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Reaktionen von Teilnehmern auf Gruppenposterpräsentationen in universitären Lehrveranstaltungen

Sammlung von Aussagen auf eine offenen Frage im Rahmen der abschließenden Lehrveranstaltungsevaluation

Lehrveranstaltung: UV Statistische Forschungsmethoden der Erziehungswissenschaft
Leiter:
Ass. Prof. Dr. Werner Stangl
Inhalt: 3 Unterrichtseinheiten, in denen jeweils 4 Poster von zwei bzw. drei Teilnehmern präsentiert wurden
Form: Zurückhaltende Moderation durch den LV-Leiter
Themen der Poster:

  1. Wissenschaftstheorie
  2. Positivismus
  3. Konstruktivismus
  4. Die Erziehungswissenschaft
  5. Hermeneutik
  6. Phänomenologie
  7. Dialektik
  8. Die Beobachtung
  9. Interview und Fragebogen
  10. Das Experiment
  11. Soziometrie
  12. Der psychologische Test

Anmerkung: Die Poster ihrerseits wurden einzeln von den Teilnehmern mit einem Kurzfragebogen evaluiert.


Im großen und ganzen habe ich diese Form der Präsentation sehr gut gefunden. Man konnte gezielt Fragen stellen, die einem interessierten. Probleme und Unklarheiten konnten so viel leichter bereinigt werden.

Bei Referaten ist es meist der Fall, daß zwei bis drei Leute vor der Gruppe stehen und Punkt für Punkt vortragen. Für die Zuhörer gehen meist sehr wichtige Details durch kurze Unkonzentriertheit verloren. So kann es leicht passieren, daß man den Faden der Präsentation verliert und gar nicht mehr zuhört.

Durch kleine Diskussionsrunden, die bei einer Plakatpräsentation entstanden sind, war das ganze auch viel lockerer und man hatte auch nicht unbedingt das Gefühl, alles wissen zu müssen.

Solche Stunden sind meiner Ansicht nach etwas "lebhafter" und werden sicherlich auch von anderen Gruppen gerne gestaltet.

Posterpräsentationen waren für mich eine völlig neue Sache, und ich konnte mir dessen Sinnhaftigkeit anfangs nicht ganz vorstellen. Ich habe diese Art von Präsentation dann aber als sehr positiv erlebt, nämlich v. a. die Tatsache, daß man sich mit einem Thema kreativ auseinandersetzt. Ich muß sagen, daß ich mir viel von den einzelnen Präsentationen gemerkt habe (Sicherlich mehr, als wenn wir übliche Referate gemacht hätten.) Das Publikum war, was ich sehr gut empfand, miteinbezogen, konnte Fragen stellen und konnte sich aktiv mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzen.

Durch den enormen Zeitdruck bei der Präsentation konnten Inhalte nur unzureichend vorgetragen und besprochen werden. Weiters ist durch die Aufteilung der Referate in Gruppen, es den Vortragenden fast unmöglich andere Referate sich zur gleichen Zeit anzuhören.

Meiner Meinung nach sind Posterpräsentationen eine gute Möglichkeit der Präsentation, allerdings sollte man sich dafür eventuell noch mehr Zeit nehmen. Besonders Themen wie Positivismus, Konstruktivismus oder Hermeneutik sollten ausführlicher ausgeführt werden. Mir persönlich war es nicht möglich, diese Themen in der Lehrveranstaltung zu verstehen.

Ich glaube den Posterpräsentationen könnte man durchaus mehr Raum gewähren, weil sie besonders interessant und lebhaft sind.

Die Gruppenposterpräsentationen fand ich sehr gut. Jedoch waren sehr schwer verständliche Themen dabei z. B. Phänomenologie, Konstruktivismus. Einige Fragen, die ich an die Referenten gestellt habe, konnten nicht beantwortet werden, oder wurden falsch beantwortet, da sie z. T. das Thema selbst nicht verstanden haben. Ein Vorschlag von mir wäre daher, daß in Zukunft die letzten 20 - 30 Minuten einer LV dafür verwendet werden, daß Fragen die die Referenten nicht beantworten konnten, an Sie gestellt werden können, in Form der Gruppendiskussion.

Die Posterpräsentationen sind insgesamt eine gute Sache, hätte mir aber klarere Richtlinien bzw. Kritik gewünscht. Wir (Pühringer/Grübelbauer/Wm) diskutierten z. B. aufgrund der ersten Präsentationen, wie "Poster" zu verstehen ist. Wir einigten uns auf "wie Plakat" d. h. es soll "plakativ" sein und nicht eine A1-Vergrößerung des Papers. Das Paper sollte dann die wichtigsten Aussagen noch einmal in Worten darstellen und die Bilder in Erinnerung rufen.

Ebenfalls finde ich, daß die Gruppen, in denen man während der Stunde arbeitet, häufiger gewechselt werden sollte, so daß man nicht ständig in einer Gruppe bleibt, sondern auch die Personen der anderen Gruppen kennenlernen kann.

Mir war diese Methode der Aufbereitung und Präsentation ausgewählter Themenbereiche neu, meiner Ansicht nach war sie jedoch die beste Lösung zur lebendigen Einführung in relativ unbekannte Themengebiete. In diversen anderen Lehrveranstaltungen findet man die nur mehr wenig abwechslungsreichen Gruppenpräsentationen vor, bei denen die einzelnen Mitglieder einer Gruppe hintereinander meist relativ eintönig ihren Referatsteil referieren und das Publikum nicht mehr die gewünschte Konzentration aufweist.

Bei der Gruppenposterpräsentation jedoch, sind die Zuhörer angehalten umherzugehen, Plakate zu betrachten, dem Referenten zuzuhören, Fragen zu unklaren Bereichen zu stellen, mit einem Wort, der fachwissenschaftliche Inhalt wird dem Publikum sicher anschaulicher und daher einprägsamer vermittelt.

Auch für die Vortragenden ist diese Art der Präsentation sicherlich angenehmer. Man hat ständiges Feed-Back, kann auf Fragen besser eingehen und erhält größere Sicherheit bei der Vortragstätigkeit.

Über die eher schwierigen Referatsthemen sollten Sie vielleicht vor den Gruppenpräsentationen sprechen.

Die Posterpräsentationen waren auch gut organisiert. Es ist niemand gezwungen worden sich Informationen zu beschaffen. Diese offene Form ermöglichte das Bevorzugen der eigenen Präferenzen für ein bestimmtes Stoffgebiet. Jeder Student konnte dem jeweiligen Präsentationsteam ungehindert Fragen stellen, bis alles klar wurde.

Ich finde, daß die Posterpräsentationen eine willkommene Abwechslung zum Referatsalltag in Proseminaren sind. Meine Meinung ist, daß man sich durch diese Form der Präsentation mehr merkt.


©opyright Werner Stangl, Linz 1997.
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