Daten aus den Standardüberprüfungen werden u.a. hinsichtlich Zunahme an kompetenz- und ergebnisorientierter Unterrichtsplanung und -gestaltung, standortbezogener Qualitätsentwicklung und Verbesserung von Chancengerechtigkeit besprochen. Aufgrund noch fehlender Daten in Österreich sowie unterschiedlicher Schulsysteme in anderen Ländern lässt sich jedoch noch nicht eindeutig beantworten, inwiefern Bildungsstandards und deren Überprüfung sich in einer Verbesserung von Schülerkompetenzen und einer Leistungssteigerung des österreichischen Systems niederschlagen.   Nähere Informationen zum Nationalen Bildungsbericht 2012 finden Sie hier.   Literatur: Altrichter, H. & Kanape-Willingshofer, A. (2012). Bildungsstandards und externe Überprüfung von Schülerkompetenzen: Mögliche Beiträge externer Messungen zur Erreichung der Qualitätsziele der Schule. Beitrag zum Nationalen Bildungsbericht 2012.  

(Do) students develop school!?

10. November 2010 Von: " " Kategorie: Abgeschlossene Projekte, Online Forschung, Schulforschung, Schulentwicklung und Governance des Bildungswesens Kommentare deaktiviert für (Do) students develop school!?

Students and student representatives as co-actors of school development and system reform Schools as we know them today are not only “made” by teachers, headpersons, educational politicians, the inspectorate etc., but also by the contributions of students. Nevertheless there is only very little reference to the students’ contribution to the formation of schools in the learned literature. The research project (Do) students develop school!? aims
  1. to analyse (sccondary school) students’ and their representatives’ roles and actions in school life and, in particular, in which way they co-construct the form and processes of schools (using categories provided by a theory of educational governance)
  2. to support student representatives in fulfilling their role in a constructive and democratic way by providing them with a) feedback about their work by other students and b) giving them access to different concepts of exercising such representative tasks;
  3. to develop feedback tools which are made available to student representatives for collecting feedback about their work and which allow to build up a long-term database about their activities and the perception of these activities by the students.
Different “module teams” consisting of secondary school students, teachers, researchers and – in one case – teacher education students are responsible for the work on seven modules which use quantitative or qualitative research methods. Continuity and cohesion of the project modules is ensures by a steering group including representatives of all project partners.

In German